Herr P. will Aktien kaufen


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Herr P. will Aktien kaufen

 
29.07.01 11:29

Herr P. will Aktien kaufen


Passen Sie auf, wem Sie Ihr Geld geben. Selbstverwalten kostet viel Zeit. Risikomanager können alles verzocken und beim Erwerb von Aktienfonds droht der Gewinn von den Gebühren aufgefresen zu werden
Von ANDREW MURPHY


Physiklehrer Hans P. aus Sürth steht gesichert im Leben. Zusammen mit seiner Frau lebt der 52-Jährige in einem kleinen Eigenheim. Seine beiden Kinder gehen zur Schule, das Haus ist abbezahlt und die Lebensversicherung gibt ihm zusätzliche Sicherheit zur Pension. P. kann es sich leisten, noch was für die private Altersvorsorge zu tun.
Denn die Rendite seiner Lebensversicherung ist mit 5,8 Prozent ärgerlich gering. Einzig und allein der Versicherungsschutz macht Sinn. Um Mehrwerte zu schaffen, will P. sein Geld in Aktien anlegen. Es gibt für ihn zwei Möglichkeiten: Entweder er kauft selber Aktien oder er investiert in einen Aktienfonds. Lehrer P. möchte monatlich rund 100 Mark anlegen.
Gefährlich wird es, wenn P. die erste Variante wählt. Die Streuung der Geldanlage ist das oberste Gebot. Aber Achtung: Es ist wichtig, nicht den Empfehlungen der Bankanalysten hinterher zu laufen und auf Lottogewinne mit einer Aktie zu hoffen. P. muss sich gründlich über die Firmen informieren, in die er investieren möchte. Er muss anhand der Geschäftsberichte die Entwicklungen der Firmen verfolgen, Marktanalysen studieren und sich bei verschiedenen Experten kundig machen z.B. bei ARIVA.DE, wie die Chancen seiner Aktien am Markt sind. Das alles kostet P. eine Menge Zeit, die er als Lehrer nicht hat. Eine Investition wäre reines Glücksspiel.

Am sichersten schafft P. einen Mehrwert in professionell gemanagten Fonds. Deren Manager streuen die Aktien in ihren Portfolios auf viele Unternehmen. So können hohe Verluste einzelner Aktien - wie jetzt bei den Werten am Neuen Markt - besser verkraftet werden. Dabei kann aus Branchenfonds, wie Umwelt Aktiendepots oder auch Länderfonds wie einem Deutschlandfonds ausgewählt werden. In einem Umwelt Aktiendepot beispielsweise befinden sich eine ganze Reihe von innovativen Unternehmen der Ökobranche. Der Anleger investiert gleichzeitig in eine spanische Solarkraftanlage und in den finnischen Hersteller von Getränkedosenrücknahmeautomaten. In einem auf Deutschland konzentrieren Länderfonds mit ökologischem Anspruch kann P. sein Geld auf die Chancen der regenerativen Energie in Deutschland setzen. Dann investiert er in Windkraftanlagen und Biodieselraffinerien. Gutgeführte Fonds konnten im Umweltmarkt in diesem Jahr Wertsteigerungen von über 100 Prozent erreichen. Aber auch wenn man vorsichtig 10 Prozent für den Aktienfonds ansetzt, bedeutet das für P., dass er bei einer monatlichen Investitionsrate von 100 Mark in 25 Jahren bis zu 65.000 Mark mehr raus bekommt, als aus seiner Lebensversicherung. Man kann sagen, Investitionen in Aktienfonds sind eine intelligente Art der langfristigen Altersvorsorge.
In der Theorie klingt dies einleuchtend. In der Praxis muss P. darauf achten, dass sein Fondsmanager die Grundregeln einhält: Etwa die Streuung des Risikos auf verschiedenen Aktien aus verschiedenen Branchen. Die Manager müssen sich ständig über die Entwicklung der Gesellschaften auf dem Laufenden halten, in die sie investiert haben. Sie müssen die Firmen analysieren, nach neuen Anlagemöglichkeiten suchen und schlechte Investments abstoßen.
Auch für P. ist es wichtig, dass er immer bescheid weiß, in welche Werte der Fonds investiert. Und P. muss sich darum kümmern, dass er informiert wird. Viele Fondsmanager wollen ihre Kunden, gerade wenn sie sich in risikoreiche Anlagen stürzen, lieber im Unklaren lassen, als ihnen Durchblick zu gewähren. Verlierer ist dann meist der Privatanleger. Nur ein transparenter Fonds ist sicher.
Dann muss P. noch genau prüfen, bei wem er sich bindet. Manche Fondssparpläne der Banken verzehren mit ihren hohen Gebühren wieder einen enormen Teil der Gewinne. Normal sind Gebühren in Höhe zwischen vier und fünf Prozent der jeweiligen Sparrate. Also bei P.s Fondsrate von 100 Mark rund fünf Mark im Monat. Nicht akzeptabel ist die Vorauszahlung der Ausgabeaufschläge für mehrere Jahre, wie es manche Gesellschaften handhaben. Ein Schweizer Bankhaus etwa verlangt alle Aufschläge für fünf Jahre im voraus. Bei P. würde das bedeuten, dass er erst 300 Mark zahlen muss, bevor er die ersten 100 Mark sparen darf. Derzeit stellen flexible Einzahlungen und die genaue Abrechnung des Ausgabeaufschlag auf jede einzelne Einzahlung die fairsten Angebote für Aktiensparen dar.

Andrew Murphy ist Geschäftsführer von Murphy&Spitz Umwelt Consult

 
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flexo:

Moin Arbeiter - war das wirklich

 
29.07.01 12:48
so zu lesen? Wenn ja, wo?
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Arbeiter:

flexo

 
29.07.01 13:15
(z.B. bei ARIVA.DE) habe ich dazwischen gesetzt. :-))  
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