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Dosenpfand - die Lösung kommt aus Norwegen
Die Firma Tomra ist der Favorit von Handel und Industrie für den Aufbau des neuen einheitlichen Pfandsystems.
Kopenhagen/Hamburg - 1971 beklagte sich ein Supermarktleiter in der kleinen südnorwegischen Stadt Asker gegenüber seinem Verkäufer Petter Planke über die leidigen Pfandflaschen. Der Supermarkt sei damit ganz einfach überlastet. Ob er vielleicht eine Idee habe, die Sache zu vereinfachen? Kurzerhand konstruierte Petter zusammen mit seinem Bruder Tore den ersten Flaschenautomaten.
Die Nachfrage war so groß, dass beide Brüder ihre Jobs an den Nagel hängten und 1972 das Unternehmen Tomra gründeten. Aus dem kleinen Zwei-Mann-Betrieb wurde ein Unternehmen mit weltweit 1700 Mitarbeitern und Tochtergesellschaften in 34 Ländern. Marktführer für Flaschen- und mittlerweile auch Dosenautomaten ist Tomra nicht nur in Skandinavien, sondern auch in einigen US-Bundesstaaten.
Nun werden die Norweger voraussichtlich auch den deutschen Markt mit ihren Automaten versorgen. Industrie und Handel wollen das Unternehmen mit der Steuerung des neuen Pfandsystems für Dosen und Einwegflaschen beauftragen. Der technische Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU) sprach sich am Montag für die Firma aus, wie aus Verhandlungskreisen verlautete. Diese Entscheidung muss allerdings noch vom AGVU-Exekutivausschuss bestätigt werden, der am 24. Januar tagt. In dem Gremium sind unter anderem die Ketten Rewe, Edeka, Metro und Coca-Cola vertreten.
Offiziell gab die Arbeitsgemeinschaft gestern nur bekannt, dass sich der Ausschuss auf Sicherheitsstandards verständigt habe, die einen Betrug mit dem Dosenpfand-System verhindern sollen. Der Ausschuss favorisiert neben dem bestehenden Strichcode eine Farbmarkierung der Dosen, die nur unter UV-Licht sichtbar ist oder eine Markierung am Deckel. Tomra hatte diese Verfahren vorgeschlagen.
Mit den Norwegern konkurrieren unter anderen die Kölner Firmen VfW AG und Trinkpack AG. Sie wollen das Rückgabesystem durch mit Millionenaufwand hergestellte Sicherheitsetiketten gegen Missbrauch schützen. Die Deutsche Pfand AG hatte vorgeschlagen, Dosen und Einwegflaschen mit einer fortlaufenden Nummerierung zu versehen und diese beim Einwurf in den Abfallcontainer zu scannen.
In Norwegen kamen Dosen erst im Mai 1999 auf den Markt, gleichzeitig wurde das Pfand eingeführt. Die überall im Land verbreiteten Tomra-Automaten wurden damals einfach so umgestellt, dass sie neben Flaschen auch die neue Verpackungsart akzeptierten. Heute sind Dosen sogar beliebter als Flaschen. Die Verbraucher kaufen 38,7 Prozent ihres Bieres in Dosen und nur 38,3 Prozent in Flaschen.
Noch erfolgreicher ist die Dose bei den skandinavischen Nachbarn. Als erstes europäisches Land führte Schweden 1984 das Dosenpfand ein. Nur 250 Millionen Pfandflaschen werden dort heute jährlich verkauft, dafür aber 900 Millionen Dosen und Plastikflaschen. Der Versuch, mit dem Pfand die Dosen einzudämmen, ist somit gründlich fehlgeschlagen. bob/SAD
erschienen am 15. Jan 2003 in Wirtschaft
Dosenpfand - die Lösung kommt aus Norwegen
Die Firma Tomra ist der Favorit von Handel und Industrie für den Aufbau des neuen einheitlichen Pfandsystems.
Kopenhagen/Hamburg - 1971 beklagte sich ein Supermarktleiter in der kleinen südnorwegischen Stadt Asker gegenüber seinem Verkäufer Petter Planke über die leidigen Pfandflaschen. Der Supermarkt sei damit ganz einfach überlastet. Ob er vielleicht eine Idee habe, die Sache zu vereinfachen? Kurzerhand konstruierte Petter zusammen mit seinem Bruder Tore den ersten Flaschenautomaten.
Die Nachfrage war so groß, dass beide Brüder ihre Jobs an den Nagel hängten und 1972 das Unternehmen Tomra gründeten. Aus dem kleinen Zwei-Mann-Betrieb wurde ein Unternehmen mit weltweit 1700 Mitarbeitern und Tochtergesellschaften in 34 Ländern. Marktführer für Flaschen- und mittlerweile auch Dosenautomaten ist Tomra nicht nur in Skandinavien, sondern auch in einigen US-Bundesstaaten.
Nun werden die Norweger voraussichtlich auch den deutschen Markt mit ihren Automaten versorgen. Industrie und Handel wollen das Unternehmen mit der Steuerung des neuen Pfandsystems für Dosen und Einwegflaschen beauftragen. Der technische Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU) sprach sich am Montag für die Firma aus, wie aus Verhandlungskreisen verlautete. Diese Entscheidung muss allerdings noch vom AGVU-Exekutivausschuss bestätigt werden, der am 24. Januar tagt. In dem Gremium sind unter anderem die Ketten Rewe, Edeka, Metro und Coca-Cola vertreten.
Offiziell gab die Arbeitsgemeinschaft gestern nur bekannt, dass sich der Ausschuss auf Sicherheitsstandards verständigt habe, die einen Betrug mit dem Dosenpfand-System verhindern sollen. Der Ausschuss favorisiert neben dem bestehenden Strichcode eine Farbmarkierung der Dosen, die nur unter UV-Licht sichtbar ist oder eine Markierung am Deckel. Tomra hatte diese Verfahren vorgeschlagen.
Mit den Norwegern konkurrieren unter anderen die Kölner Firmen VfW AG und Trinkpack AG. Sie wollen das Rückgabesystem durch mit Millionenaufwand hergestellte Sicherheitsetiketten gegen Missbrauch schützen. Die Deutsche Pfand AG hatte vorgeschlagen, Dosen und Einwegflaschen mit einer fortlaufenden Nummerierung zu versehen und diese beim Einwurf in den Abfallcontainer zu scannen.
In Norwegen kamen Dosen erst im Mai 1999 auf den Markt, gleichzeitig wurde das Pfand eingeführt. Die überall im Land verbreiteten Tomra-Automaten wurden damals einfach so umgestellt, dass sie neben Flaschen auch die neue Verpackungsart akzeptierten. Heute sind Dosen sogar beliebter als Flaschen. Die Verbraucher kaufen 38,7 Prozent ihres Bieres in Dosen und nur 38,3 Prozent in Flaschen.
Noch erfolgreicher ist die Dose bei den skandinavischen Nachbarn. Als erstes europäisches Land führte Schweden 1984 das Dosenpfand ein. Nur 250 Millionen Pfandflaschen werden dort heute jährlich verkauft, dafür aber 900 Millionen Dosen und Plastikflaschen. Der Versuch, mit dem Pfand die Dosen einzudämmen, ist somit gründlich fehlgeschlagen. bob/SAD
erschienen am 15. Jan 2003 in Wirtschaft