HV-Bericht United Internet AG


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 387 / Heute: 2
Technology All S. 3.700,55 +2,19% Perf. seit Threadbeginn:   +94,91%
 
das Zentrum d.:

HV-Bericht United Internet AG

 
28.05.01 07:39
HV-Bericht United Internet AG



Am 16.Mai 2001fand um 11:00 Uhr in der Alten Oper in Frankfurt am Main die Hauptversammlung der United Internet AG statt. Etwa 200 Aktionäre und Gäste, unter ihnen auch Konstantin Sippel als Vertreter von GSC Research, nahmen an der Veranstaltung teil.
Der neue Name United Internet war im Rahmen einer Neuausrichtung im Februar 2000 beschlossen worden. In der Gesellschaft mit dem ehemaligen Namen 1&1 wurde die gesamte Organisation verändert, und es wurden traditionelle Geschäftsfelder und Beteiligungen aufgegeben, aber auch neue hinzu gewonnen.

Dies konnte jedoch, genauso wenig wie ein Splitting der Aktie im Verhältnis 1:10 im Juli 2000, den starken Kursrückgang des Wertpapiers verhindern. Dieses konnte sich der negativen Stimmung am Kapitalmarkt nicht entziehen, und der Kurs wurde, nach einem sehr starken Anstieg zu Beginn des Jahres (und nach der Neustrukturierung) von über 300 Prozent, bis heute fast gezehntelt.

Nach der Begrüßung der Aktionäre stellte der Aufsichtsratsvorsitzende Kurt Dobitsch die anderen Vertreter des Unternehmens vor, zuerst seine Stellvertreter Bernhard Dom und Hans-Peter Bachmann und dann die Mitglieder des Vorstands Richard Seibt, Norbert Lang, Michael Scheeren und Ralph Dommermuth. Letzterer ist zugleich Gründer von United Internet und übernahm dann auch das Wort.


Bericht des Vorstands

Ralph Dommermuth betonte zu Anfang seiner Rede die Bedeutung der Umwandlung von der 1&1 AG & Co.KgaA in die United Internet AG, welche für ihn einen Schlussstrich unter die Neuausrichtung auf das Internet-Geschäft markiere. Geschäftsbereiche, die für das Internet nicht relevant waren, seien sukzessive aufgegeben oder eingestellt worden, um eine Managementholding mit derzeit 15 langfristig angelegten Beteiligungen zu formen. Das Geschäftsmodell habe sich trotz der Börsenturbolenzen für Wachstums- und Internetwerte bewährt, da die Tochterunternehmen ihre operativen Ziele weitgehend erreichten.

Dies nahm auch Einfluss auf den Umsatz und die Ergebnisse der Obergesellschaft. Der Umsatz der konsolidierten Gesellschaften stieg von 121,4 Mio. Euro im Jahr 1999 um 60 Prozent auf 194,3 Mio. Euro in 2000. Noch erfreulicher sei hier allerdings das neue Geschäftsjahr, da in den ersten drei Monaten 2001 der konsolidierte Umsatz bereits 60,9 Mio. Euro betrug, was im Vergleich zum Vorjahr (46,8 Mio. Euro ) eine Steigerung von 30,1 Prozent bedeutet.

Betrug das Ergebnis vor Steuern (EBT) in 1999 noch minus 20,0 Mio. Euro, so beläuft sich der Verlust im Jahr 2000 auf einen Wert von minus 54,1 Mio. Euro, und im 1. Quartal 2001 auf minus 7,4 Mio. Euro (im Vorjahreszeitraum minus 10,1 Mio. Euro). Diese Ergebnisveränderungen resultierten vor allem aus dem weiteren Ausbau des Netzwerks, aus Neuakquisitionen und den damit verbundenen Goodwill-Abschreibungen sowie aus der verstärkten Internationalisierung großer Beteiligungsunternehmen, die hohe Investitionen in Marketing und Markenaufbau erfordern.

