Geld 2003 gut anlegen / Unsichere Zeiten: Rappelt sich die Weltwirtschaft auf? Wie wirkt ein Krieg im Irak? / Vorsichtige Investoren kaufen Zinspapiere, vielleicht gute Fonds, und meiden Aktien / Von Thomas Schmitt
Immer nur Aktien? Immer nur das eine! Auf die Struktur des Vermögens, auf seine Aufteilung komme es doch an, sagen Vermögensstrategen. Kein Wunder: Nach drei schlimmen Börsenjahren ist mit Dividendenpapieren kein Anleger mehr zu verlocken. Appelle, bitte antizyklisch zu kaufen, verpuffen schnell. Anleger halten sich schlicht zurück. Warum sollten sie auch auf jene Ratgeber hören, die schon dreimal falsch lagen?
Neue Aktienkultur ade? Aus Schaden sind sie klug geworden - die Anleger, weil sie kaum noch Aktien kaufen; die Strategen, weil sie mehr über die Verringerung von Risiken nachdenken als über große Chancen. Geldanlage hat eben - mindestens - zwei Seiten. Renditeaussichten einerseits, das damit verbundene Risiko andererseits. Hinzu kommt die Frage: Wie liquide sind Vermögenswerte? Das heißt, wie schnell und mit welchen Kosten können sie ge- und verkauft werden? Die drei Aspekte ergeben das magische Dreieck der Geldanlage. Außen vor bleiben bei den hier vorgestellten Musterportfolios die meisten Formen der Immobilienanlage, also Wohnungen, Büros oder Läden, die entweder direkt oder über einen geschlossenen Fonds gekauft wurden. Denn diese Anlagen zählen nicht zum liquiden Vermögen, das für eine kontinuierliche und langfristige Geldanlage zur Verfügung steht. Immobilien sollten bei einer jährlich fälligen Analyse der gesamten Vermögensstruktur gleichwohl stets mitbeachtet werden. Ebenso wie andere Gegenstände, die eine Form der Geldanlage sind - von der Briefmarkensammlung bis zum Gemälde.
Aktien Warum tauchen sie überhaupt noch in Musterportfolios auf? Wer keine möchte, bekomme natürlich keine aufgezwungen, antwortet Klaus Büttner, Vorstand des Vermögensverwalters Starcapital aus Frankfurt. Doch selbst in seinem konservativen Musterdepot ab einer Million Euro steckt ein Anteil von 20 Prozent (siehe Grafik). Das begründet er nicht nur mit einer kurzfristig positiven Einschätzung der Börsen. Da könne man ja auch falsch liegen, wie 2002 erneut schmerzhaft bewiesen habe. Das wichtigste Argument liefert die Portfoliotheorie, auf die sich alle dieser Musterdepots stützen. Danach sinkt das Gesamtrisiko eines Depots, wenn verschiedene Vermögensklassen mit unterschiedlichen Risikoprofilen darin auftauchen.
Wo soll der Pep auch herkommen, wenn nicht von Aktien? Morgan Stanley glaubt so fest an einen Aufschwung, daß die Quote im Vorzeigedepot derzeit sogar 70 Prozent beträgt. Ein Gegenentwurf wäre Büttners konservativer Vorschlag: Gehen Aktien am Krückstock, bleiben immer noch zwei bis drei Prozent Gewinn übrig. Das wäre der Vermögenserhalt. Laufen die Börsen gut, kämen vielleicht sechs Prozent heraus. Das wäre ein gutes Ergebnis für vorsichtige Anleger. Und mehr, als 2003 mit Anleihen oder offenen Immobilienfonds zu erwarten ist. In den beiden Klassen sind wegen niedriger Zinsen wohl nur vier bis fünf Prozent drin.
