Für Pioneer sind Value und Growth keine Gegensätze


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Für Pioneer sind Value und Growth keine Gegensätze

 
22.03.02 09:00
ftd.de, Fr, 22.3.2002, 7:00  
Fonds-Rating: Für Pioneer sind Value und Growth keine Gegensätze
Von Martin Diekmann

Die vergangenen Börsenmonate waren für keinen Fondsmanager leicht. Der Pioneer Fonds schlug isch aber wacker.

Die amerikanische Wirtschaft, ohnehin von der Rezession geplagt, erfuhr durch die Attentate im September einen weiteren Schock. Zwar ging es danach wieder aufwärts, die Performance der US-Blue-Chip-Fonds im Ein-Jahres-Vergleich spricht aber eine deutliche Sprache: Nur wenige notieren im Plus.

Auch John Carey, seit 16 Jahren Manager des altehrwürdigen Pioneer Fund, rutschte mit seinem Standardwerte-Fonds ins Minus. Allerdings ist sein Verlust gering, und die Performance über mehrere Jahre kann sich sehen lassen. Was nicht zuletzt an seinem "guten Riecher" liegt: "Unsere erste Einschätzung", so Carey, "hat sich als richtig erwiesen: Investoren, die während der großen Verluste Ende September eingestiegen sind, können sich heute über Gewinne freuen."


Carey ist sich der Brisanz solcher Aussagen durchaus bewusst: "Ich möchte nicht als skrupellos erscheinen und habe Respekt vor jedem Privatanleger, der in dieser Zeit nicht investiert hat. Aber ich bin professioneller Fondsmanager, dem darf ich mich nicht entziehen", erklärt Carey.


Unterbewertete Substanzzahlen

John Carey ist erst der dritte Manager seit der Gründung des Fonds. Und wie seine Vorgänger setzt auch er auf unterbewertete Substanzaktien. Dahinter verbergen sich mittlerweile Gesellschaften, die man vor kurzem noch nicht unbedingt mit einem Value-Fonds in Verbindung bringen konnte: "Technologieaktien stellen mit fast 20 Prozent unseren größten Depotanteil. Viele Unternehmen des Sektors sind so günstig bewertet, dass sie für mich interessant sind", sagt Carey. Bei der Auswahl der Aktien achtet er besonders auf solide und prognostizierbare Gewinne: "Uns interessiert die Frage, wie diese in drei bis vier Jahren aussehen werden."


Carey hält seine Aktien im Schnitt etwa fünf Jahre. "Der Fonds ist langfristig ausgerichtet. Bis sich die Unterbewertung unserer Positionen aufgelöst hat, vergeht meistens einige Zeit. das erklärt die lange Haltedauer einzelner Werte." Es gibt Unternehmen, die schon Jahrzehnte im Fonds vertreten sind. Ältestes Investment ist die Aktie von Greif Brothers, einem Hersteller von Containerboxen. Seit 1953 setzt Pioneer auf die Gesellschaft, allerdings mit wechselnder Gewichtung. "Wie bei anderen Unternehmen auch verkaufen wir immer mal einen Teil der Aktien, wenn der Kurs stark gestiegen ist. " Greif ist zwar die älteste Aktie im Fonds, aber keine Ausnahme: Die Bank of New York (seit 1971 im Depot) oder die National City Bank (seit 1975) zählen ebenfalls zu den Oldies.

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