Besonders erfreulich habe sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) entwickelt, denn dieses stieg von minus 5,4 Mio. Euro in 1999 auf plus 0,1 Mio. Euro in 2000. Im 1. Quartal 2001 sei sogar ein EBITDA von 2,51 Mio. Euro erzielt worden, während diese Kennzahl im Vorjahreszeitraum noch minus 1,1 Mio. Euro betragen habe. Die verstärkte Fokussierung auf Profitabilität zeige damit bereits Wirkung.

Auch die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen war stark positiv. Zum Jahresende 2000 beschäftigte die United Internet AG mit 2.992 Mitarbeitern 73 Prozent mehr Personen als im Jahr davor, zum 31.3.2001 waren es bereits 3.067 Mitarbeiter.

Um den Anwesenden einen besseren Eindruck von der Entstehung der Zahlen zu vermitteln, fuhr Ralph Dommermuth in seiner Rede mit der Präsentation der wichtigsten Netzwerkunternehmen und deren Zahlen im Jahr 2000 fort.

Die 1&1 Internet AG (www.einsundeins.com) sei ein führender europäischer Internet Application Provider für Domains, Präsenzen, Shops, Unified Messaging, Personal Storage und Internet-Komplettlösungen. Das Unternehmen habe im Jahr 2000 sowohl Umsatz als auch Ertrag deutlich steigern können. Der Umsatz erhöhte sich um rund 25 Prozent auf 90,6 Mio. Euro gegenüber 72,7 Mio. Euro im Vorjahr. Das EBITDA verbesserte sich primär margenbedingt gegenüber dem Vorjahr (minus 7,7 Mio. Euro) deutlich auf 10,5 Mio. Euro.

Die twenty4help Knowladge Service AG (www.twenty4help.de) sei ein Outsourcing-Partner international führender Unternehmen und biete in ihren beiden Geschäftsfeldern technische Hotlines und User-Helpdesks eine breite Palette von Wissens- und Anwendungsdienstleistungen an. Ausgelagerte User-Helpdesks bilden das zweite Geschäftsfeld von twenty4help. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz um 71 Prozent von 36,3 Mio. Euro auf 62,0 Mio. Euro, das EBITDA konnte von 6,3 Mio. Euro auf 12,6 Mio. Euro erhöht werden. Diese Verbesserung sei im Wesentlichen umsatzbedingt.

Die AdLINK Internet Media AG (www.adlink.de) sei ein führender europäischer Vermarkter für digitale Werbeflächen. Neben den Formen der klassischen Online-Kommunikation, Banner und Buttons, bietet AdLINK auch Pop-ups, Supertitials, Skyscrapers oder Sponsorship an.

Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz um 150 Prozent auf 30 Mio. Euro im Jahr 2000 g und entwickelte sich damit deutlich stärker als der Online-Werbemarkt. Die Verschlechterung des EBITDA gegenüber dem Vorjahr (minus 3,8 Mio. Euro) auf minus 12,6 Mio. Euro sei hauptsächlich auf die Aufwendungen für den Ausbau der europäischen Organisation zurückzuführen. Die AdLINK Internet Media AG ist heute in 11 Länden vertreten und ist außerdem am 11. Mai 2000 an die Börse gegangen.

Die GMX AG (www.gmx.de) ist Deutschlands führender, von Standort und Provider unabhängiger Mehrwertdienst rund um das Thema Email und Messaging. Ende 2000 zählte die Gesellschaft 7,8 Mio. User und weist damit gegenüber dem Vorjahr (2,9 Mio. User) ein Wachstum von weit über 250 Prozent aus. Somit erreichte die GMX AG einen Marktanteil unter den Internet-Usern in Deutschland von über 30 Prozent.

Die Gesellschaft erzielte in 2000 einen Umsatz in Höhe von 7,0 Mio. Euro (Vorjahr 3,3 Mio. Euro). Das EBITDA verschlechterte sich von minus 2,7 Mio. Euro in 1999 auf minus 10,0 Mio. Euro in 2000. Dieser Rückgang resultiere zum Teil aus den Aufwendungen für den im Mai 2000 geplanten Börsengang, der aufgrund der schlechteren Marktsituation bis auf weiteres verschoben wurde.

