"So kommt Deutschland ohne russisches Gas durch den Winter
Deutschland kann den Winter ohne russisches Gas überstehen, wie eine neue Studie zeigt. Dafür muss der Gasverbrauch um etwa 25 Prozent reduziert werden. Maßnahmen dafür seien da – nur an der Umsetzung hapert es noch.
In der Debatte um die Gasknappheit in Deutschland und die bevorstehenden Heizkosten im Winter gibt es nach einer aktuellen Studie gute und schlechte Nachrichten. Die gute Nachricht aus dem Papier der wirtschaftswissenschaftlichen Forschungseinrichtung "ECONtribute": "Wir werden den Winter auch ohne russisches Gas überstehen. Es besteht kein Grund zur Panik", sagt Moritz Kuhn, Professor und Mitglied des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Universität Bonn. Die schlechte Nachricht: "Wir schaffen das nur, wenn wir jetzt entsprechend handeln", so der Wissenschaftler.
Die deutsche Wirtschaft könnte noch einen sofortigen Stopp russischer Gaslieferungen mit auffangen, wenn sie von der Politik mit den richtigen wirtschaftspolitischen Maßnahmen unterstützt werde, sind sich Kuhn und sein Forschungsteam einig. "Es drohen im Fall eines Stopps russischer Gasimporte weder Massenarmut noch Volksaufstände, sondern Produktionseinbußen, die Deutschland schon in der Vergangenheit bewältigt hat, wenn es sich Krisen stellen musste", so Kuhn.
Die Bundesrepublik müsse dafür ihren Gasverbrauch in der kommenden Heizperiode um etwa 25 Prozent reduzieren. "Man hätte bereits im Frühjahr mit Anpassungsmaßnahmen und wirtschaftspolitischen Maßnahmen reagieren können", so Kuhn, sodass insgesamt mehr Zeit gewesen wäre, um Gas in der Stromerzeugung, Gebäudeheizung und Industrie einzusparen und zu ersetzen."
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