Geldanlage mit dem Segen der Kirche


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Nassie:

Geldanlage mit dem Segen der Kirche

 
22.12.02 12:56
Geldanlage mit dem Segen der Kirche
Spendenfonds und kirchliche Fonds buhlen um die Gunst ethisch orientierter Anleger - nicht nur zur Weihnachtszeit
von Frank Stocker

Frankfurt -  Heiligabend. Die Weihnachtsgeschichte ist verlesen. Vielleicht die Zeit, um auch einmal in der Bibel einige Seiten zurückzublättern. Irgendwann stößt man auf das Gleichnis von den Talenten im Matthäus-Evangelium: „Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden."


Die Bibel fordert von den Christen, aus dem, was ihnen anvertraut wurde, mehr zu machen. Sie sollen damit wirtschaften und Gewinn erzielen. Gleichzeitig fordert sie aber auch die Sorge um den Nächsten. Ethisch orientiert zu investieren ist die Konsequenz daraus.


Diesen Markt haben auch die Kirchen entdeckt. Sie bieten Fonds an, die bei der Auswahl der Aktien und Renten christliche Wertmaßstäbe berücksichtigen. Passend zum Advent hat die Pax-Bank in Köln Ende November den Cattolico-Fonds aufgelegt. Bei der Auswahl der Aktien stützt er sich auf den Ethical Index Global Return von E. Capital Partners. Er enthält 300 Werte aus dem MSCI-World, die nach ethischen Aspekten in Zusammenarbeit mit der päpstlichen Lateran-Universität ausgewählt werden. „Dabei stehen christliche Werte, soziale Maßstäbe, nachhaltige Unternehmenspolitik und ökonomische Ziele im Vordergrund", erklärt Alfred Krott von der Pax-Bank. Zu den ausgesuchten Unternehmen gehören beispielsweise Microsoft, Royal Dutch, BP oder Nokia. „Der gesamte Auswahlprozess wird von den drei größten Orden, den Jesuiten, Kapuzinern und Salesianern, begleitet", so Krott.


Erhältlich sind die Fonds bei der Liga-Bank und der Pax-Bank, die sich beide auf die Klientel der katholischen Kirche spezialisiert haben. Katholiken und Protestanten gleichermaßen als Zielgruppe haben dagegen die KCD-Union-Fonds, einer für Aktien und einer für Rentenpapiere. Sie legen nur in Unternehmen an, die im Dow Jones Sustainability Group Index vertreten sind. Das sind rund 200 Firmen, die nach ökologischen und sozialen Kriterien als „nachhaltig wirtschaftend" eingestuft wurden. Zusätzlich sind jedoch auch Casino-Betreiber, Tabak- und Alkoholproduzenten von einer Aufnahme in den KCD-Aktienfonds ausgeschlossen.


Doch auch Christen sind sich nicht immer einig, welche Anlage nun als verantwortbar gilt und welche nicht. So weisen einige zu Recht darauf hin, dass die Klöster seit Jahrhunderten für das Bierbrauen bekannt sind. Warum also sollte man Alkoholaktien aus einem christlichen Aktienfonds ausschließen? Und auch das Rauchen ist in der Bibel nirgends verboten.


Gregg Watkins hat folglich auch nichts gegen diese Werte. Er ist Manager des Ave-Maria-Fonds, der zurzeit in den USA für Furore sorgt. Ins Leben gerufen wurde er von Thomas Monaghan, Gründer der Pizzeria-Kette Domino's. Das Ziel: strikte Einhaltung der katholischen Lehre. Auf der Roten Liste stehen daher Unternehmen, die „familienfeindlich" handeln. Dazu zählen nach der Definition des Ave-Maria-Fonds beispielsweise Johnson & Johnson, weil sie die Antibabypille produzieren, aber auch Unternehmen, die unverheirateten Partnern unter ihren Angestellten Vergünstigungen bieten.


Wer derartigen Definitionsfragen aus dem Weg gehen, aber dennoch seinen Gewinn einem guten Zweck zuführen will, kann auf Spendenfonds zurückgreifen. Die DWS bietet beispielsweise drei Fonds an, deren Erträge man ganz oder teilweise direkt gemeinnützigen Organisationen zukommen lassen kann. Das Prinzip lautet dabei: „Man kann spenden, aber man muss nicht", wie Carsten Böhme von der Fondstochter der Deutschen Bank erklärt.


Der größte Spendenfonds ist der „Gmeiner Kinderdorf Fonds" (GKD) mit einem Fondsvermögen von rund 200 Millionen Euro. Spenden gehen hier an die SOS-Kinderdörfer. Die DWS kümmert sich für die Anleger sogar um die Spendenquittung. Beim Panda-Renditefonds, einem Rentenfonds, müssen die Anleger diese Formalie selbst erledigen. Spenden kommen hier dem World Wildlife Fund (WWF) zugute. Der DWS Bildungsfonds fördert dagegen private Bildungseinrichtungen.


Das Ziel der Fonds ist - wie bei jedem anderen Fonds - eine möglichst hohe Rendite. Allerdings sind in den Anlageausschüssen die geförderten Institutionen vertreten. „Sie bringen bei den Anlageentscheidungen ihre individuellen Kriterien mit ein", so Böhme. Auf die Performance wirkt sich das übrigens nicht negativ aus. In den letzten zehn Jahren legte der GKD-Fonds durchschnittlich 11,3 Prozent pro Jahr zu.


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ruhrpottzocker:

Geld

 
22.12.02 13:00

dürfte wohl das einzige Geschäftsfeld sein, auf dem die Kirchen Kompetenz bewiesen haben. Die jahrhundertelange Scheffelei dieser angeblich religiösen Vereinigungen hat zu ihrem schier unermesslichen Reichtum geführt.

Geldanlage mit dem Segen der Kirche 890670
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Nassie:

Das stimmt nicht ganz

 
22.12.02 13:07
Nach meiner Kenntnis hat die Kirche auch große Kompetenz in Kriegstreiberei und
Kriegshetze.
Es hat in der Geschichte der Menschheit viele Kriege im Namen der Kirche gegeben.
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Nassie:

Eins habe ich noch vergessen

 
22.12.02 13:08
Die Kirche ist aus meiner Sicht der ungeschlagene Weltmeister in Sachen Heuchelei.
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ruhrpottzocker:

Der Grund, das Motiv, für all diese Taten ist aber

 
22.12.02 13:26

die Knete !

Geldanlage mit dem Segen der Kirche 890680
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