Wie das Fachmagazin Winfuture aus Unternehmenskreisen erfahren haben will, wird das Smartphone-Geschäft von Gigaset schon im August eingestellt. Weitere Details hier.
Gerücht Gigaset Smartphones vor dem Aus
Handy-Sparte des deutschen Unternehmens ab August Geschichte
vom 25.05.2016, 14:35
Das Smartphone-Experiment von Gigaset könnte schneller enden als man es hätte vermuten können. Wie das Online-Magazin Winfuture unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet, wird es wohl keine weiteren Handys aus dem Hause Gigaset mehr geben. Das Ende hatte sich in den vergangenen Monaten bereits abgezeichnet.
Schon der Rauswurf der beiden Konzernchefs Charles Fränkl und Kai Dorn im Dezember vergangenen Jahres ließ aufhorchen: Hatte es hinter den Türen des deutschen Traditionsunternehmen gekracht? Schon damals hatte es nach außen nur einen oberflächlichen Dank an die Manager gegeben, die durch Klaus Weßing und Hans-Henning Doerr ersetzt wurden. Im November hatte Gigaset zudem den Abbau fast jeder zweiten Stelle verkündet.
Nun, kein halbes Jahr später droht für Gigaset offenbar das Aus am Mobilfunk-Markt. Ein Aus, das auf der einen Seite Überraschend kommt, auf der anderen Seite fast schon eine logische Konsequenz ist, nachdem Gigaset in den zurückliegenden Pressemitteilungen und Blog-Posts kaum noch ein Wort zu seinen Handys verlor. Selbst im jüngsten Quartalsbericht war von einer Aufbruchstimmung nichts mehr zu spüren.
Winfuture berichtet nun, dass es bereits in der Vergangenheit Differenzen mit dem chinesischen Investor Pan Sutong gegeben habe, der das Unternehmen einst noch aus der Insolvenz geholt hatte. Als problematisch habe sich unter anderem erwiesen, dass sich die Gigaset-Smartphones trotz einer millionenschweren, eigentlich auf drei Jahre ausgelegten Marketing-Kooperation mit dem FC Bayern München nur äußerst schlecht verkauften.
Chinesischer Investor zieht die Reißleine
Sutong soll nun den Geldfluss für neue Mobilfunk-Geschäfte gestoppt haben, berichtet das Magazin weiter. Bereits im August soll das Smartphone-Geschäft von Gigaset komplett eingestellt werden. Bereits produzierte Geräte sollen noch abverkauft werden - möglicherweise zu deutlich reduzierten Preisen. Offenbar sah Gigaset keine Möglichkeit, mit den eigenen Mitteln gegen die starke Smartphone-Konkurrenz zu bestehen. Und um Verlusten aus dem Weg zu gehen, könnte nun die Reißleine gezogen werden.
Gigaset selbst wollte sich auf telefonische Anfrage von inside-handy.de bisher nicht zu den Gerüchten äußern. Ein Ansprechpartner sei erst am kommenden Montag wieder erreichbar, hieß es am Mittwoch. Auf eine schriftliche Anfrage erhielt die Redaktion bisher keine Antwort.