aus dem Cash Forum ! Hoffe das es endlich bis nächste Woche zur EUA reicht . Lasse mich jedoch
nicht von Analysteneinschätzungen der FuW leiten bzw. in meiner Meinung beeinflussen ! Bin da ein
ziemlicher Sturkopf und habe bereits mein eigenes Meinungsbild ! :-)
Die mit Spannung erwartete Daten aus einer zulassungsrelevanten Studie mit dem Wirkstoff RLF-100 (Aviptadil) sind am Dienstag vergangener Woche für viele Anleger enttäuschend ausgefallen. Die Aktie schloss 40% im Minus. Seither bewegt sich der Kurs zwischen 30 und 34 Rappen.
Die Hoffnung, der Entzündungshemmer könnte Coronapatienten das Leben retten, die wegen Lungenversagens Sauerstoff erhalten oder gar mechanisch beatmet werden müssen, wurde gemäss ersten Ergebnissen nicht bestätigt. Die Überlebensrate ist aber nur eines von mehreren sogenannten sekundären Studienzielen. Das primäre Studienziel besteht in einer Genesung von Lungenversagen nach achtundzwanzig Tagen. Dazu wurden noch keine definitiven Daten veröffentlicht, da die statistische Analyse der Studie noch nicht abgeschlossen ist.
Das vollständige Ergebnis soll bis Ende Monat vorliegen. Es wird auch eine Erhebung des Gesundheitszustands nach sechzig Tagen umfassen. Noch ist nicht ausgeschlossen, dass RLF-100 über diesen Beobachtungszeitraum statistisch nachweisbar Todesopfer verhindern kann.
Drei sekundäre Ziele in Griffweite
Ein positiver Trend zeigte sich in der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation und im Spital. Auch wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt. Damit könnten drei sogenannte sekundäre Endpunkte möglicherweise erreicht werden.
Wie erklärt Relief Therapeutics (RLF 0.33 -2.65%), dass die Studie im Gegensatz zu früheren, nicht im Rahmen einer randomisierten klinischen Studie erhobenen Daten bisher keinen Überlebensvorteil mit RLF-100 nachgewiesen hat? CFO Jack Weinstein, der seit Oktober im Amt ist, hofft, dass das Partnerunternehmen NeuroRx, das die Studie durchführt, diese Frage wird klären können, sobald die vollständigen Daten vorliegen. Weinstein äussert aber eine Vermutung: «Die nicht spezialisierten Spitäler, die in die Studie involviert waren, sind im November und Dezember von den steigenden Coronafallzahlen überwältigt worden», erklärt er auf Anfrage von «Finanz und Wirtschaft». Das könne ihre Fähigkeit beeinträchtigt haben, die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.
Wertvoller verkürzter Spitalaufenthalt
Ist das Marktpotenzial nicht zu einem grossen Teil zunichte, sollten weitere Datenanalysen die Überlebensrate bestätigen? Weinstein will zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Schlüsse ziehen. Er gibt aber zu bedenken, dass mehrere Medikamente, die eine Notfallzulassung erhalten haben, keinen statistisch signifikanten Effekt auf die Sterberate nachweisen konnten, auch das bekannte Remdesivir von Gilead (GILD 64.75 -3.21%) nicht.
«Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass die Verkürzung der Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation oder im Spital nicht nur zu einer Medikamentenzulassung führen kann, sondern auch ausreicht, damit der Markt solche Produkte aufnimmt», sagt Weinstein. Der CFO glaubt, dass es weiterhin nicht ausgeschlossen ist, einen ähnlich hohen Preis wie das Medikament von Gilead zu erzielen «oder gar einen Aufpreis»; immer vorausgesetzt, dass sich die ersten Resultate bestätigen und RLF-100 zugelassen wird.
Konkurrenzvorteil Nebenwirkungen
Inzwischen gibt es mehrere Medikamente, die schwerkranken Coronapatienten helfen können, etwa das generische Kortikosteroid Dexamethasone. Zum Rheumamedikament Actemra von Roche (ROG 311.75 -0.46%) wurden mehrere Studien durchgeführt mit widersprüchlichen Resultaten. Zuletzt hat allerdings die grösste bisher publizierte Untersuchung einen Nutzen nahegelegt. Weinstein sieht das Marktpotenzial von RLF-100 deswegen aber nicht bedroht.
