Dax dürfte nach Tagesrally am Donnerstag verhalten tendieren
Eine eindrückliche Kurserholung mit dem Rückenwind der Wall Street dürfte in erster Linie technisch bedingt sein. Denn fundamental hat sich wenig geändert. Aus diesem Grund dürften Gewinnmitnahmen nicht ausgeschlossen sein. Im Vorfeld anstehender Konjunktur- und Unternehmensdaten (Erzeugerpreise, Einzelhandelsumsätze, Vertrauensindex der University of Michigan, Quartalsergebnis von General Electric) werden die Märkte voraussichtlich abwarten und seitwärts tendieren.
Bund-Future dürfte sich stabilisieren
Stark steigende Kurse an den Börsen hatten sich am Rentenmarkt mit fallenden Notierungen bemerkbar gemacht. Der Bund-Future hat am Donnerstag 52 Punkte auf 112,18 Prozent verloren. Am Freitag dürfte er sich davon wieder etwas erholen.
Dollar in Fernost kaum verändert
Nach der Entscheidung der Bank von Japan, ihre De-Facto-Nullzinspolitik beizubehalten, hat sich der Dollar am Freitag am fernöstlichen Devisenmarkt nahezu unverändert zu seinem US-Schlusskurs gezeigt. Gegen 06.45 MESZ wurde die US-Währung mit 123,94/97 Yen gehandelt nach einer letzten Notiz von 123,68/70 Yen in New York. Der Euro lag mit 0,9865/70 Dollar ebenfalls in etwa bei seinem US-Schlusskurs von 0,9850/55 Dollar.
Börse Tokio erholt sich nur leicht
Nach dem Beschluss der Bank von Japan, keine Veränderungen in ihrer bisherigen Zinspolitik vorzunehmen, hat der Aktienmarkt in Tokio einen Teil der anfänglichen Gewinne wieder eingebüßt. Vor allem Finanztitel lagen im Minus. Händler sagten, einige Investoren hätten auf eine weitere Lockerung der Zinspolitik spekuliert und seien nun enttäuscht worden. Gestützt durch eine feste Wall Street vom Vorabend legten vor allem Technologie- und Automobilwerte zu. Der Nikkei-Index notierte rund eine Stunde vor Handelsschluss mit 1,37 Prozent im Plus bei 8.555,60 Punkten. Der breitere Topix-Index stieg um 1,77 Prozent auf 850,37 Zähler. Der Aktienkurs der nach Vermögenswerten weltgrößten Bank Mizuho Holdings fiel um mehr als vier Prozent.
Aktien Hongkong mittags freundlich - HSI steuert 9.000 Punkte an
Mit freundlicher Tendenz zeigt sich der Hongkonger Aktienmarkt am Freitag. Der Hang-Seng-Index (HSI) klettert zum Ende der ersten Sitzungshälfte um 0,8 Prozent bzw 67 Punkte auf 8.925. Diese von den guten US-Vorgaben getriebene Trendumkehr helfe jedoch nicht, den Umsatz zu steigern, sagen Teilnehmer. Der Index werde den Widerstand bei 9.000 Punkten am Berichtstag wohl nicht erreichen, vermuten einige Händler. Andere sehen den Index indes nahe eines kurzfristigen Bodens. Der HSI zeige ein starkes positives Momentum und eine deutliche Rally werde in den nächsten Wochen folgen.
USA: Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss
Mit deutlichen Kursverlusten haben sich Juniper Networks im nachbörslichen Handel am Donnerstag präsentiert. Zuvor hatte das Unternehmen Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Der Verlust je Aktie weitete sich auf 0,24 Dollar nach 0,09 Dollar im Vorjahr aus, der Umsatz fiel um 25 Prozent auf 152 Millionen Dollar. Analysten hatten mit einem Umsatz von 155,8 Millionen Dollar gerechnet. Der Verlust je Aktie vor Aufwendungen aus Umstrukturierungen, Forschung & Entwicklung und anderen Kosten betrug 0,02 Dollar und traf damit die Prognosen des Marktes. Juniper verbilligten sich auf Island ECN bis 19.58 Uhr Ortszeit um 6,4 Prozent auf 4,85 Dollar, nachdem sie im regulären Handel um 12,6 Prozent auf 5,18 Dollar gestiegen waren.
Dagegen verteuerten sich Powerwave Technologies nach überraschend guten Drittquartalsergebnissen bis 19.53 Uhr (Ortszeit) um 9,8 Prozent auf 3,60 Dollar und weiteten damit ihre Gewinne aus der regulären Sitzung (19,7 Prozent) aus. Powerwave hatte ein Ergebnis je Aktie von 0,02 Dollar mitgeteilt und damit 0,01 Dollar über dem Konsens der Analysten gelegen. Der Quartalsumsatz belief sich auf 91,3 Millionen Dollar. Von besser als erwarteten Ergebnissen profitierten ebenfalls Echelon. Das Unternehmen erwirtschaftete 0,13 Dollar Gewinn je Aktie und generierte einen Umsatz von 33,4 Millionen Dollar. Echelon legten bis 19.49 Uhr (Ortszeit) um 8,9 Prozent auf 10,50 Dollar zu.
