Gold und Oel ziehen an!


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 353 / Heute: 1
Parocorp:

Gold und Oel ziehen an!

 
01.03.04 13:38
Gold- und Ölpreise ziehen an


01.03.2004 12:08:00


   
Der Goldpreis ist in der vergangenen Nacht gestiegen. Auch der Preis für Öl der Sorte Light Crude (leichtes US-Öl ), für Heating Oil und für die führende Nordseesorte Brent Crude zog an.
Hintergrund für Ölpreisanstieg ist ein unerwarteter Abbau der Vorräte in den USA. Ein Ende der Preisrallye ist nicht in Sicht.

Die Ölvorratslage der USA ist weiterhin nicht überragend. Erst wenn die Preise sinken, werden die Lager wieder aufgefüllt. Nun dienten aber die niedrigen Lagerbestände in der Vergangenheit als Begründung für hohe Preise, weil die Bestände als Indikator für die Versorgungslage galten.

Auch die sensiblen US-Raffinerien machen immer wieder auf sich aufmerksam und halten durch ihren geringen Auslastungsgrad die Preise hoch. Der Stillstand der vielen Raffinerien ist aber nur teilweise auf Ausfälle zurückzuführen. Viele Raffinerien werden jetzt auf das Sommergeschäft mit Benzin umgestellt. In diesen Fällen handelt es sich um saisonal bedingte Abschaltungen. Sie sollten keinen Anlass für steigende Preise geben.

Das ohnehin unspektakuläre Wetter verliert zunehmend an Einfluss. Den Winter scheinen die Marktteilnehmer gedanklich bereits abgehakt zu haben. So rücken die US-Heizölvorräte in den Hintergrund und die Aufmerksamkeit richtet sich die geringen Benzin- und Rohölvorräte. Dies geschieht üblicherweise erst zum Ende eines Winters. In diesem Jahr kommt der Wechsel auf Grund der milden Temperaturen recht früh. Somit ist das Aufwärtspotential für den Brennstoff begrenzt.

Benzin sorgt für einen Preisauftrieb. Sorge um die Versorgung nach dem Winter treiben die Kraftstoffpreise in die Höhe. Der Schwefelgehalt im Benzin muss nach den neuen US-Umweltschutzvorschriften niedriger sein als früher. Viele Raffinerien in den USA und in Venezuela können diese Normen nicht erfüllen, somit fallen Produktionskapazitäten aus.

Dagegen teilte das OPEC-Mitglied Nigeria mit, dass man sich erst an einer Ausstoßkürzung beteiligen werde, wenn die Preise deutlich gefallen seien. Die Vermutung liegt nahe, dass auch andere OPEC-Staaten so denken. Analysten sind der Meinung, dass das Kartell nicht in der Lage sein wird, seine Mitglieder an einer Überproduktion zu hindern. Daraus resultiert die Annahme, dass die Preise mittelfristig fallen werden.

Dass die Preise dennoch nicht sinken, geht auf das Konto der Fonds. Diese haben erstaunliche Massen von Long-Kontrakten angesammelt. Die Stimmung ist bullisch wie selten zuvor.

Längerfristig besteht jedoch die Möglichkeit steigender Preise, da der Ölbedarf in den kommenden Jahren rasant wachsen wird. Insbesondere China benötigt für sein beeindruckendes Wirtschaftswachstum viel Öl.

Inzwischen steht der Rohölpreis über 50 Tag ununterbrochen über dem Zielpreisband von 22 bis 28 Dollar pro Barrel, aber die OPEC handelt nicht, obwohl ihr Preisbandmechanismus eine Erhöhung der Fördermenge vorsieht. Preistreibend wirkt sich hier die aktuelle Dollarschwäche aus. Die in Dollar bezahlten Förderländer wollen keinen Kaufkraftverlust ihrer Einnahmen hinnehmen und streben deshalb ein hohes Preisniveau an. Die OPEC führt die hohen Preise allein auf Spekulationen zurück und ist daher nicht bereit, durch eine Mengensteigerung für Entspannung zu sorgen.

