Im Wettbewerb unter den grundlastfähigen konventionellen Energieträgern sieht der VDKI Steinkohle zumindest gleichauf mit Erdgas. Der Großteil der Steinkohlekraftwerke sei in der Merit-Order derzeit noch vor Gaskraftwerken platziert. Dies sollte sich nach Einschätzung der Deloitte-Experten mit dem Anstieg des CO2-Preises ändern, zugunsten von Erdgas. Auf der anderen Seite spricht aus Sicht des VDKI für Steinkohle die Tatsache, dass das aktuell niedrige Gaspreisniveau auf Dauer nicht zu halten sei. Nach derzeitiger Markteinschätzung der Gaswirtschaft seien für bestehende rein stromgeführte Gaskraftwerke keine geeigneten Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb über den Herbst 2020 hinaus gegeben, betont der Verein der Kohlenimporteure. Auf die schwierigen Marktbedingungen verwiesen ebenfalls die Betreiber der Gaskraftwerke Irsching 4 und Irsching 5 als sie die Anlagen Ende September zur Stilllegung angemeldet haben (energate berichtete).
Die VDKI bricht auch unter Klimaschutzaspekten eine Lanze für die Steinkohle. Denn betrachtet man die Emissionen über die gesamte Wirkungskette vom Bohrloch/Bergwerk bis zum Kraftwerk, so schneiden moderne Steinkohlekraftwerke besser ab als offene Gasturbinen und Gasmotoren, argumentiert der Verband. Darauf verweisen etwa die Autoren des Berichtsentwurfs "Evaluierung der Kraft-Wärme-Kopplung" im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (energate berichtete). Während die Methanemissionen bei Kesseln und Gasturbinen vernachlässigbar gering seien, kommt der Methanschlupf bei motorischen KWK-Anlagen in kritische Regionen. Deshalb sollten nur dort, wo aus netztechnischen Gründen Kraftwerksleistung benötigt wird, die nicht von vorhandenen Steinkohlekraftwerken erbracht werden kann, offene Gasturbinen oder Gasmotoren gebaut werden, fordert der VDKI. /am
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