Alternativen Wer pessimistisch in die nächsten Jahre blickt - wie immer mehr Aktienstrategen - dem bleiben nur wenig andere Anlagemöglichkeiten. Eine davon sind Fonds, die sich nicht an einem Börsenindex orientieren, sondern von vornherein eine positive Rendite versprechen. Und diese Ergebnisse auch tatsächlich liefern! Die meisten Anlagegesellschaften mit diesem Anspruch fallen in die Kategorie Hedge-Fonds. Dahinter steckt letztlich ein Sammelsurium von unterschiedlichen Ideen, Strategien und Managern. Der Begriff ist mißverständlich, hat sich aber eingebürgert, weil es keinen besseren gibt. Gebräuchlich ist auch "Alternative Investments", wie ihn Credit Suisse (CS) seit 1999 in ihren Musterportfolios verwendet. Das können auch Immobilien oder Wagniskapitalbeteiligungen sein.
Der Frankfurter CS-Stratege Stefan Keitel faßt in seinen Depots vorwiegend Hedge-Fonds darunter. Sogar in einem sehr zurückhaltenden Vorschlag veranschlagt er diese Anlageklasse mit 15 Prozent - was dem Aktienanteil entspricht. Keitel ist eben im Moment Aktien-Pessimist. Im "ausgewogenen" Depot (siehe Grafik) setzt er Hedge-Fonds mit 20 Prozent an. Er senkt so das Risiko im Gesamtportfolio und glättet Vermögensschwankungen. Dies ist für deutsche Verhältnisse ein hoher Anteil bei Privatkunden ab 500000 Euro. Er orientiert sich an Amerika, wo dies sehr viel häufiger passiert.
Der Siegeszug von Hedge-Fonds dürfte sich 2003 fortsetzen. Denn Aktien, Anleihen und Immobilien versprechen nur dürftige Renditen. Höchstens sechs bis acht Prozent sehen viele Strategen, wenn Anleger recht hohe Risiken eingehen. Für Hedge-Fonds prognostizieren sie ähnliche Ergebnisse, obwohl das Risiko niedriger einzustufen ist. Theoretisch! Praktisch bleibt diese Klasse für die meisten privaten Anleger ein Buch mit sieben Siegeln. Deshalb müssen sie sich auf gute Berater verlassen, die durchblicken und einzelne Produkte, deren Strategien und Manager regelmäßig kontrollieren.
Immer nur Aktien? Immer nur das eine! Auf die Struktur des Vermögens, auf seine Aufteilung komme es doch an, sagen Vermögensstrategen. Kein Wunder: Nach drei schlimmen Börsenjahren ist mit Dividendenpapieren kein Anleger mehr zu verlocken. Appelle, bitte antizyklisch zu kaufen, verpuffen schnell. Anleger halten sich schlicht zurück. Warum sollten sie auch auf jene Ratgeber hören, die schon dreimal falsch lagen?
Neue Aktienkultur ade? Aus Schaden sind sie klug geworden - die Anleger, weil sie kaum noch Aktien kaufen; die Strategen, weil sie mehr über die Verringerung von Risiken nachdenken als über große Chancen. Geldanlage hat eben - mindestens - zwei Seiten. Renditeaussichten einerseits, das damit verbundene Risiko andererseits. Hinzu kommt die Frage: Wie liquide sind Vermögenswerte? Das heißt, wie schnell und mit welchen Kosten können sie ge- und verkauft werden? Die drei Aspekte ergeben das magische Dreieck der Geldanlage. Außen vor bleiben bei den hier vorgestellten Musterportfolios die meisten Formen der Immobilienanlage, also Wohnungen, Büros oder Läden, die entweder direkt oder über einen geschlossenen Fonds gekauft wurden. Denn diese Anlagen zählen nicht zum liquiden Vermögen, das für eine kontinuierliche und langfristige Geldanlage zur Verfügung steht. Immobilien sollten bei einer jährlich fälligen Analyse der gesamten Vermögensstruktur gleichwohl stets mitbeachtet werden. Ebenso wie andere Gegenstände, die eine Form der Geldanlage sind - von der Briefmarkensammlung bis zum Gemälde.