Beim ihrem Treffen am 10. Februar in Agier beschlossen die Ölminister der elf OPEC-Staaten überraschend eine Drosselung der Fördermenge, da sie im Frühjahr einen saisonbedingten Preisverfall befürchten. Infolge der hohen Ölpreise ging man allgemein davon aus, dass die Quoten nicht verändert werden, sondern dass lediglich auf Einhaltung der bestehenden offiziellen Quoten gedrängt wird. Das hieße immerhin eine reale Reduktion der Ölströme um 1,5 bis 1,8 Mio. Barrel pro Tag. Doch die Tagenden gingen weiter. Auf Drängen Saudi Arabiens wurde eine Quotensenkung von 1 Mio. Barrel pro Tag ab dem 01. April beschlossen.

Jedoch sind die Kartellmitglieder mit Blick auf die eigenen Kassen erfahrungsgemäß träge beim Drosseln der Ölhähne. Ob sich die beschlossene Reduktion von insgesamt 2,5 Mio. Barrel durchsetzen lässt, wird von einigen Analysten bereits angezweifelt. Die OPEC behält sich vor, ihre Entscheidung auf einem weiteren Meeting Ende März gegebenenfalls zu korrigieren.

Die irakische Ölinfrastruktur ist weiter gefährdet. So erfolgen die Überseeausfuhren nur über den Golf-Hafen von Basra. Die Pipeline zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan wurde immer wieder Ziel von Sabotageakten und ist seit Monaten unbenutzbar, weil dieser Transportweg nicht gegen Terror und Sabotage zu schützen ist.

Preisentlastend wirkte bisher, dass die wichtigsten Nicht-OPEC-Länder Russland, Norwegen und Mexiko eine Reduzierung ihrer Liefermengen ablehnen. Zusammen mit den zunehmenden irakischen Exporten könnte die Kürzung der OPEC kompensiert werden. Kürzt das Kartell die Fördermengen um die Preise stabil zu halten, droht ein Verlust von Marktanteilen an Nicht-OPEC- Mitglieder.

Analysten konzentrieren sich jedoch wieder verstärkt auf die Fundamentaldaten. Die Konjunkturdaten der vergangenen Monate zeigten mehrheitlich ein positives Bild, zudem wollen Analysten nun nach vorne schauen und hoffen auf eine wirtschaftliche Wende. Grund zum Optimismus sehen sie in den Steuersenkungen und im niedrigen Zinsniveau.

Der Kurs des Euro fiel von 1,2492 Dollar am letzten Handelstag auf nun 1,2467 Dollar und liegt damit weiter auf hohem Niveau. Am 06. Januar stieg der Euro erstmals über die Marke von 1,28 Dollar und liegt nun deutlich über seinem Kurs bei der Einführung der Gemeinschaftswährung am 04. Januar 1999 von 1,1886 Dollar. Ein schwächerer Dollar macht das in US-Dollar angeschriebene Gold und Öl für Anleger aus anderen Währungsräumen billiger und damit attraktiver. Allerdings führt er auch dazu, dass die OPEC nichts gegen die hohen Preise unternimmt, da die Einnahmen des Kartells an Wert verlieren.

Feinunze Gold: 396,80 Dollar (+1,30 Dolllar)

Feinunze Silber: 6,715 Dollar (-0,0150 Dollar)

Light Crude: 36,16 Dollar (+0,65 Dollar)

Brent Crude: 32,42 Dollar (+0,19 Dollar)

Heating Oil: 0,9419 Dollar (+0,0188 Dollar)

Die unterschiedlichen Preise werden durch die Qualität des Öls gerechtfertigt. Je höherwertig das Öl ist, um so kostengünstiger ist seine Weiterverarbeitung.
 
-tz- / -red-
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--