Frühaufsteher, der tägl. Ausblick a.d. Börse


Thema
abonnieren
Beiträge: 2
Zugriffe: 442 / Heute: 1
jack303:

Frühaufsteher, der tägl. Ausblick a.d. Börse

 
10.12.02 07:46
Dax etwas leichter erwartet

10. Dezember 2002 Schwache Vorgaben von der Wall Street, die anhaltende Unsicherheit um die weitere konjunkturelle Entwicklung, teilweise hohe Aktienbewertungen und die Sorgen über mögliche hohe Kosten eines Irak-Feldzugs dämpfen die Fantasie der Börsianer. So richtet sich der Blick auf die US-Notenbank, die sich am heutigen Dienstag zu einem der regelmässigen Termine trifft. Eine Zinssenkung wird nicht erwartet. Nach den Kursverlusten vom Montag wird zunächst ein verhaltener Handel erwartet.

Bund-Future kaum verändert gesehen

Die konjunkturellen Signale sind alles andere als ermutigend. Das schränkt die Fantasie der Börsianer ein und dürfte im Umkehrschluss die Rentenmärkte stützen. Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die volatile Seitwärtsbewegung der vergangenen Wochen fortsetzt.

Euro behauptet sich

Behauptet zeigt sich der Euro am Dienstag im frühen Handel. Um 6.46 Uhr MEZ kostet ein Euro 1,0102 Dollar nach 1,0098 Dollar am Montagabend in New York. Zum Yen notiert die US-Währung mit 123,57 Yen nach 123,39 Yen am Montag in New York. Investoren hielten sich mit Dollar-Käufen zurück, da sie Händlern zufolge auf eine Stellungnahme des designierten US-Finanzministers John Snow zur Währungspolitik warten. Nach seiner Nominierung am Montag hatte Snow dazu keinen Kommentar abgegeben. „Der Markt will sehen, ob Snow die Richtung einer Politik des starken Dollars einschlägt", sagte Mitsuro Saito, Chefvolkswirt bei UFJ Tsubasa Securities.

Börse Tokio schließt schwächer

Etwas leichter hat am Dienstag die Tokioter Börse den Handel beendet. Der Nikkei-225-Index verlor 0,4 Prozent oder 23 Yen auf 8.804, der Topix legte dagegen um 0,2 Prozent oder zwei Punkte auf 856 Punkte zu.

Aktien Hongkong am Mittag etwas leichter - HSBC belasten

Mit einer etwas leichteren Tendenz präsentieren sich die Kurse an der Börse in Hongkong am Dienstagmittag (Ortszeit). Zum Ende der ersten Sitzungshälfte ermäßigt sich der Hang-Seng-Index (HSI) um 0,3 Prozent oder 32 Zähler auf 9.836. Ein Marktteilnehmer verweist zur Begründung auf Short-Selling beim Indexschwergewicht HSBC. Die Aktie verliert 0,8 Prozent auf 88,75 Dollar. Aber die meisten Blue-Chips dürften nach den Verkäufen vom Vortag Unterstützung gefunden haben, und deshalb sollte der HSI im Verlauf nicht wieder das bisherige Tagestief bei 9.764 Punkten sehen, fügt ein weiterer Händler hinzu. Jede Erholung bei HSBC dürfte den Index wieder in den grünen Bereich klettern lassen.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach US-Börsenschluss

Nachbörslich legten die Aktien des Festplattenherstellers Maxtor satte 31 Prozent auf 5,21 Dollar zu. Das Unternehmen hatte seine Gewinnprognose beinahe verdoppelt. Es erwartet für das vierte Quartal nun einen Gewinn zwischen zehn und 14 Cent je Aktie. Im Oktober hatte es noch sieben Cent prognostiziert.

Die Anleger ließen sich am Montag im nachbörslichen Handel nicht von der Nachricht aus der Ruhe bringen, dass der angeschlagene Einzelhändler Kmart eine Reihe von Finanzergebnissen für zurückliegende Jahre und das erste Halbjahr 2002 veröffentlichen will. Kmart wird nach eigenen Angaben im Januar Gläubigerschutz beantragen. In einer Pressemitteilung am Montag teilte Kmart mit, die Bereinigung werde dazu führen, dass der Unternehmensverlust für die sechs Monate bis zum 30. Juli um mehr als 100 Millionen Dollar schrumpfe. Ausgewiesen worden war für diesen Zeitraum ein Verlust von 1,83 Milliarden Dollar oder 3,63 Dollar je Anteilsschein. Kmart hatten im regulären Handel 0,02 Dollar verloren, legten nachbörslich auf der Handelplattform Island.ECN bis 1.13 Uhr MEZ aber um 3,6 Prozent auf 0,58 Dollar zu.

