
Dax vor ruhigem Wochenausklang
08. August 2003 Der Dax hat zuletzt an Boden eingebüßt und dabei etwas den Kontakt zur psychologisch wichtigen Marke bei 3.400 Punkten verloren. Zum Wochenausklang rechnen Händler vorbörslich nicht mit entscheidenden Kursbewegungen. Dazu fehle es derzeit an neuen wichtigen Impulsen. Es wird deshalb mit einem Handel in etwa auf dem Kursniveau des Vortages gesrechnet.
Einsetzende Short-Eindeckungen hätten dann aber die Verluste verringert und den Markt ins Plus drehen lassen. Die überraschend guten Konjunkturdaten seien angesichts der Refundierung in den Hintergrund getreten und hätten keinen nachhaltigen Einfluss auf den Markt ausgeübt, sagten Händler. Das Schatzamt hatte am Donnerstag zehnjährige Titel im Volumen von 18 Milliarden Dollar emittiert, und dabei ein so hohe Nachfrage gehabt, daß die Auktion zehnjähriger Notes zweifach überzeichnet war. Am Dienstag und Mittwoch waren drei- und fünfjährige Staatsanleihen ausgegeben worden. Nachdem die erste Auktion enttäuschend, und die zweite erfolgreich verlaufen war, war mit Spannung auf die letzte Emission gewartet worden.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
Medienschau
08. August 2003 Unternehmensnachrichten
Tochter von Schwarz Pharma reicht Patentklage ein
Die amerikanische Tochter der Schwarz Pharma AG Kudco hat beim amerikanischen Bezirksgericht in Columbia gegen die Mylan Pharmaceuticals Inc eine Patentklage eingereicht. Es geht um das Nachahmermedikament Omeprazol des Magen-Darm-Wirkstoffs „Prilosec“ des Pharmakonzerns AstraZeneca , das bisher nur von Kudco vertrieben wurde. Mylan hatte aber vor kurzem angekündigt, generisches Omeprazol in Amerika vertreiben zu wollen. Schwarz Pharma teilte am Donnerstag nach Börsenschluß in einer Pflichtveröffentlichung mit, Kudco beanspruche das rechtmäßige Eigentum an dem von Mylan verwendeten Formulierungspatent. Außerdem werde ein gerichtliches Verbot beantragt, das Mylan untersagen solle, dieses Patent zu nutzen, darunter Produkte herzustellen oder sie zu vertreiben. Mit dieser Klage eröffne sich Kudco auch die Möglichkeit, Schadenersatz von Mylan zu verlangen, hieß es. (Reuters)
Deutsche Börse steigert Betriebsgewinn - Erwartungen knapp verfehlt
Die Deutsche Börse hat im zweiten Quartal 2003 die Erwartungen der Analysten beim Betriebsergebnis trotz einer deutlichen Gewinnsteigerung verfehlt. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) habe sich auf 115,3 Millionen Euro von 80 Millionen Euro im Vorjahr erhöht, teilte die Börse am Donnerstag nach Börsenschluß mit. Der Umsatz sei auf 351,9 Millionen Euro von 205,3 Millionen Euro gewachsen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von rund 357 Millionen Euro und einem Ebit von 119,53 Millionen Euro gerechnet. „Die Zahlen sind unter Konsensus, aber solide. Die Börse ist auf dem Weg, ihre Gesamtjahresziele beim Ergebnis zu erreichen", sagte Joachim Müller, Analyst bei JP Morgan, in einer ersten Einschätzung. Die Börse rechnet nach früheren Angeben für das Gesamtjahr mit einem Ebit von 440 bis 460 Millionen Euro. (Reuters)
Eon will Mehrheit an schwedischer Graninge übernehmen
Die Eon AG strebt einem Bericht der “Financial Times Deutschland“ zufolge die Mehrheitsübernahme an dem schwedischen Versorgungsunternehmen Graninge an. Eon nehme in den Verhandlungen eine Favoritenrolle ein, schreibt das Blatt am Freitag unter Berufung auf informierte Kreise. Neben dem Düsseldorfer Konzern seien der staatliche schwedische Marktführer Statkraft und der finnische Fortum-Konzern an Graninge interessiert. Die Electricite de France (EdF), Paris, will sich dem Bericht zufolge von ihrem Graninge-Anteil von 36,3 Prozent trennen. Laut Branchenkreisen hat die Transaktion einen Wert von 900 Millionen Euro, wie das “Handelsblatt“ in seiner Freitagausgabe schreibt. (vwd)
Wirtschaftsnachrichten
Regierung senkt Geringverdienergrenze für Azubis
