Geldanlage: Profitieren von der Erholung


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Geldanlage: Profitieren von der Erholung

 
29.03.02 08:26
Aussichten auf ein Anziehen der Wirtschaft in Euroland und eine Aufwertung des Euro sorgen für Kurspotenzial im Euro Stoxx 50. Dies gilt freilich nicht für alle Index-Titel. Vielmehr sollte sich der Blick auf die Zykliker konzentrieren.

Nach dem auch für die Aktien des Euro-Stoxx-50-Index ziemlich miserabel verlaufenen Börsenjahr 2001 zeichnete sich Anfang Januar dieses Jahres ein Hoffnungsschimmer ab. Die Einführung des Euro als Zahlungsmittel, verbunden mit dessen steigender Akzeptanz in der Bevölkerung, erste Anzeichen eines Konjunkturaufschwungs in Europa und natürlich auch ein gewisser Aufholbedarf nach den zum Teil herben Kursverlusten der Vergangenheit waren gute Gründe, auf bessere Zeiten zu hoffen.

Der Kursanstieg an den ersten Handelstagen im Januar erwies sich jedoch als nicht tragfähig. Nicht zuletzt schlechte Unternehmensnachrichten von Indexschwergewichten wie DaimlerChrysler, Deutsche Telekom oder Alcatel, aber auch ein Mangel an positiven Impulsen jenseits des Atlantiks von der Wall Street sorgten schnell wieder für lange Gesichter bei den Börsianern.

Vorzeigetitel mit Problemen

Seit Mitte Februar hat sich die Lage zwar zusehends stabilisiert, man darf jedoch nicht übersehen, dass es unter den 50 Vorzeigetiteln aus dem Euro-Raum eine ganze Reihe gibt, die mit gravierenden Problemen zu kämpfen haben. So leiden die fünf spanischen Indextitel stark unter der Argentinienkrise, die fünf Telekom-Titel unter ihren in den vergangenen Jahren angehäuften Schuldenbergen und Technologieaktien wie Philips , Alcatel oder Nokia unter der mehr als flauen Branchenkonjunktur.

Die Indexentwicklung der kommenden Monate dürfte wohl von zwei Faktoren abhängen: Werden die einzelnen Unternehmen ihre teils hausgemachten Probleme in den Griff bekommen? Und wird die Wirtschaft in den Ländern des Euro-Raums tatsächlich das Wachstum erreichen, das sich in den zuletzt veröffentlichten Konjunkturprognosen abzeichnet?

Der zuletzt genannte Punkt ist nicht nur für die ausgesprochenen Zykliker von Bedeutung, sondern auch für die Finanzbranche, die im Euro Stoxx 50 weit stärker repräsentiert ist als zum Beispiel im Dow Jones: Nicht weniger als 16 der 50 Indextitel kommen aus dem Bank- und Versicherungsbereich.

Ein wesentlicher Punkt für Privatanleger ist natürlich auch die Frage der Wechselkursentwicklung: In den vergangenen Jahren war es meist lohnender, in amerikanische als in europäische Standardwerte zu investieren. Zum einen erwiesen sich die Kurse als stabiler, zum anderen gab es für Investoren aus dem Euro-Raum auch erhebliche Währungsgewinne.

Vorteil für den Euro

Dieser Aspekt scheint auf dem aktuellen Euro-Dollar-Wechselkursniveau allerdings ausgereizt; auf längere Sicht dürfte der Euro gegenüber dem US-Dollar wohl eher zulegen als verlieren. "Der US-Dollar ist so stark wie seit Mitte 1986 nicht mehr und im Vergleich zum Yen um acht Prozent zu teuer und im Vergleich zum Euro um 30 Prozent", ist Neil Williams, Leiter der globalen Strategie bei Goldman Sachs überzeugt. Williams rechnet mit einem Rückgang des handelsgewichteten Dollar - also im Vergleich zu den Währungen der wichtigsten Handelspartner der USA - um zehn Prozent bis Anfang 2003. Und mit dieser Meinung steht Williams alles andere als allein.

