GfK: Konsumklima in Deutschland stabilisiert sich


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GfK: Konsumklima in Deutschland stabilisiert sich

 
30.05.03 08:53
Dennoch Rezessionsangst

Das Konsumklima in Deutschland hat sich einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge auf niedrigem Niveau weiter stabilisiert. Der GfK-Konsumklima-Indikator für Juni sei auf 3,8 von revidiert 3,6 Punkten für Mai gestiegen, erklärte die GfK am Freitag exklusiv über Reuters.


Reuters BERLIN. Dabei beurteilten die Verbraucher allerdings die weitere Wirtschaftsentwicklung in der Mai-Umfrage erneut pessimistischer. „Aus Sicht der Verbraucher sind mögliche Rezessionsgefahren noch nicht gebannt“, erklärte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Die sinkende Inflation und die Erholung an den Börsen stärkten jedoch die Kaufkraft, weshalb die Haushalte ihre zukünftige finanzielle Lage etwas positiver einschätzten. Die Reform-Debatte und die hohe Arbeitslosigkeit verunsicherten aber die Menschen und hielten sie von größeren Anschaffungen ab.

Die GfK berechnet aus einer monatlichen Umfrage jeweils das Konsumklima für den Folgemonat. Positive Werte deuten auf einen Anstieg des realen privaten Verbrauchs zum Vorjahr hin, negative auf einen Rückgang.

Der Indikator für die Konjunkturerwartung fiel im Mai auf minus 28,2 von minus 21,9 Zählern im April. Nach dem Ende des Irak-Krieges konzentrierten sich die Sorgen der Verbraucher Bürkl zufolge erneut auf die Innenpolitik. Neben der Reformdiskussion und der steigenden Arbeitslosigkeit verstärkten auch die niedrigen Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft den Konjunkturpessimismus der Verbraucher.

Im Gegensatz zu den Deutschen blicken die US-Amerikaner wieder zuversichtlicher nach vorne. Das Vertrauen der US-Verbraucher war nach Angaben des Forschungsinstituts Conference Board im Mai gerade deshalb gestiegen, weil die Amerikaner die Aussichten für die US-Wirtschaft positiv beurteilten - Volkswirte führten dies unter anderem auf die beschlossenen Steuersenkungen zurück.

Eine leichte Verbesserung registrierte die GfK bei den Einkommenserwartungen der rund 2000 im Auftrag der EU-Kommission befragten Verbraucher. Der entsprechende Index stieg auf minus 12,6 von minus 15,5 Zählern. Die sinkende Inflation und die Erholung an den Börsen haben nach Bürkls Worten die Kaufkraft der Haushalte gestärkt. Allerdings sei für übermäßigen Optimismus wenig Raum. „Die Mehrheit der Konsumenten dürfte davon ausgehen, dass notwendige Reformen auch ihre Budgets beeinträchtigen und entsprechend die Einkommensaussichten dämpfen werden“, sagte Bürkl.

Trotz der verbesserten Einkommensstimmung sahen die Menschen die Zeit für größere Anschaffungen noch nicht gekommen - der entsprechende Index gab weiter nach auf minus 39,9 von zuletzt minus 32,3 Zählern. „Somit kann für die Konsumneigung leider noch keine Entwarnung gegeben werden“, folgerte Bürkl. Auf den privaten Konsum entfallen in Deutschland rund 60 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im ersten Quartal war der private Verbrauch überraschend robust gewesen und um 0,6 % zum Vorquartal gestiegen.
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