Tagestermine
02. Juni 2003 Die wichtigsten Wirtschafts- und Unternehmenstermine des Tages



Dax freundlich erwartet
04. Juni 2003 Nach einem Konsolidierungstag an Dienstag wird der Dax gehalten bis freundlich erwartet. Selbst die Gewinnwarnung von Daimlerchrysler scheint zunächst nicht stören zu können. Zinssenkungsphantasien dürften dem Markt Rückenwind geben, denn tiefere Zinsen führen auf Grund der Bewertungstechnik zumindest theoretisch zu höheren Aktienkursen. Ob die auf Grund der Gewinnentwicklung tatsächlich gerechtfertigt sind, ist eine andere Frage. Momentan gibt sich der Markt weitgehend „gewinnoptimistisch“ und tendiert nach oben. Sollte jedoch die Wirtschaft doch nicht so richtig in Schwung kommen und die Gewinnsteigerungen, die aktuell vor allem auf Grund von Kostensenkungen zustande kommen, nicht wiederholbar sein, könnte es zu Enttäuschungen kommen.
Notenbanker geben dem Rentenmarkt wieder Rückenwind
Der Rentenmarkt zehrt grundsätzlich von den disinflationären, wenn nicht gar deflationären Entwicklungen im internationalen Wirtschaftsgeschen. Das läßt sich auch aus den Äußerungen der Notenbanker am Dienstag herauslesen. Die Aussicht auf weitere Zinssenkungen sowohl in Europa als auch in Amerika hat die Konsolidierungstendenz schnell beendet. Allerdings geht den Notenbanken langsam die „Zinsmunition“ aus. Von daher sind die Rentenmärkte auf Grund des hohen Niveaus korrekturanfällig.
Dollar wenig verändert
Der Dollar wird am Mittwoch an den Devisenmärkten in der Nähe der New Yorker Schlusskurse gehandelt. Zum Yen wird die amerikanische Währung bei 118,80 Yen notiert, nach einem Kurs von 119,14 Yen im späten US-Handel. Der Euro wird mit 1,1718 Dollar gehandelt, nach einem New Yorker Schlusskurs von 1,1728 Dollar. Händler sagten, Äußerungen eines Beraters des japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi hätten den Dollar gestützt. Der Berater Koizumis, Haruhiko Kuroda, hatte auf der Grundlage eines Kaufkraftvergleichs einen Dollar-Yen-Wechselkurs von 140 Yen als angemessen bezeichnet. Damit spiegelt sich die absicht der Japaner wider, die eigene Währung schwächer zu reden, um damit die Exporte zu stimulieren. Dem stehen allerdings Repatriierungsströme entgegen, die den Yen unter Aufwertungsdruck setzen. Im Euro-Dollarverhältnis zeigt der Dollar zwar kurzfristig etwas Stärke, allerdings bleiben die langfristigen Probleme des amerikanischen Doppeldefizits, die gegen den Dollar sprechen.
Tokioter Börse kaum verändert
Die Tokioter Börse tendierte am Mittwoch zunächst fester, gab dann aber im späteren Handelsverlauf die Kursgewinne auf. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index leigt kurz vor dem Hadelsende kaum verändert bei 8.565,46 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index legt 0,2 Prozent auf 851,11 Punkte zu. Die Aktien des größten japanischen Mobilfunkanbieters, NTT DoCoMo, stiegen rund 1,5 Prozent, während sich die Papiere des Unterhaltungselektronik-Konzerns Sony um 1,8 Prozent auf 3.390 Yen verteuerten.
“Drachenbootfest“ in Hongkong
Auf Grund des Feiertags “Drachenbootfest“ bleiben am Mittwoch Börsen, Banken und Behörden in Hongkong geschlossen.
Nachbörsliche Kursbewegungen in Amerika
Leicht freundlicher präsentierten sich die Kurse am Dienstag im nachbörslichen Handel am amerikanischen Aktienmarkt. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator notierte am Ende mit einem Plus von 0,14 Prozent bei 1.200,28 Punkten.
Überraschend gute Quartalszahlen haben am Dienstag im nachbörslichen Geschäft der Comverse-Aktie Auftrieb gegeben. Das Unternehmen hatte im ersten Quartal einen geringeren Verlust erzielt als Analysten erwartet hatten. Die Aktie kletterte um 4,1 Prozent auf 15,80 Dollar. Allmerica Financial notierten nachbörslich unverändert, nachdem die Gesellschaft mitgeteilt hatte, es werde im zweiten Quartal zwei Milliarden Dollar zusätzlich abschreiben müssen. Die Abschreibung steht im Zusammenhang mit einem Schiedsspruch zu Ungunsten des Unternehmens. Im regulären Geschäft hatten Allmeria 0,8 Prozent auf 17,60 Dollar eingebüßt. Ciphergen Biosystems sprangen um 18,6 Prozent auf 10,70 Dollar. Hintergrund war die Nachricht, die Proteinchip-Technik des Unternehmens werde bei der Bekämpfung der Lungenkrankheit SARS eingesetzt.
