Wie erwartet, hat die US-Notenbank heute beschlossen, ihr Anleihen-Kaufprogramm um weitere 10 Miliarden Dollar pro Monat abzusenken. Dies ließ den US-Aktienmarkt leicht nach unten gehen, Gold und der Euro knickten allerdings signifikant ein.
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F100) Die US-Notenbank hat heute beschlossen, ihr Anleihen-Kaufprogramm um weitere 10 auf nur noch 55 Miliarden Dollar pro Monat abzusenken. Damit wird die bisherige - ausgesprochen lockere - Geldpolitik, mit deren Hilfe die Zinsen niedrig bleiben sollen und das Wachstum idealerweise stimuliert wird, erneut gestrafft. Der heutige Straffungsschritt war bereits der dritte innerhalb weniger Monate. Auf ihrem Höhepunkt hatten die Anleihenkäufe pro Monat 85 Milliarden Dollar umfasst. Die Entscheidung im Offenmarktausschuss fiel mit einer Mehrheit von 8 zu 1 Stimmen.
Der heutige Schritt war von den Marktteilnehmern weithin erwartet worden. Überraschender war die Ankündigung der Notenbank, die weiteren geldpolitischen Schritte künftig von mehreren volkswirtschaftlichen Indikatoren abhängig zu machen. Bisher vermittelten die Fed-Entscheider den Eindruck, sich ausschließlich an der Inflation und der Arbeitslosigkeit zu orientieren. Die Arbeitslosenquote war zuletzt allerdings auf 6,7 Prozent zurückgegangen, als Zielwert der Zentralbank galten 6,5 Prozent. Nach dieser Lesart hätte die Fed demnächst schneller als bisher erwartet auch wieder eine Anhebung des Leitzinses in Erwägung ziehen müssen.
Neue Kriterien für die Geldpolitik
Künftig dagegen sollen neben der Inflation auch die Inflationserwartungen und die Entwicklungen an den Finanzmärkten in die Erwägungen über die Geldpolitik einfließen. Schon vergangenen Monat hatte Fed-Chef Janet Yellen erklärt, dass die Arbeitslosenquote allein kein angemessener Gradmesser für die Gesundheit der US-Volkswirtschaft sei. So habe es am Arbeitsmarkt zwar zuletzt erhebliche Fortschritte gegeben, aber es gebe auch einige Anzeichen dafür, dass die Gesundung noch nicht nachhaltig sei.
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