Aktien Warum tauchen sie überhaupt noch in Musterportfolios auf? Wer keine möchte, bekomme natürlich keine aufgezwungen, antwortet Klaus Büttner, Vorstand des Vermögensverwalters Starcapital aus Frankfurt. Doch selbst in seinem konservativen Musterdepot ab einer Million Euro steckt ein Anteil von 20 Prozent (siehe Grafik). Das begründet er nicht nur mit einer kurzfristig positiven Einschätzung der Börsen. Da könne man ja auch falsch liegen, wie 2002 erneut schmerzhaft bewiesen habe. Das wichtigste Argument liefert die Portfoliotheorie, auf die sich alle dieser Musterdepots stützen. Danach sinkt das Gesamtrisiko eines Depots, wenn verschiedene Vermögensklassen mit unterschiedlichen Risikoprofilen darin auftauchen.
Wo soll der Pep auch herkommen, wenn nicht von Aktien? Morgan Stanley glaubt so fest an einen Aufschwung, daß die Quote im Vorzeigedepot derzeit sogar 70 Prozent beträgt. Ein Gegenentwurf wäre Büttners konservativer Vorschlag: Gehen Aktien am Krückstock, bleiben immer noch zwei bis drei Prozent Gewinn übrig. Das wäre der Vermögenserhalt. Laufen die Börsen gut, kämen vielleicht sechs Prozent heraus. Das wäre ein gutes Ergebnis für vorsichtige Anleger. Und mehr, als 2003 mit Anleihen oder offenen Immobilienfonds zu erwarten ist. In den beiden Klassen sind wegen niedriger Zinsen wohl nur vier bis fünf Prozent drin.
Alternativen Wer pessimistisch in die nächsten Jahre blickt - wie immer mehr Aktienstrategen - dem bleiben nur wenig andere Anlagemöglichkeiten. Eine davon sind Fonds, die sich nicht an einem Börsenindex orientieren, sondern von vornherein eine positive Rendite versprechen. Und diese Ergebnisse auch tatsächlich liefern! Die meisten Anlagegesellschaften mit diesem Anspruch fallen in die Kategorie Hedge-Fonds. Dahinter steckt letztlich ein Sammelsurium von unterschiedlichen Ideen, Strategien und Managern. Der Begriff ist mißverständlich, hat sich aber eingebürgert, weil es keinen besseren gibt. Gebräuchlich ist auch "Alternative Investments", wie ihn Credit Suisse (CS) seit 1999 in ihren Musterportfolios verwendet. Das können auch Immobilien oder Wagniskapitalbeteiligungen sein.
Der Frankfurter CS-Stratege Stefan Keitel faßt in seinen Depots vorwiegend Hedge-Fonds darunter. Sogar in einem sehr zurückhaltenden Vorschlag veranschlagt er diese Anlageklasse mit 15 Prozent - was dem Aktienanteil entspricht. Keitel ist eben im Moment Aktien-Pessimist. Im "ausgewogenen" Depot (siehe Grafik) setzt er Hedge-Fonds mit 20 Prozent an. Er senkt so das Risiko im Gesamtportfolio und glättet Vermögensschwankungen. Dies ist für deutsche Verhältnisse ein hoher Anteil bei Privatkunden ab 500000 Euro. Er orientiert sich an Amerika, wo dies sehr viel häufiger passiert.
Der Siegeszug von Hedge-Fonds dürfte sich 2003 fortsetzen. Denn Aktien, Anleihen und Immobilien versprechen nur dürftige Renditen. Höchstens sechs bis acht Prozent sehen viele Strategen, wenn Anleger recht hohe Risiken eingehen. Für Hedge-Fonds prognostizieren sie ähnliche Ergebnisse, obwohl das Risiko niedriger einzustufen ist. Theoretisch! Praktisch bleibt diese Klasse für die meisten privaten Anleger ein Buch mit sieben Siegeln. Deshalb müssen sie sich auf gute Berater verlassen, die durchblicken und einzelne Produkte, deren Strategien und Manager regelmäßig kontrollieren.