GESCHENKE AN DER BÖRSE?!!!!


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GESCHENKE AN DER BÖRSE?!!!!

 
16.10.02 11:35
Sehr geehrter Börsianer und Interessent ,

bestimmt können Sie sich vorstellen, dass in der derzeitigen Katastrophenbörse alle Leitungen in unserer Redaktion glühen.  

Ein Anrufer kritisierte ganz aufgeregt meine Aussage "Jeder weitere Rückschlag ist ein Geschenk". Wie ich soetwas schreiben könnte, der wahre Hohn...

Natürlich ist diese Behauptung von mir kein Trost für denjenigen, der bereits investiert ist. Aber immerhin für viele Börsianer eine gewisse Beruhigung, dass die Kurse nicht mehr arg weiter fallen können.

Wenn an der Börse Gier angebracht ist, dann in diesen Zeiten. Aktien bekommt man derzeit nun mal "geschenkt". Eine Philip Morris bei 35 Dollar macht 5 Dollar Gewinn pro Jahr, nahezu 7 % Rendite alleine durch die Dividende.

Es ist ja nicht nur so, dass nur Verkaufspanik herrscht. Jeden Tag werden ja genausoviele Aktien die zu Aussverkaufspreisen verkauft werden auch von irgend einem anderen Marktteilnehmer gekauft. Was sind den das für Leute, die in den letzten Monaten z.B. Telekom für 15 oder 10 oder jetzt 8 Euro gekauft haben? Bestimmt sind diejenigen viel ruhiger und gelassener als diejenigen, die bei 60 Euro eingestiegen sind. Mit jedem weiteren schwachen Börsentag gelangen immer mehr Aktien in "ruhige Hände". Auch das ist für mich ein eindeutiger Beweis dafür, warum Aktien nicht arg viel weiter fallen werden. Im Gegenteil. Gibt es keine Verkäufer mehr und nur noch Börsianer die Aktien zu preiswerten Kursen besitzen, geben diese keine mehr aus der Hand. Zumindest nicht zu diesen Preisen. Wenige Käufer reichen dann aus um eine Kurs-Rally auszulösen.

Das rechtfertigt natürlich alles nicht die großen Kursverluste, die wir alle derzeit zwangsläufig in unseren Depots haben.

"Warum haben Sie nicht davor gewarnt, Hr B.?" werde ich immer wieder in diesen Zeiten gefragt. Und weiter: "Sie behaupten doch immer jeder Tag ist Kauftag.."

Lieber Börsianer - glauben Sie ehrlich wenn ich es gewusst hätte dass die Weltbörsen sich vom Höchstkurs aus mehr als halbieren - ich hätte dies nicht vor 2 Jahren allen unseren Lesern geschrieben? Ich habe es nicht gewußt. Nie hätte ich geglaubt das eine Korrektur so lange und in einem solchen Ausmaß stattfinden wird. Da wäre ich aber auch der falsche Berater - ich kann doch nicht in die Zukunft sehen. Wenn und hätte gilt an der Börse nicht. Jetzt ist das Kind im Brunnen und es stellt sich die Frage für die Zukunft: Wie geht es weiter mit den Aktien? Hat die Aktie als Anlage noch eine Chance?

Und da meine ich ganz klar ja. So schlecht wie derzeit alles gemacht wird ist es nun auch nicht. In einer Börsenphase in der sich ganze Weltbörsen halbieren, wie soll man da mit Wachstumswerten besser abschneiden. Im Moment schaut doch keiner auf den Unterschied ob es sich um Wachstumsaktien oder Zockeraktien handelt. Jeder wirft seine Aktien auf den Markt. Selbst eine Bombardier liegt bei unter 3 Euro. Eine unvorstellbare Abneigung für Aktien herrscht vor.

Und da gilt es wieder einmal, die größten Fehler zu vermeiden. Wenn man schon das Pech hatte zu Höchstkursen eingestiegen zu sein, dann sollte man jetzt nicht das Handtuch werfen. Ein verhängnissvoller Fehler. Die herben Buchverluste wären dann reale Verluste. Das Gegenteil ist der Fall: Wer zu Höchstkursen kauft, sollte auch zu tiefen Kursen kaufen, aber auch zu "normalen Kursen" - eigentlich zu jeder Zeit immer wieder Aktien kaufen. Jeder Tag ist Kauftag. Weil man eben nicht weiss, wie hoch ist hoch, wie tief ist tief. Dies funktioniert auch in diesen Zeiten nur mit Qualitätswerten, auch wenn es von den Kursen her manchmal nicht so scheint.

Der Neue Markt wird - wie Sie bestimmt wissen - bald aufgelöst. Wir haben - auch in Zeiten überschäumender Euphorie - lautstark davor gewarnt.

