[17:00, 30.04.09]Von Thomas WendelBetont entspannt präsentiert sich René Obermann vor seinen Aktionären in Köln. Doch die rund 6000 versammelten Telekom-Eigentümer ließen sich davon kaum beeindrucken. Finanzchef Höttges überraschte dann noch mit einer schlechten Nachricht.
Es sollte so schön werden. Braungebrannt und gut aufgelegt wippt Telekom-Chef René Obermann am Donnerstagmorgen in die Lanxess-Arena in Köln, schüttelt viele Hände, macht ein Witzchen hier und fachsimpelt dort mit Journalisten. Hier steht einer, dem es gut geht, der Vertrauen in die eigene Stärke hat, mit sich im Reinen ist - diese Botschaft sollte wohl der beschwingte Auftritt an diesem Morgen aussenden.
Ganz so, als seien Spitzelaffäre, Datenklauskandale, der überraschende Gewinneinbruch im ersten Quartal, der Komplettausfall des deutschen Handynetzes und der noch immer nicht abgeschlossene Konzernumbau alles Episoden, die eigentlich schon gemeistert sind.
"Wir haben die Basis für die neue Telekom gelegt", ruft Obermann wenige Minuten später von der Bühne den Aktionären zu. "Ich sage Ihnen: Unser Geschäft wird sich positiv entwickeln", verspricht der Telekom-Chef, "mit ordentlichen Renditen für Sie, die Aktionäre." Als Beweis dafür kann Obermann die neuesten Umbaunachrichten aus dem Konzern vom gleichen Tag anführen: Die bislang getrennten Mobilfunk- und Festnetztöchter in Deutschland werden verschmolzen, das Management arbeitet künftig in einer gemeinsamen Geschäftsführung. Mit 78 Cent pro Aktie sollen die Aktionäre zudem schon in der kommenden Woche eine Dividende erhalten, die doppelt so hoch ausfällt wie der anteilige Nettogewinn.
Doch ausgerechnet dieses Zuckerstückchen, das Obermann den Aktionären reichen will, kommen bei denen schlecht an. "Die Dividende ist wieder nicht voll erwirtschaftet", kritisiert Marc Tüngler von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW). Die Anlehnung der Dividendenhöhe an die 2008 erwirtschafteten freien Mittel (Free Cashflow) sei "finanzpolitisches Voodoo", ergänzt Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SDK). Überdies müssten die Aktionäre mit dem am 21. April bekanntgegebenen Einbruch beim Free-Cashflow nun wohl damit rechnen, dass die Dividende für das laufende Jahr deutlich gesenkt werde, fragt Tüngler scheinheilig.
Ungewöhnlich deutliche Worte finden auch die ansonsten so verschwiegenen Großaktionäre. Der Chef von Deutschlands größter Investmentfondsgesellschaft DWS, Klaus Kaldemorgen, wundert sich über den überraschend bekanntgegebenen Gewinneinbruch und den wenige Wochen zuvor noch zur Schau gestellten Optimismus der Telekom-Führung. "Warum hat das
usw.
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