Einen gewichtigen Vorteil des Relief-Wirkstoffs liege in den Nebenwirkungen. In der RLF-100 Studie wurde lediglich milder bis mittelschwerer Durchfall bei 30% der Patienten festgestellt. Einige hatten auch niedrigen Blutdruck, wobei das in der Placebogruppe prozentual noch häufiger vorkam. RLF-100 sei ein Peptid, deswegen könne es im Gegensatz zu Antikörpern auch in inhalierbarer Form verabreicht werden.
Daten zu inhalierbarem RLF-100 in diesem Jahr
Ob in dieser Anwendung letztlich das grössere kommerzielle Potenzial liege, müsse sich erst weisen, sagt Weinstein. «Wir haben aber immer angegeben, dass der Zielmarkt für die inhalierbare Form bedeutend grösser ist als für das intravenös verabreichte Medikament.» Teilweise liege das daran, dass die inhalierbare Form zu Hause von den Patienten selber eingenommen werden könne. Relief hat den Start einer Phase-II/III-Studie damit im Januar angekündigt. Die Resultate sollen vor Ende Jahr vorliegen.
Je nachdem, wie das Endresultat für die intravenöse Form ausfällt, könnte Partner NeuroRx nächsten Monat erneut eine Notfallzulassung beantragen. Gibt die US-Gesundheitsbehörde grünes Licht, käme es also schon bald auf den Markt.
Ungewisse kommerzielle Aussichten
Auch wenn die Aktien von Relief Therapeutics nun günstiger geworden sind, weist das Unternehmen immer noch einen Börsenwert von rund 1 Mrd. Fr. auf. Damit ist schon einiges eingepreist. Denn auch wenn die Studiendaten durchaus positive Aspekte aufweisen und die Chance besteht, dass das Endresultat noch etwas besser ausfällt, so sind die kommerziellen Aussichten in den Augen der FuW deutlich gesunken.
Bis in etwa einem Jahr dürften dank der fortschreitenden Impfkampagnen nur noch wenige schwere Krankheitsverläufe bei Covid-19-Patienten auftreten, zumindest in entwickelten Ländern. Etwa ein Jahr würde es wohl auch dauern, bis die inhalierbare Form von RLF-100 auf den Markt kommt (wenn die Studienresultate eine Zulassung rechtfertigen). Bis dahin dürfte aber eine ganze Reihe weiterer Medikamente zugelassen worden sein. All das macht den kommerziellen Erfolg und damit letztlich die Basis für eine positive Entwicklung des Aktienkurses ungewiss. FuW rät von einem Engagement ab.
nicht von Analysteneinschätzungen der FuW leiten bzw. in meiner Meinung beeinflussen ! Bin da ein
ziemlicher Sturkopf und habe bereits mein eigenes Meinungsbild ! :-)
Die mit Spannung erwartete Daten aus einer zulassungsrelevanten Studie mit dem Wirkstoff RLF-100 (Aviptadil) sind am Dienstag vergangener Woche für viele Anleger enttäuschend ausgefallen. Die Aktie schloss 40% im Minus. Seither bewegt sich der Kurs zwischen 30 und 34 Rappen.
Die Hoffnung, der Entzündungshemmer könnte Coronapatienten das Leben retten, die wegen Lungenversagens Sauerstoff erhalten oder gar mechanisch beatmet werden müssen, wurde gemäss ersten Ergebnissen nicht bestätigt. Die Überlebensrate ist aber nur eines von mehreren sogenannten sekundären Studienzielen. Das primäre Studienziel besteht in einer Genesung von Lungenversagen nach achtundzwanzig Tagen. Dazu wurden noch keine definitiven Daten veröffentlicht, da die statistische Analyse der Studie noch nicht abgeschlossen ist.
Das vollständige Ergebnis soll bis Ende Monat vorliegen. Es wird auch eine Erhebung des Gesundheitszustands nach sechzig Tagen umfassen. Noch ist nicht ausgeschlossen, dass RLF-100 über diesen Beobachtungszeitraum statistisch nachweisbar Todesopfer verhindern kann.
Drei sekundäre Ziele in Griffweite
Ein positiver Trend zeigte sich in der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation und im Spital. Auch wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt. Damit könnten drei sogenannte sekundäre Endpunkte möglicherweise erreicht werden.
Wie erklärt Relief Therapeutics (RLF 0.33 -2.65%), dass die Studie im Gegensatz zu früheren, nicht im Rahmen einer randomisierten klinischen Studie erhobenen Daten bisher keinen Überlebensvorteil mit RLF-100 nachgewiesen hat? CFO Jack Weinstein, der seit Oktober im Amt ist, hofft, dass das Partnerunternehmen NeuroRx, das die Studie durchführt, diese Frage wird klären können, sobald die vollständigen Daten vorliegen. Weinstein äussert aber eine Vermutung: «Die nicht spezialisierten Spitäler, die in die Studie involviert waren, sind im November und Dezember von den steigenden Coronafallzahlen überwältigt worden», erklärt er auf Anfrage von «Finanz und Wirtschaft». Das könne ihre Fähigkeit beeinträchtigt haben, die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.