Ralph Dommermuth ergänzte anschließend seine Rede durch die Präsentation der Geschäftszahlen aus dem 1.Quartal von den schon vorgestellten Unternehmen. Die 1&1 AG habe hier einen Umsatz von 26,4 Mio. Euro erreicht (Vorjahr 21,4 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 3,2 Mio. Euro (Vorjahr 1,4 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) konnte auf 0,9 Mio. Euro verbessert werden (Vorjahr minus 0,6 Mio. Euro).

Der Umsatz von twenty4help sei in den ersten drei Monaten um 58 Prozent auf 20,6 Mio. Euro gestiegen (Vorjahr 13,1 Mio. Euro). Das EBITDA habe sich um 75 Prozent auf 4,3 Mio. Euro erhöht gegenüber 2,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBT verbesserte sich auf 2,5 Mio. Euro (Vorjahr 1,7 Mio. Euro ).

Der Umsatz von GMX stieg im 1.Quartal um 27 Prozent auf 1,6 Mio. Euro (Vorjahr 1,2 Mio. Euro ). Auch das EBITDA habe sich von minus 2,7 Mio. Euro auf minus 1,8 Mio. Euro verbessert, ebenso wie das EBT, das 2,4 Mio. Euro gegenüber minus 2,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum betrug.

Bei GMX sei man auf die „Kostenbremse“ getreten und habe weniger Geld für die Markenpositionierung aufgewendet, da hier die derzeitigen Ziele erreicht sind. Die Internetseite habe zur Computermesse CeBIT im März 2001 ein neues Design erhalten und sei jetzt weniger sachlich. Gleichzeitig habe eine Einbindung von redaktionellen Inhalten in Themenchannels stattgefunden. Im Jahr 2001 soll GMX zu einem umfassenden Kommunikations- und Informationsportal ausgebaut werden.

Der Umsatz von AdLINK steigerte sich im 1.Quartal des Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr (5,6 Mio. Euro) um 27 Prozent auf 7,0 Mio. Euro. Das EBITDA betrage minus 4,3 Mio. Euro (Vorjahr minus 1,4 Mio. Euro ). Das EBT verschlechterte sich auf minus 4,5 Mio. Euro (Vorjahr minus 2,1 Mio. Euro ). Dazu haben vor allem eine Verlangsamung des digitalen Werbemarkts und die höheren Aufwendungen für den Aufbau einer europäischen Marktpräsenz beigetragen.

Ralph Dommermuth resümierte abschließend, dass die United Internet AG trotz der verschlechterten Rahmenbedingungen insgesamt ein zufrieden stellendes Ergebnis erzielt hat. Das Unternehmen könne sich gut behaupten, da die Marktposition gefestigt ist. Es werde also bei einer Fortschreibung der Strategie bleiben, denn die Tochterunternehmen entwickelten sich überwiegend erfolgreich, die Internationalisierung schreite voran und die Risikostreuung im Netzwerk habe sich bewährt.

Die momentane Verfassung der Finanzmärkte bremse allerdings die ehrgeizigen Vorhaben, vor allem eine Erweiterung des Netzwerks sei nicht möglich. Von daher konzentriere man sich besonders auf das bestehende Portfolio mit dem Ziel, die Ertragslage möglichst rasch zu verbessern. United Internet wolle das Netzwerk für strategische Partner öffnen, die mit in die unternehmerische Verantwortung gehen. Dies soll die Basis dafür schaffen, dass der Erfolgskurs des Unternehmens auch unter geänderten Rahmenbedingungen fortgesetzt werden kann.


Allgemeine Aussprache

Als erster Redner stellte Herr Andreas Lang von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) heraus, dass die United Internet AG auf eine harte Bewährungsprobe gestellt worden ist und dabei einen Kursverlust von 91 Prozent hinnehmen musste. Seiner Meinung nach spiegelt der Kursverlauf aber nicht den Geschäftsverlauf wider. Die 60 Prozent Umsatzsteigerung im Jahr 2000 seien zwar sehr erfreulich, jedoch müsse eine Kurswende eingeleitet werden.

