Geht Europas Aktienmärkten zu Jahresende die Luft


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sir charles:

Geht Europas Aktienmärkten zu Jahresende die Luft

 
02.12.02 11:14
Geht Europas Aktienmärkten zu Jahresende die Luft aus?

Die erwartete Zinssenkung könnte die europäischen Aktien noch einmal beflügeln, für 2003 herrscht allerdings weniger Optimismus.
   



FRANKFURT (ag.). In Europas Investorenkreisen hat sich der in den vergangenen Wochen aufgeflammte Optimismus wieder deutlich abgeschwächt. Auslöser dafür war der Umstand, daß Analysten ihre Gewinnerwartungen für eine große Zahl von europäischen Unternehmen zurückgenommen haben. Darunter KLM, Fortis, oder Imperial Chemical, Großbritanniens größter Chemiekonzern.

Dabei verliefen insbesondere die vergangenen Wochen höchst vielversprechend. Der DAX konnte seit Anfang Oktober um knapp 15 Prozent zulegen, der FTSE um rund ein Zehntel. Sorgen bereiten den Analysten aber die noch immer hohen Bewertungen. Die im Stoxx 600 vertretenen europäischen Spitzenwerte werden derzeit mit dem 20fachen ihres geschätzten Jahresgewinns gehandelt. Einen ähnlichen Wert erreichten die Aktien bereits Anfang dieses Jahres, bevor es dann 37 Prozent nach unten ging.

"Die Gewinnprognosen für das kommende Jahr sind noch immer zu hoch", meint Paul Vrouwes von der niederländischen ING Investment. Für das nächste Jahr werde noch immer ein rosiges Wirtschaftswachstum vorausgesagt, aber rosige Szenarien gebe es einfach nicht, meint der Niederländer.

"Es ist nicht realistisch, eine Gewinn-Rally zu erwarten", meint Hugh Hendry, Fondsmanager bei CF Odey European Trust in London. Die von ihm verwalteten Fonds sind in den vergangenen drei Jahren um insgesamt ein Drittel gestiegen, heuer konnten sie noch um fünf Prozent zulegen.

Um die Prognosen der Analysten zu erfüllen, müßten die Gewinne der europäischen Unternehmen Angaben des Finanzdienstleisters Bloomberg zufolge im kommenden Jahr so stark wachsen wie seit mindestens 15 Jahren nicht mehr. Diese Erwartung wird zumindest durch die aktuellen Konjunkturdaten kaum gedeckt.

Optimistisch sind allerdings die kurzfristigen Aussichten. So rechnen Europas Börsianer bis zum Jahresende überwiegend mit einer Kursrally. Allerdings nur dann, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet die Zinsen senkt. Die Mehrzahl der befragten Experten geht von einer Zinssenkung in der Höhe von einem halben Prozentpunkt aus. Damit würden Europas Unternehmen weniger für geliehenes Kapital bezahlen müssen und so gestärkt werden.

In den USA liegen die Leitzinsen derzeit bei 1,25 Prozent, in Europa indessen bei vergleichsweise hohen 3,25 Prozent.


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sir charles:

Anleger flüchten aus US-Aktienfonds

 
02.12.02 11:15
Anleger flüchten aus US-Aktienfonds

Seit Jahresbeginn haben Investoren aus US-Aktienfonds 126 Mrd. Dollar abgezogen und zum Großteil in Anleihen umgeschichtet. WASHINGTON (bloomberg). Die US-Investmentbanken stehen schwer unter Druck. So haben Investoren allein im vergangenen Oktober 7,7 Mrd. Dollar aus US-Aktienfonds abgezogen. Und zwar netto. Damit übertrafen die Abflüsse die Zuflüsse den fünften Monat in Folge. An diesem Trend konnte auch der im Beobachtungszeitraum stark angestiegene Dow Jones Industrial nichts ändern. Der Index konnte um 10,6 Prozent zulegen, immerhin der größte Monatsgewinn für das Börsenbarometer seit 1987.

Freilich ist dieser Anstieg ein relativer. So rutschte der Dow Jones am 9. Oktober auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren. "Die Leute verlieren einfach ihren Glauben an langfristige Kapitalanlagen, weil die Börse immer weiter nach unten geht", meint der US-Finanzberater Dennis DeStefano.

Weniger Gebühren

Insgesamt verlor der gesamte US-Markt seit Jahresbeginn laut Investment Company Institute (ICI) knapp 27 Mrd. Dollar. Die Anleger haben diese Mittel größtenteils in Anleihen umgeschichtet. Was freilich für die Fondsgesellschaften alles andere als angenehm war, schließlich sind die Gebühren - wie Ausgabeaufschläge und Managementgebühren - bei Anleihen wesentlich geringer als bei Aktien. Aus Sicht der Anleger sieht das natürlich ganz anders aus.

Seit Beginn des laufenden Jahres flossen 126 Mrd. Dollar in US-Anleihen, wobei die Nachfrage nach Anleihen seit Dezember des Vorjahres kontinuierlich angestiegen ist.

Unter den 25 größten US-Fonds mußte laut dem ICI Putnam Investments den stärksten Kapitalabfluß hinnehmen. Allein im Oktober verlor die Gesellschaft 1,7 Mrd. Dollar. Seit Jahresbeginn hat die Gesellschaft somit mehr als 13 Mrd. Dollar an Anlegergeldern verloren. Im Gegensatz dazu verzeichnete American Funds, die Nummer drei der US-Fondsanbieter, mit 1,8 Mrd. Dollar den stärksten Zufluß.


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