Der Gläubigerausschuss des insolventen deutschen Speicherchip-Herstellers Qimonda will Kreisen zufolge über die Zukunft der Firma entscheiden. Auf der Tagesordnung stünden die Möglichkeiten einer Zwischenfinanzierung, um einen Rumpfbetrieb über den 1. April hinaus zu ermöglichen, sagte eine mit der Situation vertraute Person.
Ein Darlehen solle den Zeitrahmen bei der Suche nach einem rettenden Investor erweitern. Es liefen derzeit Gespräche mit europäischen und asiatischen Interessenten, die allerdings wohl nicht bis Anfang April zu Ende gebracht werden könnten. Ab dann kann die Infineon-Tochter die Löhne nicht mehr bezahlen.
Banken würden sich nur mit staatlicher Bürgschaft zu einem Kredit bewegen lassen, hieß es aus den Gläubigerkreisen. Das Land Portugal, wo Qimonda ein großes Werk betreibt, sei dazu bereit, versuche aber in Deutschland die Länder Sachsen und Bayern sowie den Bund mit ins Boot zu holen. Bei dem Überbrückungskredit gehe es um eine Summe von unter hundert Millionen Euro. Die Politik habe am Dienstag einen Statusbericht von Insolvenzverwalter Michael Jaffe erhalten. Die Insolvenzverwaltung und ein Qimonda-Sprecher wollten sich zu den Angaben nicht äußern.
Zudem berate das Gremium darüber, die Produktion zum Monatsende auf Sparflamme mit einer Kernmannschaft zurückzudrehen, sagte der Insider. Der Insolvenzverwalter wolle auch die Struktur der geplanten Transfergesellschaft vor allem für die Münchener Qimonda-Beschäftigten mit den Gläubigern besprechen. Darüber werde aber noch mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt, so dass noch keine Entscheidung bevorstehe. Die Finanzierung der Beschäftigungsgesellschaft ist noch unklar. In der Vergangenheit kamen in solchen Fällen neben der deutschen Bundesagentur für Arbeit oft die Konzernmütter für die Kosten auf. Die angeschlagene Infineon mit Standorten in Österreich hat bisher aber keine Bereitschaft signalisiert, die Lasten zu übernehmen.
Qimonda war im Zuge der weltweiten Chipkrise zusammengebrochen und hatte Ende Jänner Insolvenz angemeldet. Seither suchen Management und Insolvenzverwalter nach einer Lösung für eine Fortführung. Gespräche mit Geldgebern aus dem arabischen Raum fruchteten bisher nichts. Zahlreiche andere einschlägige Halbleiterunternehmen winkten bereits ab; den meisten fehlt für eine Komplettübernahme und die Fortführung des einzigen europäischen Herstellers des Speicherbausteins DRAM ohnehin das Geldwww.computerwelt.at/detailArticle.asp?a=120402&n=6
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