Yahoo-Bilanz und Konjunkturdaten treiben Wall Street kräftig an
Ein überraschend positiver Quartalsbericht des Internetunternehmens Yahoo und besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten haben die US-Börsen am Donnerstag kräftig angetrieben. Einige Händler sagten, der Markt sei nach den Verlusten des Vortages außerdem technisch überverkauft gewesen. Der Dow-Jones-Index, der im frühen Geschäft kurzfristig auf ein neues Fünfjahres-Tief gefallen war, schloss rund 3,4 Prozent fester bei 7.534 Punkten, der technologielastige Nasdaq-Index gewann rund 4,4 Prozent auf 1.163 Zähler. Der breiter gefasste S&P 500 Index kletterte um 3,50 Prozent auf 804 Punkte.
„Yahoo hat bessere Zahlen vorgelegt, und die Tatsache, dass der Technologiesektor sich fester als der übrige Markt zeigt, gibt den Leuten einen Hoffnungsschimmer", sagte David Memmott, Leiter Aktienhandel bei Morgan Stanley. Die Aktie zog daraufhin um 23 Prozent auf 12,27 Dollar an. Einige Aktienexperten warnten jedoch allgemein vor verfrühtem Optimismus. „Ich denke, dass wir noch nicht das klare Signal erhalten haben, auf das wir hoffen. Wir brauchen sicherlich mehr Zeit für einen Aufwärtstrend", fügte Philip Dow, Aktienstratege bei RBC Dain Rauscher, hinzu.
Die Aktien der zweitgrößten US-Krankenversicherung Aetna Inc kletterten rund 16,1 Prozent auf 36,80 Dollar. Das Unternehmen hatte angekündigt, der Gewinn im dritten Quartal werde rund doppelt so hoch wie von Analysten erwartet ausfallen. Die Aktien des US-Mischkonzerns General Electric, die am Vortag deutlich eingebüßt hatten, stiegen trotz weiterer negativer Analysteneinschätzungen rund 2,7 Prozent auf 22,60 Dollar. Am Vortag hatte die Investmentbank Morgan Stanley das Kursziel für die Aktien des GE-Konzerns gesenkt. Am Donnerstag nahm die Investmentbank Merrill Lynch ihrerseits ihre Bewertung für die Aktien des Unternehmens auf „neutral“ von „buy“ zurück und reduzierte auch die Gewinnprognosen. Das Unternehmen will am Freitag seine Quartalsbilanz vorlegen.
Analysten sprachen angesichts der Kursgewinne auch von einer technischen Reaktion nach den Verlusten des Vortages. Der S&P-Index habe zunächst wichtige technische Marken nach unten durchbrochen und sei kurz danach aber deutlich gestiegen. „Das heißt, dass der Markt überverkauft war", sagte Brian Pears, Leiter Aktienhandel bei Victory Capital Management. Händler sagten, zu der positiven Stimmung an der Börse hätten auch die Konjunkturdaten beigetragen. Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung in der Woche zum 5. Oktober war stärker als erwartet gefallen.
US-Anleihen schließen schwach
NSchwach zeigten sich die US-Anleihen am Donnerstag. Zehnjährige Titel mit einer Zinsausstattung von 4,375 Prozent verloren 23/32 auf 105-29/32 und rentierten mit 3,654 Prozent nach 3,558 Prozent am Mittwoch. Der 30-jährigeLongbond mit einem Kupon von 5,375 Prozent büßte 28/32 auf 110-10/32 ein. Die Rendite betrug 4,712 Prozent nach 4,660 Prozent. Mit dem steilen Anstieg der Aktienkurse am Nachmittag hätten sich die Verluste bei den Anleihen beschleunigt, sagten Händler.
Trotz des deutlichen Rückgangs der Anleihe-Notierungen sei er nicht davon überzeugt, dass dieser Ausverkauf länger anhalte, merkte Analyst John Canavan von Stone & McCarthy Research Associates an. Viele Teilnehmer hätten zwar Gewinne realisiert, doch warteten andere bereits, um auf dem niedrigeren Niveau wieder einzusteigen. Denn ein Großteil der Marktteilnehmer am Treasurys-Markt traue der Aktien-Rally nicht so recht über den Weg, sagte Canavan.
Die am Berichtstag veröffentlichten Konjunkturdaten hätten nur geringen Einfluss gehabt, sagten Beobachter. Bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA war in der Vorwoche ein Rückgang um 40.000 verzeichnet worden. Volkswirte hatten eine Abnahme um 4.000 prognostiziert. Dies sei der stärkste Rückgang seit April, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Beobachter sprachen jedoch von einer statistischen Abweichung, die keine Trendwende darstelle. Die US-Importpreise stiegen im September um 0,7 Prozent. Hier war ein Anstieg um 0,3 Prozent erwartet worden. Die Zunahme der Lagerbestände im US-Großhandel entsprach mit plus 0,2 Prozent im August den Prognosen.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
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Text: @cri