Inforte verteuerten sich nach Handelsschluss auf der Handelsplattform Island.ECN bis gegen 1.53 Uhr MEZ um zehn Prozent auf 6,30 Dollar. Im regulären Geschäft gab die Aktie fünf Prozent ab. Das Unternehmen hatte die Schätzung für das vierte Quartal und das Gesamtjahr nach oben korrigiert. Zur Begründung verwies Inforte auf eine starke Entwicklung in diesem Quartal. Im vierten Quartal prognostiziert Inforte beim Gewinn je Aktie den Break-Even mit 0,04 Dollar je Anteilsschein. Die Umsätze dürften in einer Spanne zwischen 8,5 Millionen und 9,5 Millionen Dollar liegen. Inforte hatte den Break-Even zwar schon zuvor im vierten Quartal geschätzt, doch die Umsatzprognose lag bei rund acht Millionen Dollar.

Wall Street von United-Insolvenz und Herabstufungen gedrückt

Der Insolvenzantrag der hoch verschuldeten US-Fluglinie United Airlines und negative Analystenkommentare unter anderem zur IBM-Aktie haben die US-Börsen zum Wochenauftakt deutlich ins Minus gedrückt. Sorgen über mögliche hohe Kosten im Falle eines Kriegs gegen den Irak hätten das Geschäft zudem belastet, sagten Händler. Der Dow-Jones-Index fiel zum Handelsschluss 1,99 Prozent auf rund 8.473 Punkte, der Nasdaq-Index um 3,89 Prozent auf rund 1.367 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 2,22 Prozent auf rund 892 Zähler.

„Die US-Wirtschaft wird durch die UAL-Nachrichten in ihren Grundmauern erschüttert. Das wird auch auf andere Bereiche übergreifen", sagte Steve Kolano, Aktienhändler bei Mellon Growth Advisors. Auch anhaltende Kriegsängste sorgten für Unsicherheit am Markt, fügte er hinzu. Vor Börsenbeginn hatte die UAL-Tochter United Airlines den in der Luftfahrtbranche bislang größten Insolvenzantrag gestellt. Die Fluggesellschaft hatte gleichzeitig ein tief greifendes Sparprogramm angekündigt. Die Aktien von UAL notierten zum Handelsschluss unverändert mit 0,93 Dollar. Die Anleger befürchteten, dass die Folgen der Insolvenz auch auf andere Branchen übergreifen könnten, sagten Händler. Die Titel des Flugzeugherstellers Boeing schlossen rund drei Prozent im Minus auf 32,40 Dollar. Die Aktien des Computerdienstleisters Electronic Data Systems verloren rund 3,4 Prozent auf 16,32 Dollar. Das Unternehmen hatte seine Gewinnprognose für das vierte Quartal um zehn Prozent gesenkt und dies mit der Insolvenz seines Leasing-Partners United Airlines begründet.

Die Titel des Computerkonzerns IBM gaben rund 3,4 Prozent auf 79,54 Dollar nach. Die Banc of America hatte zuvor ihre Bewertung der IBM-Aktie auf „market perform“ von „buy“ gesenkt. Die Titel hätten seit den Tiefständen Anfang Oktober rund 50 Prozent gewonnen und seien am oberen Ende ihrer Bewertungsspanne angelangt, hieß es zur Begründung. Die Titel des US-Mobilfunkausrüsters Qualcomm gaben rund 5,5 Prozent auf 39,19 Dollar ab. Die Investmentbank Salomon Smith Barney hatte zuvor die Bewertung der Qualcomm-Aktien auf „in-line“ von „outperform“ zurückgenommen. Die Aktie habe sich von ihrem jüngsten Tiefstand Mitte September inzwischen rund 60 Prozent erholt, teilte die Bank dazu mit. Die Titel des weltgrößten Einzelhandelskonzerns Wal-Mart Stores fielen rund 2,2 Prozent auf 51,85 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, die kalte Witterung habe den Umsatz in der vergangenen Woche belastet. Der Umsatzzuwachs im Dezember dürfte jedoch bei den seit mindestens einem Jahr geöffneten Geschäften wie zuvor prognostiziert zwischen drei bis fünf Prozent liegen.