Dann sollte man nicht den Fehler machen, seine Minuse immer nur vom absoluten Höchstkurs zu rechnen. Wer etwas länger zurückschaut und z.B. seit 1997 engagiert ist, hat durch den katastrophalen Rückschlag an den Börsen nicht etwa verloren, sondern liegt bei seinem Einstiegskurs. Also 5-6 Jahre nichts verdient. So schlecht ist dies auch nicht, wenn man bedenkt was mit den Aktienmärkten derzeit los ist. Immerhin befinden wir uns in einem noch nie dagewesenen Börsen-Ausnahmezustand.

Ich bin nicht übertrieben optimistisch, wie viele mir manchmal vorwerfen, derzeit bin ich wirklich euphorisch!!!

Jetzt muss man reagieren. Es muss doch möglich sein, die eine oder andere Aktienposition jetzt nochmal aufzustocken. Warum tun dies die Anleger immer nur dann, wenn Höchstkurse herrschen, nicht jetzt? So habe ich vor 2 Jahren genauso unseren Depoteinlegern das Aufstocken geraten, wie in diesen Tagen. Eigentlich immer. Zu jeder Zeit. Vor 2 Jahren kamen jedoch Millionenbeträge, heute wird man dafür eher ausgelacht oder erntet gar Spott.

Lieber Börsianer, ich weiss wie sehr einem die Kurs(buch)verluste schmerzen, ich habe selber ein Aktiendepot. Aber wir müssen da durch. Kostolany sagte einmal: Zur erfolgreichen Aktienanlage gehören 3 G´s: Geld,Geduld und auch Glück.

Wenn Sie weitere Fragen haben, schreiben Sie mir persönlich
 

Herzliche Grüße aus Stuttgart

Ihr Joachim Brandmaier

 
 

P.S.: Für Sie gelesen...

DWS-Fondsmanager Kaldemorgen: "Tiefpunkt an den Börsen liegt hinter uns"

Die Börsen in Europa und den USA haben nach Ansicht von DWS-Fondsmanager Klaus Kaldemorgen das Schlimmste hinter sich. "Ich denke, dass der Tiefpunkt hinter uns liegt. Die Bewertungen, gerade in Europa, sind mittlerweile so günstig, dass nicht mehr viel Platz nach unten ist", sagte Kaldemorgen in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung"

Eine weitere Schwächephase in der US-Konjuktur sei in den aktuellen Kursen bereits genauso eingepreist wie ein möglicher Krieg mit dem Irak. Sollte tatsächlich ein Militärschlag erfolgen, sollten die Aktienmärkte nur kurzfristig unter Druck geraten, sagte der Experte. Die Ölwerte könnten von einer Auseinandersetzung mit dem Irak sogar profitieren.

Auch die Pharmabranche bezeichnete der Fondsmanager als "im Augenblick besonders interessant". Der Sektor habe in der Vergangenheit darunter gelitten, dass der Patentschutz vieler Produkte ausgelaufen ist. Nach den starken Kursverlusten sei die Branche nun unterbewertet. Wenig Kurspotenzial sieht Kaldemorgen dagegen bei Telekom- und Bankenwerten. Auch die Bewertung der Technologieaktien sei noch sehr anspruchsvoll. "Wir investieren hier nur selektiv"
 

Gottfried Heller: "Noch in diesem Jahr wird die Baisse von einer Hausse abgelöst"

Vor einem Jahr, nur wenige Tage nach den Terroranschlägen, schrieb ich an dieser Stelle, diese Attacke werde die Börse nicht aus den Angeln heben. Ich war überzeugt, dass US-Regierung und Notenbank mit Sofortprogrammen und weiteren Zinssenkungen dagegenhalten würden und als Folge die Wirtschaft stärker wachsen dürfte.

So kam es zunächst auch: Die Konjunktur zog an, und der Dow Jones hatte bereits einen Monat später den Rückschlag wieder wettgemacht. Doch seit März haben die Börsen wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Im August unterschritten Dax und Dow sogar das Septembertief vom letzten Jahr.

Keine Frage, die Terroranschläge haben das öffentliche Leben in den westlichen Gesellschaften verändert, am meisten in den USA. Doch diese teils atmosphärisch, teils materiell belastenden Momente können nicht die einzige Ursache dafür sein, dass die Weltkonjunktur lahmt und die Börsenbaisse seit zweieinhalb Jahren andauert. Wir haben noch immer unter den Nachwehen einer maßlosen Übertreibung zu leiden. Die Dimension dieser Fehlspekulation übersteigt jedes Vorstellungsvermögen: Seit dem Höhepunkt im März 2000 bis heute ist allein an den US-Börsen ein Verlust von acht Billionen Dollar entstanden. Das ist etwa das doppelte des gesamten, über mehr als 50 Jahre angesparten Geldvermögens in Deutschland.

