...Entwicklung des operativen Geschäfts.
Zunächst zur Entwicklung der T-Aktie. Die Deutsche Telekom hat in
den vergangenen drei Wochen stärker denn je im Fokus der Öffentlichkeit
gestanden. Seit dem 7. August sehen wir uns mit einem
drastischen Kursrückgang der T-Aktie konfrontiert, der eine Welle
von Spekulationen zur Folge hatte.
Ich bin – ebenso wie unsere Aktionäre, zu denen ja auch die meisten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören tief betroffen über die
Kursentwicklung. Ich bin mir mit meinen Vorstandskollegen der
hohen Verantwortung bewusst, die die Deutsche Telekom trägt wegen
der breiten Aktionärsbasis, über die unserer Unternehmen
hier in Deutschland und darüber hinaus wie kein anderes Unternehmen
verfügt. Aber auch wegen der historischen Rolle, die die
Deutsche Telekom bei der Etablierung einer neuen Aktienkultur in
Deutschland eingenommen hat. Und deshalb schmerzt mich außer-ordentlich,
was in den vergangenen Wochen mit der T-Aktie ge-schehen
ist.
Umso mehr, als diese sehr unerfreuliche Entwicklung völlig die Tat-sache
verdeckt, dass die Deutsche Telekom eine außerordentlich
positive unternehmerische Entwicklung durchläuft und dass das
Unternehmen im operativen Geschäft ebenso wie mit der eingeschla-genen
strategischen Ausrichtung unübersehbar auf Erfolgskurs ist.
VoiceStream-Transaktion professionell gemanagt
Lassen Sie mich, weil dies immer wieder zum Thema gemacht
worden ist, eines ganz klar sagen: Wir haben den Erwerb von
VoiceStream mit großer professioneller Sorgfalt vorbereitet.
Rund die Hälfte der im Rahmen dieser Transaktion ausgegebenen
1,17 Milliarden Aktien haben VoiceStream-Streubesitz-Aktionäre
erhalten – also knapp 600 Millionen Aktien. Diese Aktionäre haben
ihre neuen Aktien keineswegs gleich wieder verkauft. Ganz im
Gegenteil: Wir haben unseren Streubesitz in den USA zum Stichtag
30. Juni mehr als verdreifacht. Von diesen 600 Millionen Aktien sind
mehr als zwei Drittel in den USA geblieben. Die US-Aktionäre hatten
zur Jahresmitte einen Anteil von 29 Prozent am Streubesitz der
Deutschen Telekom.
Aber auch die restlichen Stücke haben bis vor kurzem zu keiner
erkennbaren Kursbeeinflussung geführt. So ist der Kurs der T-Aktie
zwischen dem 31. Mai 2001 – dem Tag des Closings – und dem -6.
August – nur um lediglich zwei Prozent gesunken, während an-dere
europäische Wettbewerber in dem gleichen Zeitraum Verluste
im gehobenen zweistelligen Prozentbereich hatten.
Von den verbleibenden rund 590 Millionen Aktien befinden sich rund
350 Millionen in „festen Händen“. So zum Beispiel bei TDS, SCANA
oder John Stanton, die an den Aktien als langfristigem Investment
interessiert sind. Oder aber sie liegen bei Aktionären, die in enger
Kooperation mit uns und in vollkommen marktschonender Weise
verkaufen wollen – oder dies für einen Teil ihres Besitzes bereits
getan haben. Dazu gehören Sonera oder auch Goldman Sachs.
Damit sind 80 Prozent aller neu ausgegebenen Aktien erfolgreich
gemanagt.
Über die innerhalb der ersten Lockup Periode und die am 7. August
platzierten Aktien hinaus verbleiben damit lediglich knapp 15 Prozent
oder rund 170 Millionen Aktien, die potenziell an den Markt gebracht
werden könnten. Dabei möchte ich hervorheben, dass wir natürlich –
im Interesse aller Aktionäre – auch mit Hutchison Whampoa im Ge-spräch
sind mit dem Ziel, eine marktschonende Lösung zu erreichen.
In diesem Sinne werte ich die Aussage von Hutchison in der vergan-genen
Woche positiv, man betrachte die verbliebene Aktienposition
als langfristiges Investment.
Außerdem möchte ich diese 170 Millionen Aktien einmal in Relation
bringen: Allein im elektronischen Xetra-Handel und in New York
werden täglich etwa 20 Millionen T-Aktien gehandelt. Zählt man auch
noch die direkt zwischen großen Käufern und Verkäufern getätigten
Transaktionen hinzu, steigt der durchschnittliche Tagesumsatz sogar
auf über 40 Millionen Stück. Je nach Betrachtungsweise sprechen
wir also von einem möglichen Transaktionsvolumen, das zwei bevier Handelstagen entspricht und jeweils nach dem 1.
September beziehungsweise dem 1. Dezember anfallen könnte.
Substanz und Qualität werden sich wieder durchsetzen
Wir – und damit meine ich das Team Telekom – haben in den
vergangenen Jahren im Unternehmen immense Werte für unsere
Aktionäre geschaffen. Sie sind zwar angesichts der aktuellen Kurs-entwicklung
in den Hintergrund gerückt. Aber es wird sich schon
mittelfristig wieder Substanz und Qualität durchsetzen, das hat die
Erfahrung der Kapitalmärkte immer wieder gezeigt. Dafür spricht
ganz aktuell allein schon die Tatsache, dass wir zweistellige
Wachstumsraten aufweisen und damit über den Erwartungen der
Kapitalmärkte liegen. Wir haben zusätzlich zu dieser kraftvollen
operativen Entwicklung alle Werttreiber, die eine Aktie haben kann:
eine außerordentlich starke Marktposition, die Technologiekompe-tenz,
eine nachgewiesene Innovationsstärke und die Finanzkraft, die
man in unserer Branche braucht, um dies alles in künftige wirtschaft-liche
Erfolge zu verwandeln.