US-Anleihen schließen von schwachen Aktienkursen gestützt fester

Fester präsentierten sich die Anleihenotierungen am Montag in den USA. Die Festverzinslichen hätten von der Schwäche des Aktienmarktes und der Unternehmensanleihen infolge der Insolvenzmeldung von United Airlines profitiert, sagte ein Händler. Zehnjährige Papiere mit einem Kupon von 4,0 Prozent wurden um 12/32 höher bei 99-20/32 gehandelt und rentierten mit 4,042 Prozent nach 4,090 Prozent am Freitag. Der 30-jährige Longbond mit einer Zinsausstattung von 5,375 Prozent zog um 21/32 auf 106-19/32 an, die Rendite sank auf 4,940 Prozent nach 4,981 Prozent.

Marktteilnehmer berichteten von einem typischen Montagshandel, an dem mangels neuer Konjunkturdaten die Umsätze gering gewesen seien. Mit einem Auge habe man auf den Aktienmarkt und mit dem anderen auf den Irak geblickt.  Stützend hätten auch jüngste Berichte aus dem Einzelhandelssektor gewirkt, denen zufolge offenbar am vergangenen Wochenende die typische Nach-Thanksgiving-Kaufflaute eingesetzt habe. Wegen des kurzen Zeitraums von nur vier Wochen zwischen Thanksgiving und Weihnachten in diesem Jahr steige nun der Druck für die Einzelhändler, in den verbliebenen zwei Wochen bis zu den Festtagen die Umsätze anzukurbeln.

Der Markt habe die Ernennung von John Snow zum neuen Finanzminister verdaut, ohne dass tatsächlich konkret auf diese Nachricht gehandelt worden sei. “Die Investoren sind sich noch gar nicht sicher, was diese Entscheidung genau für die Wirtschaft bedeutet“, begründete das ein Analyst. “Es ist noch zu früh, um abschätzen zu können, in welche Richtung es geht“, fügte er hinzu. Im Markt seien bereits Hedging-Aktivitäten in Bezug auf die Richtung, die die Finanzpolitik der Regierung nehmen könnte. Als Nachfolger für den Wirtschaftsberater Lawrence Lindsey werde der ehemalige Goldman-Sachs-Chairman Steven Friedman gehandelt. Das FOMC-Treffen am Dienstag sei im Anleihemarkt weniger beachtet worden, zumal kein Zinsschritt zu erwarten sei.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
Den Frühaufsteher können Sie auch als kostenlosen Newsletter bestellen. Klicken Sie hierzu auf „Meine Daten“ in der Kopfzeile.

Text: @cri

Antworten
jack303:

Unternehmensnachrichten

 
10.12.02 07:46


Johnson Electric Holdings schlägt Erwartungen

Johnson Electric Holdings hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr um 34 gesteigert und hat damit die Erwartungen geschlagen. (Bloomberg)

Gerüchte um Führungswechsel bei Fiat

Die Krise des Autokonzerns Fiat hat heftige Spekulationen um einen Führungswechsel ausgelöst. Angeblich haben Präsident Fresco und Konzernchef Galateri ihren rücktritt angeboten. Fiat dementierte am Montag Abend. (FT, S.1)

Wirtschaftsnachrichten

US-Arbeitsmarktdaten für September und Oktober deutlich revidiert

Das US-Arbeitsministerium hat die Arbeitsmarktdaten für September und Oktober revidiert. Grund dafür seien Fehler bei der Saisonbereinigung, teilte das Arbeitsministerium am Montag in Washington mit. Nach der Revision sei die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft im September um 84.000 und nicht wie ursprünglich gemeldet um 4000 gesunken, hieß es. Im Oktober sei die Zahl der neuen Stellen auf 86.000 von 6.000 revidiert worden. Die November-Zahl sei nicht geändert worden. Das Arbeitsministerium hatte für November einen Rückgang der Beschäftigtenzahl um 40.000 ausgewiesen. (Reuters)

Den Frühaufsteher können Sie auch als kostenlosen Newsletter bestellen. Klicken Sie hierzu auf „Meine Daten“ in der Kopfzeile.

Text: @cri
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--