Franken-Obligationen nach Greenspan-Rede gehalten
Zürich, 13. Feb (Reuters) - Eine abwartende Haltung hat am
Dienstag den Handel mit Franken-Obligationen geprägt. Händler
sprachen denn auch von einem ruhigen Geschäft mit gut gehaltenen
Kursen aber moderaten Umsätzen. Zunächst habe das Warten auf die
US-Einzelhandelsumsätze und dann auf die Anhörung von
US-Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Bankenausschuss des
Senats das Geschäft geprägt. Der März-Conf schloss nach 602
gehandelten Kontrakten um zwei Basispunkte höher mit 122,57
Prozent. Der von der Schweizerischen Nationalbank (SNB)
berechnete zehnjährige Kassazinssatz notierte stabil bei 3,43
Prozent.
Da und dort habe eine gewisse Nachfrage für eine Stütze im
Markt gesorgt. Der Handel im Grau- und im Sekundärmarkt sei aber
insgesamt ruhig verlaufen. Auch die in zwei Wochen anstehende
Tenderauktion des Neuen Eidgenosse sei noch weit entfernt und
daher noch kaum ein Thema.
Händler sagten, die unerwartet stark ausgefallenen
US-Einzelhandelsumsätze hätten den Markt kaum beeinflusst.
Die Ausführungen von Greenspan, wonach sich die
US-Wirtschaft in 2001 substanziell abschwächen werde, die
Zinssenkungen des Fed die Inflationsaussichten nicht
beeinträchtigten und die Aussichten für ein langfristiges
Produktivtätswachstum weiter gut blieben, hätten die moderaten
Gewinne abbröckeln lassen. Der Markt habe zunächst etwas Mühe
gehabt, die Aussagen von Greenspan zu interpretieren.
Händler sagten, sie rechneten mit einer Versteifung der
Zinskurve. Diese könnte zum einen durch einen Rückgang der
Geldmarktsätze ausgelöst werden. Die stetige Verlangsamung der
Wirtschaft lasse die kurzen Zinsen sinken. Händler verwiesen
dabei auf die unerwartete starke Abkühlung im deutschen Einzel-
und auch im Aussenhandel. Die Abkühlung der US-Wirtschaft werde
in den kommenden Monaten zweifellos auch tiefere Spuren im
Aussenhandel hinterlassen.
Sollte sich die Technololgiebörse Nasdaq <.IXIC> endlich
erholen, könnte das lange Ende unter Druck geraten. "Dann ist
Sicherheit nicht mehr so gefragt, und die Marktteilehmer
schichten ihre Anlagen wieder mehr in risikoreichere Instrumente
um", sagte ein Händler.