Geht Europas Aktienmärkten zu Jahresende die Luft aus?
Die erwartete Zinssenkung könnte die europäischen Aktien noch einmal beflügeln, für 2003 herrscht allerdings weniger Optimismus.
FRANKFURT (ag.). In Europas Investorenkreisen hat sich der in den vergangenen Wochen aufgeflammte Optimismus wieder deutlich abgeschwächt. Auslöser dafür war der Umstand, daß Analysten ihre Gewinnerwartungen für eine große Zahl von europäischen Unternehmen zurückgenommen haben. Darunter KLM, Fortis, oder Imperial Chemical, Großbritanniens größter Chemiekonzern.
Dabei verliefen insbesondere die vergangenen Wochen höchst vielversprechend. Der DAX konnte seit Anfang Oktober um knapp 15 Prozent zulegen, der FTSE um rund ein Zehntel. Sorgen bereiten den Analysten aber die noch immer hohen Bewertungen. Die im Stoxx 600 vertretenen europäischen Spitzenwerte werden derzeit mit dem 20fachen ihres geschätzten Jahresgewinns gehandelt. Einen ähnlichen Wert erreichten die Aktien bereits Anfang dieses Jahres, bevor es dann 37 Prozent nach unten ging.
"Die Gewinnprognosen für das kommende Jahr sind noch immer zu hoch", meint Paul Vrouwes von der niederländischen ING Investment. Für das nächste Jahr werde noch immer ein rosiges Wirtschaftswachstum vorausgesagt, aber rosige Szenarien gebe es einfach nicht, meint der Niederländer.
"Es ist nicht realistisch, eine Gewinn-Rally zu erwarten", meint Hugh Hendry, Fondsmanager bei CF Odey European Trust in London. Die von ihm verwalteten Fonds sind in den vergangenen drei Jahren um insgesamt ein Drittel gestiegen, heuer konnten sie noch um fünf Prozent zulegen.
Um die Prognosen der Analysten zu erfüllen, müßten die Gewinne der europäischen Unternehmen Angaben des Finanzdienstleisters Bloomberg zufolge im kommenden Jahr so stark wachsen wie seit mindestens 15 Jahren nicht mehr. Diese Erwartung wird zumindest durch die aktuellen Konjunkturdaten kaum gedeckt.
Optimistisch sind allerdings die kurzfristigen Aussichten. So rechnen Europas Börsianer bis zum Jahresende überwiegend mit einer Kursrally. Allerdings nur dann, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet die Zinsen senkt. Die Mehrzahl der befragten Experten geht von einer Zinssenkung in der Höhe von einem halben Prozentpunkt aus. Damit würden Europas Unternehmen weniger für geliehenes Kapital bezahlen müssen und so gestärkt werden.
In den USA liegen die Leitzinsen derzeit bei 1,25 Prozent, in Europa indessen bei vergleichsweise hohen 3,25 Prozent.
Die erwartete Zinssenkung könnte die europäischen Aktien noch einmal beflügeln, für 2003 herrscht allerdings weniger Optimismus.
FRANKFURT (ag.). In Europas Investorenkreisen hat sich der in den vergangenen Wochen aufgeflammte Optimismus wieder deutlich abgeschwächt. Auslöser dafür war der Umstand, daß Analysten ihre Gewinnerwartungen für eine große Zahl von europäischen Unternehmen zurückgenommen haben. Darunter KLM, Fortis, oder Imperial Chemical, Großbritanniens größter Chemiekonzern.
Dabei verliefen insbesondere die vergangenen Wochen höchst vielversprechend. Der DAX konnte seit Anfang Oktober um knapp 15 Prozent zulegen, der FTSE um rund ein Zehntel. Sorgen bereiten den Analysten aber die noch immer hohen Bewertungen. Die im Stoxx 600 vertretenen europäischen Spitzenwerte werden derzeit mit dem 20fachen ihres geschätzten Jahresgewinns gehandelt. Einen ähnlichen Wert erreichten die Aktien bereits Anfang dieses Jahres, bevor es dann 37 Prozent nach unten ging.
"Die Gewinnprognosen für das kommende Jahr sind noch immer zu hoch", meint Paul Vrouwes von der niederländischen ING Investment. Für das nächste Jahr werde noch immer ein rosiges Wirtschaftswachstum vorausgesagt, aber rosige Szenarien gebe es einfach nicht, meint der Niederländer.
"Es ist nicht realistisch, eine Gewinn-Rally zu erwarten", meint Hugh Hendry, Fondsmanager bei CF Odey European Trust in London. Die von ihm verwalteten Fonds sind in den vergangenen drei Jahren um insgesamt ein Drittel gestiegen, heuer konnten sie noch um fünf Prozent zulegen.
Um die Prognosen der Analysten zu erfüllen, müßten die Gewinne der europäischen Unternehmen Angaben des Finanzdienstleisters Bloomberg zufolge im kommenden Jahr so stark wachsen wie seit mindestens 15 Jahren nicht mehr. Diese Erwartung wird zumindest durch die aktuellen Konjunkturdaten kaum gedeckt.
Optimistisch sind allerdings die kurzfristigen Aussichten. So rechnen Europas Börsianer bis zum Jahresende überwiegend mit einer Kursrally. Allerdings nur dann, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet die Zinsen senkt. Die Mehrzahl der befragten Experten geht von einer Zinssenkung in der Höhe von einem halben Prozentpunkt aus. Damit würden Europas Unternehmen weniger für geliehenes Kapital bezahlen müssen und so gestärkt werden.
In den USA liegen die Leitzinsen derzeit bei 1,25 Prozent, in Europa indessen bei vergleichsweise hohen 3,25 Prozent.