Tausende von Lehrlingen vor allem in den neuen Bundesländern müssen ab August wieder mehr Sozialbeiträge zahlen. Zum 1. August hat die Bundesregierung die so genannte Geringverdienergrenze von 400 auf 325 Euro abgesenkt, wie die Bundesknappschaft dem „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe) bestätigte. Erst im April war diese gleichzeitig mit Einführung der 400-Euro-Minijobs angehoben worden. Ausbildende Unternehmen werden damit finanziell entlastet, die Lehrlinge belastet. Die Gewerkschaften lehnten die Senkung ab. Das Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftbundes, Ingrid Sehrbrock, bezweifelt, daß die Arbeitgeber nun aufgrund der zusätzlichen Einnahmen mehr Lehrstellen anbieten. Als „sehr ärgerlich und konzeptlos“, bezeichnete Verdi-Vorstandsmitglied Isolde Kunkel-Weber die Maßnahme. Azubis würden im Vergleich zu Minijobbern schlechter gestellt. Die Arbeitgeber begrüßten dagegen die Maßnahme. „Damit wird ein handwerklicher Fehler behoben“, sagte Günter Lambertz, Ausbildungsexperte vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dem Blatt. Wäre die Grenze bei 400 Euro geblieben, hätte das die Bereitschaft der Betriebe, auszubilden, erheblich belastet. (AFP)
Japans Notenbank bestätigt De-Facto-Nullzinspolitik
Die Bank von Japan (BoJ) hat am Freitag ihre Geldpolitik erwartungsgemäß unverändert gelassen. Damit bleibt die japanische Notenbank bei ihrer De-Facto- Nullzinspolitik. Die Leitzinsen in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft liegen seit Jahren nahe null Prozent. Die BoJ teilte nach zweitägigen geldpolitischen Beratungen in Tokio mit, das Ziel für die Höhe der Bankreserven bei der Zentralbanken bleibe bei 27 bis 30 Billionen Yen. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen. Die BoJ hat wiederholt angedeutet, sie werde erst von ihrer lockeren Geldpolitik abrücken, wenn die seit Jahren anhaltende Deflation in Japan beendet sei. Die Märkte hatten mit einer Beibehaltung der bisherigen Geldpolitik gerechnet und reagierte kaum auf die Entscheidung. (Reuters)
Japans Leistungsbilanzüberschuß erstmals wieder gesunken
Der Überschuß in der japanischen Leistungsbilanz ist im Juni erstmals seit drei Monaten wieder gesunken. Wie das Finanzministerium am Freitag in Tokio mitteilte, gingen erstmals seit mehr als einem Jahr die Ausfuhren der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft leicht zurück. Das Plus in Japans Leistungsbilanz schrumpfte den Angaben zufolge um 23,5 Prozent auf 1,1006 Billionen Yen (umgerechnet etwa 8,12 Milliarden Euro). Der Handelsbilanzüberschuss rutschte um 24,6 Prozent auf 1,0302 Billionen Yen. Erstmals seit 15 Monaten seien die Exporte relativ geringfügig auf 4,2054 Billionen Yen von 4,2058 Billionen Yen vor einem Jahr gefallen. Zugleich seien die Einfuhren um 11,8 Prozent auf 3,1752 Billionen Yen von 2,8391 Billionen Yen vor einem Jahr geklettert. Möglicherweise habe die Abwanderung japanische Industrie nach China die Bilanz beeinflußt, teilte das Ministerium weiter mit. Auch auf Sicht von sechs Monaten ging der Überschuß den Angaben zufolge zurück, und zwar um acht Prozent auf 7,2425 Billionen Yen. Das Ministerium hofft, daß die Weltkonjunktur im weiteren Jahresverlauf anziehen wird. Dann würden voraussichtlich auch die Exporte bald wieder anziehen, sagte ein Ministeriumssprecher vor Journalisten. (Reuters)
Amerikanische Verbraucherkredite sinken im Juni
Die ausstehenden Kredite von amerikanischen Verbrauchern haben sich im Juni zum ersten Mal seit November 2002 verringert. Sie sanken um 400 Millionen Dollar auf 1,761 Billionen Dollar, während Volkswirte einen Zuwachs von 7,5 Milliarden Dollar prognostiziert hatten. Im Vormonat hatte sich der Betrag um revidiert 8,2 Milliarden Dollar auf 1,762 Billionen Dollar erhöht, berichtete die Notenbank Federal Reserve in der Nacht zum Freitag. Allerdings sind die Daten recht volatil und werden häufig revidiert. Nicht-revolvierende Kredite stiegen im Juni um 0,900 (Mai: 4,1) Milliarden Dollar. Revolvierende Kredite, wie etwa über Kreditkarten, verringerten sich im Juni um 1,3 (Mai: 4,0) Milliarden Dollar. Annualisiert fielen die Konsumentenkredite um 0,2 Prozent, nachdem sie im Mai noch um 5,6 Prozent gestiegen waren. (vwd)