Die durchschnittlichen Förderkosten werden auf rund 1.000 US-Dollar je Unze geschätzt.
Wenn man zusätzlich mit einkalkuliert, dass die Rohstoffkonzerne neue Reserven aufbauen müssen, wenn sie dauerhaft überleben wollen, steigen die Gesamtkosten auf rund 1.500 US-Dollar je Unze.
Wenn der Goldpreis längerfristig unter diese Marke fällt, rutschen immer mehr Goldminen in die Verlustzone und müssen geschlossen werden. Das dann sinkende Angebot sollte den Goldpreis stabilisieren.
Nach Preissturz: Erste Wackelkandidaten
Schon wenige Tage nach dem Sturz des Goldpreises unter die Marke von 1.500 US-Dollar je Unze haben die ersten Rohstoff-Analysten eine Bestandsaufnahme gemacht.
Die großen Minengesellschaften haben in den meisten Fällen ausreichend große Puffer, doch in der zweiten und dritten Reihe könnte es schon bald die ersten Pleiten geben.
Die Analysten von Macquarie haben einen Stresstest für Goldförderer durchgeführt. Schon jetzt werden erste Projekte verschoben oder sogar ganz gestrichen.
Zum großen Knall in der Branche werde es laut Macquarie aber erst kommen, wenn der Goldpreis auf 1.200 US-Dollar oder tiefer fällt.
Die schönen Zeiten sind vorbei
Aber warum sind die Förderkosten in den vergangenen 10 bis 20 Jahren so rasant gestiegen? Der erste Grund ist ganz simpel: Die leicht und günstig abbaubaren Goldreserven wurden zuerst gefördert. Diese Reserven sind langsam erschöpft.
Die Minengesellschaften müssen tiefer in die Erde, oder in Regionen ohne Infrastruktur vordringen. Dadurch explodieren die Kosten.
Eine Wende wäre hier nur dann in Sicht, wenn sich neue Fördertechnologien durchsetzen würden. Ein Beispiel dafür ist die Öl- und Gasbranche in den USA.
Die neue Fracking-Technologie hat die Förderkosten nach unten gedrückt. In der Goldbranche ist ein solcher Schub aktuell jedoch nicht in Sicht.
Lohnkosten und Umweltauflagen
Weitere Kostentreiber sind Lohnerhöhungen und verschärfte Umweltauflagen. Hier zeigt sich, dass sich die Machtverhältnisse verändert haben. Die Minengesellschaften stehen stärker unter Druck.
In Ländern wie Südafrika waren die Löhne in der Bergbaubranche in der Vergangenheit extrem niedrig. Dieser Zustand hat sich (zum Glück) verändert. Die Arbeiter erhalten ein etwas größeres Stück vom Kuchen. Dadurch steigen natürlich die Förderkosten.
Auch der Umweltschutz ist ein Kostenfaktor. Viele Regierungen erteilen nur dann die Abbaugenehmigungen, wenn Umweltschutzauflagen erfüllt werden. Auch dieser Kostenblock war früher viel geringer.
Steigende Kosten sprechen für Anstieg auf 2.000 US-Dollar
Insgesamt steigen die Gesamtkosten der Minengesellschaften pro Jahr um 5 bis 10%. Das bedeutet: Die Minengesellschaften benötigen stetig steigende Goldpreise.
Auch diese Perspektive spricht dafür, dass der Goldpreis zukünftig eher Richtung 2.000 als Richtung 1.000 US-Dollar je Unze marschieren wird :-)