Du behauptest spekulativ, Zinsen würden langfristig niemals oben bleiben? Aber wie kommst Du darauf? Das wirklich Einzige, was sich Volkswirtschaften auf Dauer nicht leisten können, ist eine galoppierende, dauerhafte Inflation. Ob die Zinsen hoch oder niedrig sind, ist bei weitem nicht so wichtig. Viele Jahrzehnte waren die Zinsen superdeutlich höher als heute und zwar langanhaltend. Es könnte gut sein, daß die Zinsen sehr schnell steigen und dann "oben" bleiben.
Goldman Sachs sagt, die Inflation könne in Großbritannien bis auf 22% (!!!!) steigen, das wäre ein beispielloser Horror.
www.rnd.de/wirtschaft/...zent-KEU67SAXMIJ6WJTIWO2F7N35YA.html
Zinsen könnten theoretisch viel schneller auf 8% o.ä. steigen, als manche das befürchten und Zinsen würden kaum jemals sehr schnell wieder sinken. Es droht eine Rekordinflation in Westeuropa auf dem mit weiten Abstand höchstem Niveau der Nachkriegsgeschichte.
Und in der heutigen obigen Quelle von mir steht ja ausdrücklich worum geht, um eine höher als erwartete Kerninflation unabhängig von Lebensmittel- und Energiepreisen. Das ist also mitnichten eine vorübergehende Sache, wenn der Krieg vorbei ist, würde sich das alles schnell wieder einrenken.
Die Finanzierungskosten haben sich nur allein im Kalenderjahr 2022 fast verdreifacht, aber es ist überhaupt kein Ende in Sicht. Experten erwarten, daß die Hypotekenzinsen bis Ende des Jahres nochmals knapp 50% zulegen könnten. Wir haben jetzt Mitte September, knapp 50% Steigung bei den Zinsen in gut drei Monaten? Hallo?? Zudem haben die möglichen Käufer ja noch ganz andere Kosten zu stemmen, die Energiekosten nur allein in diesem Winter, könnten tausende von Euro pro Haushalt bedeuten, dazu die Inflation in vielen anderen Bereichen.
Die Kaufkraft schwindet in sehr schnellem Tempo. Häuserpreise sind im Umkreis von Berlin teilweise um 30% eingebrochen.
Quelle für weiter steigende Hypotekenzinsen um bis zu 50% bis Ende des Jahres und Häuserpreise
www.berliner-kurier.de/verbraucher/...onders-billig-li.261272
Die Immobilienpreise müssten sowieso sehr deutlich runtergehen, Immobilien sind in weiten Teilen Deutschlands extrem überbewertet. In Berlin und anderen Metropolen wurde in einem beispiellosen Boom ohne Ende investiert, die Zinsen lagen bei Null und man hatte jedes Jahr fette Preissteigerungen. Das führte dann unweigerlich zu einer Blasenbildung.
Es gibt klare Kriterien für faire Preise. Zum Beispiel das Ertragswerteverfahren. Eine Immobilie muss sich über kurz oder lang über die Jahresnettomiete refinanzieren können. Wenn man super optimistisch immer weiter steigende Mieten annehmen würde (was angesichts der immer geringerern Kaufkraft aufgrund der zu hohen Inflation bei nicht gleichermaßen steigenden Löhnen einigermaßen unsicher sein müsste), dann werden Berliner Wohnungen (Frankfurt, München, Hamburg, dito) teilweise erst nach 35-40 Jahreb refinanziert sein können. Eine totale Überbewertung.
Bei Hypoport geht es darum, daß hohe Preise erzielt werden, je höher der Preis, desto höher die Provision und daß ein reger Handel stattfindet. Beides knallt aber regelrecht zusammen. Um die Hypoport Aktie würde ich daher einen ganz weiten Bogen machen, da sind viel zu viele Dinge viel zu unsicher und nichts hasst die Börse mehr als Unsicherheit.