über das "Compassionate Use program" an den 53 Patienten findet man das sehr lesenswerte Paper (mit deutlich mehr Details als die Presseberichte) hier :
www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2007016
Man muß dazu anmerken, das 18 von den 53 Patienten die behandelt wurden , über 70 Jahre waren und das es bei einigen Patienten auch die bekannten zusätzlichen Erkrankungen wie Diabetis oder Asthma gab , die die Behandlung erschweren.
Man hat also auch einige "schwierige" Patienten in der Gruppe gehabt und nicht nur junge und sonst außer Covid19 gesunde "Vorzeigepatienten" die ohnehin irgendwann gesund geworden wären.
Erschwerend kam hinzu, das die Patienten schon im Median 12 Tage Symptome hatten, bevor die Behandlung mit Remdesivir einsetzte (bei Antiviralen ist es ja meist so das später Einsatz die Heilung auch nicht grad einfacher macht).
Inbesondere sollte man sich die Untergruppe der 34 "Invasiven" (ECMO oder intubiert) ansehen , weil um diese geht es besonders und das sind die schweren Fälle.
Von diesen 34 sind am Ende der Betrachtung 8 "raus"/entlassen , 8 weitere atmen wieder "ambient air" (Umgebungsluft) ohne Beatmung - also 16 "gute" Fälle. 6 der 34 sind tot . 56 % Prozent haben sich verbessert. Also ich muß sagen ich finde diese Daten sehr gut, besser als erwartet.
Hoffen wir das es sich in den Studien mit mehr Teilnehmern und richtigem Studien-setup so bestätigt.
Von den gesamten 53 Patienten sind 7 (13%) verstorben ; zum Vergleich gibt man eine aktuelle Studie
mit Lopinavir/Ritonavir Behandlung an, bei der die Sterblichkeit (auch nach 28 Tagen gemessen) 22% war.
Also alles in allem - ein weiterer guter Schritt, aber auch noch Raum für Verbesserung (wenn man früher Remdesivir gibt, am Dosing arbeitet oder auch mit anderen Medikamenten kombiniert, sollte noch mehr gehen ) !