Wall Street schließt mit moderaten Kursgewinnen
Die amerikanischen Aktienmärkte schlossen am Dienstag mit moderaten Kursgewinnen. Händlern zufolge warten die Investoren auf weitere Signale dafür, daß die Wirtschaft und die Unternehmensgewinne sich allmählich erholen. Die SEC-Prüfung bei IBM habe aber die Stimmung am Markt getrübt. Der Standardwerte-Index Dow Jones Industrial Average ging um 0,28 Prozent höher mit rund 8.922 Zählern aus dem Markt. Der Technologieindex Nasdaq Composite legte rund 0,81 Prozent auf 1.603 Punkte zu und der breiter gefasste S&P-500-Index um 0,47 Prozent auf 971 Punkte.
Die Investoren hofften weiter auf eine deutliche Belebung der US-Wirtschaft im späteren Jahresverlauf, hieß es im Handel. Allerdings verhielten sich die Anleger vor der Veröffentlichung von Unternehmensberichten zur Quartalsmitte vorsichtig. Von dem am Donnerstag dieser Woche anstehenden Bericht des weltgrößten Chipherstellers Intel erhofften sie sich Aufschlüsse über die Entwicklung der Nachfrage nach Halbleitern. Intel verließen den Markt mit 21,10 Dollar um 3,53 Prozent fester. Zudem stehen Ende der Woche wichtige Konjunkturdaten an, wie etwa der Arbeitsmarktbericht. Nach Ansicht einiger Analysten ist der Markt allerdings reif für eine Korrektur nach den ausgeprägten Gewinnen seit Mitte März, die den S&P-Index um rund 20 Prozent nach oben katapultiert haben. „Nach dem kräftigen Kursaufschwung ist es normal, daß wir jetzt so etwas wie eine Verdauungsphase erleben", sagte Scott Kuensell vom Haus Brandywine Asset Management.
Händler sagten, die Bilanzprüfung der Börsenaufsicht SEC beim weltgrößten Computerhersteller IBM belaste die Stimmung am Markt. Der Vorgang rufe böse Erinnerungen an die Bilanzskandale wie bei Enron, WorldCom und anderen wach, die in den vergangenen Jahren das Vertrauen der Anleger erschüttert hatten. Nach Unternehmensangaben untersucht die SEC, wie IBM in den Jahren 2000 und 2001 bestimmte Umsätze verbucht hat. Der Konzern geht davon aus, daß die Prüfung die Folge einer Untersuchung bei einem Kunden einer IBM-Sparte ist. IBM-Aktien zählten zu den umsatzstärksten Papieren an der Wall Street und verloren mehr als vier Prozent auf 83,82 Dollar.
Die Erinnerung an die Bilanzskandale wurde nach Angaben von Händlern zudem durch die Nachricht gestärkt, daß die US-Staatsanwaltschaft strafrechtliche Ermittlungen gegen die Firma der Raumausstatterin Martha Stewart, Martha Stewart Living Omnimedia beantragt hat. Die Aktien des Unternehmens fielen um 15 Prozent auf 9,52 Dollar. Dagegen verhalf eine Höherbewertung des Brokerhauses Merrill Lynch den Papieren des Datenspeicherherstellers Brocades Communications Systems zu einem Kurssprung um mehr als 20 Prozent auf 7,26 Dollar.
Amerikanische Anleihen mit fester Tendenz - Greenspan-Aussagen beflügeln
Beflügelt von Aussagen des amerikanischen Notenbankpräsidenten Alan Greenspan zeigten sich die amerikanischen Anleihen am Dienstag im späten Geschäft fest. Zehnjährige Titel mit einer Zinsausstattung von 3,625 Prozent gewannen 21/32 auf 102-14/32 und rentierten mit 3,333 Prozent nach 3,421 Prozent am Montag. Die 30jährigen Staatsanleihen mit einem Kupon von 5,375 Prozent stiegen um glatt eins auf 116-3/32. Hier ergab sich eine Rendite von 4,366 Prozent nach 4,425 Prozent.