Im Gefolge der wilden Börsenorgie kamen auch noch die Betrügereien der Topmanager ans Tageslicht, die sich schamlos bereichert haben. Einige Konzerne wie Enron und Worldcom haben Bilanzen gefälscht und sind Bankrott gegangen.

Solche Auswüchse hat es in der Börsengeschichte aber immer gegeben. Außergewöhnlich war diesmal nur das Ausmaß, in dem die Bilanzmanipulationen betrieben wurden. Aktionäre fragten sich, welcher Bilanz sie überhaupt noch trauen konnten, und im Zweifelsfall verkauften sie. Doch kaum war wieder Gras über die Sache gewachsen, wurde die Anlegergemeinde von einem neuen Gespenst verschreckt: einem Krieg gegen den Irak. US-Präsident Bush hat in zunehmender Schärfe die Kriegsrhetorik geschürt. Prompt stieg der Ölpreis. Nun leidet die Börse unter Konjunktursorgen und unter der Furcht vor weiterem Terror und einem drohenden Irak-Krieg.

Warum, so fragt man sich, ist gerade jetzt der Irak zu einem so drängenden Problem geworden, das man schnellstmöglich aus der Welt schaffen muss, notfalls auch mit einem Krieg? Nach meiner Einschätzung liegt der wahre Grund für das kriegerische Gehabe von Bush darin, dass am 5. November wichtige Zwischenwahlen stattfinden, bei denen die Republikaner die Mehrheit im Kongress verlieren könnten.

Viele Amerikaner, deren Altersvorsorge zu einem guten Teil auf Aktien aufgebaut ist, könnten wegen der herben Kursverluste ihrem Ärger an der Wahlurne Luft verschaffen. Dann müsste Bush in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit gegen eine demokratische Mehrheit regieren. Daher wird er schon in Kürze versuchen, mit einigen Steuermaßnahmen diesen Ärger zu dämpfen. In der Zwischenzeit entfacht er mit der äußeren Bedrohung und dem Feindbild Saddam Hussein einen Hurra-Patriotismus und lenkt damit von den inneren Problemen ab. Nach der Wahl wird das Militärische wieder dem Kommerz den Vortritt geben. Denn noch gilt, wie eh und je, was US-Präsident Calvin Coolidge so ausgedrückt hat: "Die Geschäfte Amerikas sind die Geschäfte."

Vorerst werden die Börsen noch zwischen Furcht und Hoffnung schwanken. Aber noch in diesem Jahr wird die längste Baisse der Nachkriegszeit von einer Hausse abgelöst werden. Sie könnte binnen Jahresfrist Kursgewinne von 30 Prozent bringen, und auch 50 Prozent wären für mich keine Überraschung.
 
 

mfg
ath
Antworten
Mützenmacher:

Oje, wenn die schon wieder so optimistsch schreibe

 
16.10.02 11:41
n, dann gute Nacht.
Antworten
hude:

Wichtige Frage an ALLE!

 
16.10.02 12:00
Wie lautet die Mehrzahl von Minus?
Minuse?
Minusse?
Minüsse?
Minususse?

Ach ja und der Brandmaier Joachim ist eine lustige Type weil er behauptet jeder Tag ist Kauftag. Na denn mal los. Kauft euch tot.

Schöne Grüße von hude aus Buxtehude
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Mützenmacher:

Mz.=Miese o.T.

 
16.10.02 12:02
Antworten
brainsly:

jaja der Brandmaier

 
16.10.02 12:13
"Wie geht es weiter mit den Aktien? Hat die Aktie als Anlage noch eine Chance?
Und da meine ich ganz klar ja. So schlecht wie derzeit alles gemacht wird ist es nun auch nicht."

das muss er dann wohl so schreiben, sonst laufen ihm noch die ganzen kunden wech, jener der sich mit 20 von seinem ersten Börsengewinn ein tolles Auto gekauft hat :-)

was machen eigentlich all diejenigen welche in so einem Fond investiert sind mit der Spek-steuer. Sie werden alles auflösen, dem Finanzamt mitteilen sie hätten die Kohle verjubelt um diese dann zu Hause zu horten. Also Diebe aufgepasst, es gibt 'ne Menge zu holen :-)  
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Mützenmacher:

Naja, meine Verlust sind ja bei ca. 70%, bis ich

 
16.10.02 12:17
da wieder in der Gewinnzone bin, dauert das sicher noch eine Zeitlang, und in 1-2 Jahren bin ich sowieso im Ausland. Also die kriegen keinen Pfennig von mir diese miesen Krattler.  
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