Des Weiteren kritisierte er die Verschiebung des Börsengangs von GMX, das dies zu viele Kosten verursache und Vertrauen vernichte. In diesem Zusammenhang fragte er, auf wann der Börsengang verschoben ist, und außerdem wollte er wissen, warum keine Beteiligungen in den USA eingegangen werden. Alles in allem, habe ihm der Geschäftsbericht aber gut gefallen.

Anschließend meldete sich Herr Michael Kierm von der Schutzgemeinschaft für Kleinaktionäre (SdK) zu Wort und meinte, auch für ihn sei insbesondere die Umsatzsteigerung von 60 Prozent im Jahr 2000 lobenswert, allerdings mache die Entwicklung des Aktienkurses depressiv. Im Gegensatz zu seinem Vorredner hielt er den Geschäftsbericht aber nicht für sehr gelungen, da die Quartale nicht alle einzeln aufgeführt werden und für ihn lästige Rechenarbeit erforderlich ist.

Hierauf erklärte der Vorstand, dieser Umstand werde wunschgemäß geändert und in Zukunft werden alle Quartale einzeln aufgeführt. Als Grund, warum in nächster Zeit keine Beteiligungen in den USA eingegangen werden, wurde angegeben, man verfüge nicht über genügend Kapital und wahrscheinlich auch nicht über das geforderte Know-how. Die Verschiebung des Börsengangs von GMX sei aufgrund mangelnder Nachfrage nicht zu vermeiden gewesen und habe etwa 86 Mio. Euro an überflüssigen Kosten verursacht, jedoch in keinster Weise einen negativen Einfluss auf den Geschäftsverlauf gehabt.


Abstimmungen

Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 51.680.000 Euro, eingeteilt in eben so viele Stückaktien, waren bei der Abstimmung 32.958.678 Stückaktien entsprechend 63,77 Prozent des Grundkapitals vertreten. Alle neun Tagesordnungspunkte wurden mit großer Mehrheit beschlossen.


Fazit und eigene Meinung

Die Verantwortlichen der United Internet AG haben bei dieser Hauptversammlung keine Kosten und Mühen gescheut, um die Aktionäre versöhnlich zu stimmen. Aber nicht der technische Aufwand oder das kulinarische Niveau der Speisen sorgten dafür, dass diese Veranstaltung so schnell und problemlos ablief, sondern es waren die überzeugenden Zahlen.

Das Unternehmen hat bewiesen, dass es nicht, wie viele andere Internet Firmen, ein „Cash-burner“ ist. Einige Beteiligungsgesellschaften sind bereits heute profitabel, der Großteil der anderen konnte den Umsatz erhöhen und gleichzeitig die Verluste reduzieren. Die „Netzwerk-Strategie“ scheint aufzugehen, da sie Synergieeffekte und Risikostreuung bietet.

Wer also daran glaubt, dass sich die Marktsituation der „New Economy“ bald verbessert und hier auch wieder nach Substanz gefragt wird, hat mit United Internet gleich eine Art kleinen Internet-Fond, mit dem er von dem Fortschreiten des Internet-Megatrend profitieren könnte.


Kontaktadresse

United Interner AG
Elgendorfer Straße 57
56410 Montabaur

Tel.: 02602/96-1100
Fax: 02602/96-1013

Email: info@united-internet.de
Internet: www.united-internet.de


Investor Relations
Marcus Bauer

Tel.: 02602/96-1631
Email: investor-relations@united-internet.de





Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen

Neueste Beiträge aus dem Technology All Share (Performance) Forum

Wertung Antworten Thema Verfasser letzter Verfasser letzter Beitrag
11 535 Elmos Semiconductor Jorgos Highländer49 06.05.26 11:09
  15 Hallo Agilent-Aktionäre Anke Mankanke MrTrillion3 19.04.26 02:09
11 1.124 USU Software --- Cashwert fast auf ATL -- Lalapo MrTrillion3 15.07.25 14:19
10 2.240 RENESOLA startet Lapismuc SoIsses01 16.01.25 13:57

--button_text--