Droht die Immobilienblase zu platzen?
NEWS 28.01.2021 Empirica-Index
Wenn die Wohnimmobilienpreise schneller als die Mieten oder Einkommen steigen, für den Immobilienkauf immer mehr Kredite aufgenommen werden oder mehr Wohnungen gebaut als gebraucht werden, steigt auch die Gefahr einer Immobilienblase. Wie es aktuell aussieht, zeigt der Blasenindex für das vierte Quartal 2020 des Forschungsinstituts Empirica, der das Geschehen am deutschen Immobilienmarkt vierteljährlich untersucht.
Alleine die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgt dafür, dass in vielen Städten die Immobilienpreise steigen.
Seit elf Jahren wachsen die Kaufpreise schneller als die Einkommen, seit zehn Jahren steigen sie auch schneller als die Mieten, erklärt Empirica-Vorstandschef Dr. Reiner Braun. Seit dem Jahr 2012 steigt außerdem die Neubautätigkeit und wachsen die neuen Baukredite schneller als das Bruttoinlandsprodukt. "Im Ergebnis zeigt unser Blasenindex seit neun Jahren eine steigende Gefahr an", sagt Braun, seit vier Jahren könne man von einer echten Gefahr sprechen.
Im Ergebnis indiziert der Empirica-Blasenindex mittlerweile für 324 von 401 Kreisen in Deutschland eine mäßige bis hohe Blasengefahr (Vorquartal 317, vor drei Jahren 227).
Das Rückschlagpotenzial, das im Empirica-Index die relative Preiskluft zwischen Kaufpreisen für Eigentumswohnungen und Mieten beschreibt, liegt bundesweit bei 26 Prozent (vor drei Jahren 14 Prozent), in den Top 7-Städten ist die Kluft noch größer mit 44 Prozent (vor drei Jahren 30 Prozent).
www.haufe.de/immobilien/...teigt-bundesweit_84324_489244.html