Da am Berichtstag keine Konjunkturdaten veröffentlicht worden seien, hätten sich die Anleihen an Aussagen Greenspans orientiert, sagten Händler. Dieser habe mit seinen Äußerungen der Hoffnung auf weitere Zinsschritte neue Nahrung gegeben. Greenspan äußerte sich in einer Videoübertragung zu der in Berlin stattfindenden International Monetary Conference (IMC) begrenzt optimistisch hinsichtlich des Konjunkturausblicks. Er sehe die Anfänge einer konjunkturellen Wende und halte die Deflationsgefahr für “sehr gering“. Mit seinen Äußerungen habe Greenspan allerdings auch die möglichen Gefahren einer Deflation und ihre Folgen für die wirtschaftliche Aktivität und den Arbeitsmarkt wieder ins Bewusstsein gerückt, sagten Marktteilnehmer.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
Medienschau
04. Juni 2003 Unternehmensnachrichten
Gewinnwarnung bei DaimlerChrysler
Der deutsch- amerikanische Autobauer DaimlerChrysler rechnet wegen des anhaltenden Preiskampfs in den USA im laufenden Jahr mit einem Gewinnrückgang aus dem operativen Geschäft. Die US-Tochter Chrysler werde im zweiten Quartal 2003 einen operativen Verlust von ungefähr einer Milliarde Euro hinnehmen müssen, teilte DaimlerChrysler am späten Dienstagabend nach einer Vorstandssitzung mit. Der operative Gewinn im Konzern werde sich 2003 daher nur auf rund fünf (2002: 5,8) Milliarden Euro belaufen. Bisher hatte DaimlerChrysler erwartet, dass der operative Gewinn gegenüber dem Vorjahr nochmals zulegen werde. Chrysler werde statt des erhofften, zuletzt wegen der Flaute in den USA aber bereits mit einem Fragezeichen versehenen Gewinns von zwei Milliarden Euro vor Restrukturierungskosten nur einen „leicht positiven“ Operating Profit ausweisen. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) senkte als Reaktion den Ausblick für das Rating von DaimlerChrysler. (Reuters)
GM stellt mittelfristiges Ziel für Ergebnis in Frage
General Motors hat das Ziel, bis zur Mitte des laufenden Jahrzehnts ein Ergebnis je Aktie vor außerordentlichen Posten von zehn Dollar zu erzielen, in Frage gestellt. “Es ist klar, dass dies schwieriger geworden ist“, sagte der CEO Rick Wagoner am Dienstag im Anschluss an die Hauptversammlung des US-Automobilkonzerns. Der CEO hielt jedoch an dem Ergebnisziel fest. GM hatte 2002 ein Ergebnis je Aktie von 6,98 Dollar vor ao Posten erzielt und strebt im laufenden Jahr fünf Dollar je Aktie an. GM sei unzufrieden mit der Entwicklung des Absatzes und dem Marktanteil in Nordamerika im laufenden Jahr, sagte Wagoner. Schuld sei die schwache Konjunktur, die eine fallende Nachfrage zur Folge habe und verkaufsfördernde Maßnahmen notwendig mache. Diese Maßnahmen sollen jedoch fortgesetzt werden. (vwd)
Wirtschaftsnachrichten
Reserve Bank of Australia belässt Cash-Rate bei 4,75 Prozent
Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat am Mittwoch erwartungsgemäß ihr Leitzinsniveau bestätigt. Damit beläuft sich die Cash-Rate weiterhin auf 4,75 Prozent. Zuletzt hatte die RBA ihre Geldpolitik im Juni vergangenen Jahres geändert und den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben. Beobachter hatten im Vorfeld der Entscheidung auch nicht mit einer Änderung des Leitzinsniveaus gerechnet. Zur Begründung dieser Prognose wurde auf die Äußerungen von RBA-Mitgliedern verwiesen, denen zufolge die australische Notenbank die Volkswirtschaft des Landes als stabil einschätzt und für die zweite Jahreshälfte eine Erholung der Weltwirtschaft erwartet. (vwd)
Guter Mai für deutsche Autobauer in Nordamerika
Die deutschen Autohersteller haben mit Ausnahme von VW ihren Absatz in Nordamerika im Mai gesteigert. Bei VW brachen die Verkäufe dagegen um 13 Prozent auf 27 941 Autos ein. Der weltgrößte Autohersteller General Motors (GM) steigerte im Mai seinen US-Absatz um vier Prozent auf 435 495 Fahrzeuge. Der Cayenne, der seit März in Nordamerika angeboten wird, sei 1.479 Mal verkauft worden, berichtete Porsche. Der Mai-Absatz sei dadurch um 34 Prozent besser ausgefallen als 2002. Das Geschäft mit Sportwagen sei dagegen wegen der US-Konjunkturschwäche und der Flaute auf dem Automobilmarkt erneut hinter dem Vorjahr zurückgeblieben. Einen kräftigen Zugewinn verbuchte BMW mit einem Absatzplus von neun Prozent auf 25.765 Einheiten. Im Mai wurden 3.310 Minis abgesetzt - fast doppelt so viele wie vor einem Jahr. Unterschiedlich entwickelte sich der Absatz bei DaimlerChrysler Während die Marke Mercedes-Benz mit 19.167 Autos sechs Prozent mehr ausliefern konnte, verkaufte Chrysler mit 217.411 Einheiten drei Prozent weniger als vor einem Jahr. Bei Volkswagen liegt der Absatz seit Beginn des Jahres mit 120 150 Fahrzeugen um 12,5 Prozent hinter dem Stand des Vorjahres zurück. Die VW-Tochter Audi konnte dagegen den Absatz im Mai um 1,9 Prozent auf 7857 Fahrzeuge steigern. Der US-Autohersteller Ford konnte im vergangenen Monat den Abwärtstrend in seinem Heimatmarkt abbremsen. In den USA seien im Mai mit 327.666 Fahrzeugen 0,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor gekauft oder geleast worden, teilte die Ford Motor Company in Dearborn mit. Im April hatte das Minus noch bei 2,9 Prozent gelegen. (dpa)
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