Wertvoller verkürzter Spitalaufenthalt
Ist das Marktpotenzial nicht zu einem grossen Teil zunichte, sollten weitere Datenanalysen die Überlebensrate bestätigen? Weinstein will zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Schlüsse ziehen. Er gibt aber zu bedenken, dass mehrere Medikamente, die eine Notfallzulassung erhalten haben, keinen statistisch signifikanten Effekt auf die Sterberate nachweisen konnten, auch das bekannte Remdesivir von Gilead (GILD 64.75 -3.21%) nicht.
«Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass die Verkürzung der Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation oder im Spital nicht nur zu einer Medikamentenzulassung führen kann, sondern auch ausreicht, damit der Markt solche Produkte aufnimmt», sagt Weinstein. Der CFO glaubt, dass es weiterhin nicht ausgeschlossen ist, einen ähnlich hohen Preis wie das Medikament von Gilead zu erzielen «oder gar einen Aufpreis»; immer vorausgesetzt, dass sich die ersten Resultate bestätigen und RLF-100 zugelassen wird.
Konkurrenzvorteil Nebenwirkungen
Inzwischen gibt es mehrere Medikamente, die schwerkranken Coronapatienten helfen können, etwa das generische Kortikosteroid Dexamethasone. Zum Rheumamedikament Actemra von Roche (ROG 311.75 -0.46%) wurden mehrere Studien durchgeführt mit widersprüchlichen Resultaten. Zuletzt hat allerdings die grösste bisher publizierte Untersuchung einen Nutzen nahegelegt. Weinstein sieht das Marktpotenzial von RLF-100 deswegen aber nicht bedroht.
Einen gewichtigen Vorteil des Relief-Wirkstoffs liege in den Nebenwirkungen. In der RLF-100 Studie wurde lediglich milder bis mittelschwerer Durchfall bei 30% der Patienten festgestellt. Einige hatten auch niedrigen Blutdruck, wobei das in der Placebogruppe prozentual noch häufiger vorkam. RLF-100 sei ein Peptid, deswegen könne es im Gegensatz zu Antikörpern auch in inhalierbarer Form verabreicht werden.
Daten zu inhalierbarem RLF-100 in diesem Jahr
Ob in dieser Anwendung letztlich das grössere kommerzielle Potenzial liege, müsse sich erst weisen, sagt Weinstein. «Wir haben aber immer angegeben, dass der Zielmarkt für die inhalierbare Form bedeutend grösser ist als für das intravenös verabreichte Medikament.» Teilweise liege das daran, dass die inhalierbare Form zu Hause von den Patienten selber eingenommen werden könne. Relief hat den Start einer Phase-II/III-Studie damit im Januar angekündigt. Die Resultate sollen vor Ende Jahr vorliegen.
Je nachdem, wie das Endresultat für die intravenöse Form ausfällt, könnte Partner NeuroRx nächsten Monat erneut eine Notfallzulassung beantragen. Gibt die US-Gesundheitsbehörde grünes Licht, käme es also schon bald auf den Markt.
Ungewisse kommerzielle Aussichten
Auch wenn die Aktien von Relief Therapeutics nun günstiger geworden sind, weist das Unternehmen immer noch einen Börsenwert von rund 1 Mrd. Fr. auf. Damit ist schon einiges eingepreist. Denn auch wenn die Studiendaten durchaus positive Aspekte aufweisen und die Chance besteht, dass das Endresultat noch etwas besser ausfällt, so sind die kommerziellen Aussichten in den Augen der FuW deutlich gesunken.
Bis in etwa einem Jahr dürften dank der fortschreitenden Impfkampagnen nur noch wenige schwere Krankheitsverläufe bei Covid-19-Patienten auftreten, zumindest in entwickelten Ländern. Etwa ein Jahr würde es wohl auch dauern, bis die inhalierbare Form von RLF-100 auf den Markt kommt (wenn die Studienresultate eine Zulassung rechtfertigen). Bis dahin dürfte aber eine ganze Reihe weiterer Medikamente zugelassen worden sein. All das macht den kommerziellen Erfolg und damit letztlich die Basis für eine positive Entwicklung des Aktienkurses ungewiss. FuW rät von einem Engagement ab.