Unter diesen Umständen dürfte es viel interessanter sein, sich verstärkt europäischen Standardwerten zu widmen und sich stattdessen von der Fixierung auf amerikanische Titel zu lösen. Das ist freilich leicht gesagt, doch die konkrete Umsetzung - soll heißen die Auswahl ganz bestimmter Aktien - ist unter diesen Bedingungen ebenso schwierig wie in jeder anderen Börsensituation auch.

Die allerwichtigste Frage in diesem Zusammenhang ist: Wird es im Euro-Raum den erhofften wirtschaftlichen Aufschwung geben? Dafür spricht, dass die jüngsten Konjunkturdaten nicht nur jenseits, sondern auch diesseits des Atlantiks überraschend positiv ausgefallen sind - wenn auch nicht in allen ihren Aspekten -, sodass man einigermaßen optimistisch sein darf.

Wohin gehen Autoaktien ?

Zu den am wenigsten geliebten Aktien unter den europäischen Blue Chips gehörten noch bis vor kurzem die Autohersteller. Doch zählen die Aktien der Autobauer zu den zyklischen Werten, deren Kurse sich parallel zu den Konjunkturzyklen bewegen. Geht es der Wirtschaft gut oder steht - so wie es sich aktuell abzeichnet - ein Aufschwung bevor, steigen deren Kurse; in Zeiten einer Rezession fallen sie erfahrungsgemäß.

So wurde der Kurs der DaimlerChrysler -Aktie zu Jahresanfang durch Probleme im eigen Haus (aber auch bei Mitsubishi und Freightliner) sowie eine empfindliche Dividendenkürzung belastet. Fazit: Eigentlich kann es nur noch besser werden, und erste Anzeichen einer Besserung wurden von der Börse bereits honoriert.

Und siehe da: So etwa ab Mitte Februar war bei den Autoaktien eine spürbare Erholungsphase zu verzeichnen, ohne dass sich zur gleichen Zeit die Nachrichtenlage wesentlich geändert hätte. Wie so oft, scheint die Börse auch dieses mal die Entwicklung der Branchenkonjunktur vorweggenommen zu haben beziehungsweise vorwegnehmen zu wollen.

In den vergangenen Tagen wurden einige recht viel versprechende Daten veröffentlicht. So scheint BMW das Rover-Desaster überwunden zu haben, Peugeot legte gute Zahlen vor, und bei DaimlerChrysler gibt es berechtigte Hoffnungen auf einen Turnaround der Lkw-Sparte und des Nordamerika-Geschäfts. Obwohl die Aktien der großen europäischen Automobilhersteller - zu denen neben den soeben genannten auch Volkswagen und Renault zählen - in den vergangenen Wochen zum Teil beachtliche Gewinne verbuchen konnten, sind die Titel nach wie vor recht preiswert.

Teure Energieversorger

Es dürfte sich daher immer noch lohnen, bei den Aktien der Autohersteller Positionen aufzubauen. Und zwar in erster Linie auf Kosten der so genannten defensiven, wenig konjunktursensitiven Branchen wie Energieversorger, Pharmazie oder Lebensmittelproduzenten. Aktien aus diesen Wirtschaftszweigen sind nämlich im Vergleich zu den typischen Zyklikern im historischen Vergleich unverhältnismäßig teuer. Und solche Ungleichgewichte sind, das zeigen die Erfahrungen, nicht von langer Dauer.

Wer auf einen Konjunkturaufschwung im Euro-Raum setzt, kommt natürlich auch an einigen anderen Branchen kaum vorbei. Vor allem an denjenigen, die in den vergangenen beiden Jahren enttäuscht haben und nun vor einem Aufschwung stehen könnten. Mit einer gewichtigen Ausnahme allerdings: Die ehemals staatlichen Telekommunikationsunternehmen Deutsche Telekom , France Telecom , Telecom Italia und Telefónica sind trotz der extrem enttäuschenden Performance der vergangenen Jahre noch immer zu teuer.

