Du schreibst folgendes:
"Geht doch nicht an, dass einer Borussia Dortmund ne höhere Marktkap. zugebilligt wird als einer Hypoport."
Das passt sehr schön zur Denkart vieler Fanboys hier und woanders. Von denen wird aber nicht der Aktienkurs bestimmt, sondern vom Markt, d.h. von Milliardenschweren Fonds, die 1+1 zusammenrechnen können und die sich mit professionellen Analysen auseinandersetzen und auf deren Glaubwürdigkeit überprüfen. Nicht anhand von irgendwelchen Mischmasch Gefühlen, sondern anhand von faktischen Zahlen und Daten, wie diese zustande kommen und was in der Vergangenheit im Negativen und Positiven aus solchen Zahlenwerken geworden ist.
Ganz konkret wird die BVB Aktie genau wie Hypoport von Oddo Seydler analysiert und Oddo Seydler nennt eine faire Bewertung von 902 Millionen für Borussia Dortmund, das entspricht einem Aktienkurs von 9,80. Dies unter der Bedingung, daß es sportlich eher mäßig läuft und ab sofort kein einziger weiterer Spieler verkauft wird.
So einen Abstand zur fairen Bewertung findest Du NIRGENDS. Hier im Thread wird darüber philosophiert, daß ein Verfehlen der Analysten Prognosen nicht wichtig wäre, da es langfristig eh total super laufen würde. So Allgemeinplätze gibt es aber auch woanders. Bei Borussia Dortmund müssen demnächst auch die anderen Analysten nachziehen, ganz konkret wird Bankhaus Lampe die Umsatzschätzungen für 2016, 2017 und 2018 unter der Bedingung, daß sportlich NIX tolles passiert um dramatische 350 Millionen nach oben anpassen müssen. Bzgl. Ergebnis lagen sie auch krass daneben, natürlich hatten sie keine Gewinnverfünffachung geschätzt.
Es gibt viele Fanboys die sagen, ja aber. Das alles wäre ganz schwierig zu kalkulieren, geht der Ball an den Pfosten usw. Das ist aber unterm Strich extrem schwachsinnig, denn an den wesentlichen Parametern ändert sich rein gar nichts und daran ist auch im wesentlichen überhaupt nichts spekulatives.
Hier im Hypoport Thread wird zum Beispiel immer irgendwas schwammiges formuliert, z.B. "wegen der Skalierungseffekte" und ähnliches. Daß kann man bei der BVB Aktie aber viel besser formulieren, die TV Einnahmen steigen in einem ganz unglaublichen Maße, die übrigen wesentlichen Einnahmequellen fast genauso, bzw. bei den Transfers eventuell sogar noch viel mehr. Die Skalierungseffekte sind quasi von außen vorgegeben, völlig unabhängig vom Unternehmen selbst. Wenn man Zwölfter wird, steigen die TV Einnahmen vermutlich um 60 Mio, wenn man Erster wird ebenso. Ob es mehr oder weniger wird, hängt von ganz anderen Dingen ab. Folglich kann man hier von ganz extremen Skalierungseffekten sprechen.
Wie auch immer, ansonsten kann man die beiden kaum miteinander vergleichen.
Nur daß
- es in jedem Fall nicht sooooo schlecht wäre, wenn man die Analysten Schätzungen haushoch geschlagen werden, statt sie zu verfehlen,
- massive Insider Käufe statt massive Verkäufe in jedem Fall besser sind,
- eine genehmigte 25% Kapitalerhöhung statt einer 50% Kapitalerhöhung vorteilhafter aussieht
- es immer besser ist, wenn die von Analysten genannte faire Bewertung generell extrem viel weiter entfernt ist
sollte jedem halbwegs versierten Börsianer wenigstens so ungefähr klar sein, ohne daß man sich da in Details vertiefen muss.