Sinnvoller scheint es da schon, sich auf Aktien aus den Branchen Chemie ( BASF , Air Liquide ), Medien ( Vivendi Universal ) und auch auf ausgewählte Titel aus der Finanzbranche (ING) zu konzentrieren. Der Chemieriese BASF etwa hat als typischer Zykliker gute Chancen, von einer anziehenden Konjunktur im Euro-Raum zu profitieren. Der Titel eignet sich vor allem für langfristig orientierte Anleger. Analysten rechnen für die kommenden Jahre mit deutlich ansteigenden Unternehmensgewinnen bei den Ludwigshafenern. Air Liquide, Weltmarktführer bei technischen und medizinischen Gasen mit Sitz in Paris, lag das Gesamtjahresergebnis über den Erwartungen der Analysten. Trotz des schwierigem Marktumfelds konnte das Management auf Grund von Kosteneinsparungen eine Gewinnsteigerung um 7,7 Prozent auf 701,9 Mio. Euro herausschlagen.

Vivendi preiswert zu haben

Bei dem französischen Medien- und Telekommunikationskonzern Vivendi Universal wiederum ist im vergangenen Jahr viel danebengegangen. Auch die Kommunikation zwischen Management und Anlegern verlief alles andere als optimal. Doch erwirtschaftete Vivendi Universal im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 8,8 Mrd. Euro. Dieses Jahr soll der EBITDA dann um 20 Prozent zulegen. Zudem ist der Titel zurzeit wirklich preiswert zu haben und vor allem für antizyklische Investoren ein interessantes Investment.

Der niederländische Allfinanzkonzern ING überzeugt durch niedrige Bewertung und eine Dividendenrendite von mehr als vier Prozent. Der in den vergangenen Wochen zu verzeichnende Kursaufschwung dürfte sich fortsetzen.

Technologietitel wie Alcatel oder Philips haben zwar nach dem Kursrutsch der vergangen zwei Jahre ebenfalls hohes Aufholpotenzial, eignen sich aber schon auf Grund ihrer hohen Volatilität nur für risikobewusste Anleger. Oder besser gesagt: für die relativ risikobereiten unter den konservativen Anlegern, denn natürlich gibt es an den internationalen Aktienmärkten - ebenso wie am Neuen Markt in Deutschland - Aktien mit wesentlich höheren Gewinnchancen und Verlustrisiken.

Angenehm für konservativ am Markt agierende Langfristinvestoren ist jedenfalls, dass man etliche europäische Blue Chips in jetzigen Börsenzeiten zu erstaunlich niedrigen Preisen erwerben kann. Man sollte dabei nicht so sehr auf das allseits bekannte Kurs-Gewinn-Verhältnis achten als vielmehr auf die Relation des aktuellen Aktienkurses zum Umsatz, zum Buchwert je Aktie und auch auf so banale Aspekte wie die Dividendenrendite.

Man kann im Euro-Stoxx-50-Index Titel von absoluter Weltgeltung finden, deren Dividendenrendite nicht nur die Rendite einer fünfjährigen Bundesanleihe erreicht - und das war schon immer ein wichtiges Vergleichskriterium -, sondern auf Basis des aktuellen Kursniveaus auf lange Sicht noch deutlich höher werden könnte. Kein schlechter Grund also, sich einige dieser Titel ins Depot zu legen.


Drei Aktien, die von einem Wirtschaftsaufschwung profitieren dürften

Geldanlage: Profitieren von der Erholung 623609

Probleme bei Chrysler, Mitsubishi und Freightliner sowie eine empfindliche Dividendenkürzung haben den Kurs am Jahresanfang belastet. Eigentlich kann es nur noch besser werden, und erste Anzeichen einer Besserung wurden von der Börse bereits honoriert.

Geldanlage: Profitieren von der Erholung 623609

Der niederländische Allfinanzkonzern überzeugt durch eine niedrige Bewertung und eine Dividendenrendite von mehr als vier Prozent. Der in den vergangenen Wochen zu verzeichnende Kursaufschwung dürfte sich auch in Zukunft fortsetzen.

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Der weltweit agierende Medien- und Telekommunikationskonzern erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 8,8 Mrd. Euro. 2002 soll der EBITDA um 20

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