dies hier heute morgen gelesen hast, vor allem die letzten beiden Abschnitte.
.. und das ist auch meine Einschätzung; ein bißchen verstehe ich von VWL wie Du von Jura:
Montag, 27.08.2001, 08:49
HINTERGRUND: Kein Silberstreif am Horizont der amerikanischen Konjunkturflaute
WASHINGTON (dpa-AFX) - Am Mittwoch veröffentlicht das US- Handelsministerium seine neueste Schätzung zum Wirtschaftswachstum im 2. Quartal. Praktisch alle Ökonomen sind sich einig: das äußerst dünne Wachstum dürfte auf nahe Null nach unten korrigiert werden. Die vor allem von der Regierung verbreiteten optimistischen Prognosen, dass es bald bergauf geht, dürften einen empfindlichen Dämpfer erhalten.
Nach der ersten Schätzung des Handelsministeriums wuchs das Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal um 0,7 Prozent auf Jahresbasis. Nur auf die Monate April bis Juni bezogen entspricht das 0,175 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. "Ob es eine Rezession wird, bleibt abzuwarten", sagt der deutsche Volkswirt Christian Weller vom liberalen Economic Policy Institute in Washington. "Das 3. Quartal hat sich sehr schwach angelassen." Nach der Definition ist eine Rezession vorhanden, wenn die Wirtschaft in zwei Quartalen hintereinander schrumpft.
ÖKONOMEN SPRECHEN ANGESICHTS DER JÜNGSTEN DATEN VON EINER 'WACHSTUMSREZESSION'
"Die Tatsache, dass wir jetzt bereits drei Quartale mit relativ niedrigem Wachstum hatten, ist sehr beunruhigend", sagt Weller. Im 4. Quartal 2000 nahm das Bruttoinlandsprodukt auf Jahresbasis noch um 1 Prozent zu, im 1. Quartal dieses Jahres um 1,3 Prozent. Viele Ökonomen sprechen deshalb von einer "Wachstumsrezession".
Auch die US-Notenbank, die vergangene Woche zum siebten Mal in diesem Jahr die Leitzinsen senkte, sah keinen Silberstreif am Horizont. "Auf absehbare Zeit" sei mit der anhaltenden Wirtschaftsschwäche zu rechnen, teilte die Fed mit.
Mit ihrem so genannten "Beige Book", das die Wirtschaftstätigkeit in allen Regionen und Sektoren in den USA untersucht, ließ sie bereits vor zwei Wochen die Alarmlampen angehen. Erstmals in diesem Jahr zeigte die Aufstellung, dass die Wirtschaftsschwäche sämtliche Wirtschaftssektoren und alle Regionen der USA gleichermaßen erreicht hat. Die Industrieproduktion sinkt seit zehn Monaten, die Unternehmensinvestitionen gehen seit fast einem Jahr zurück. Allein im 2. Quartal meldeten 400 000 Amerikaner Bankrott an, ein Viertel mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
GEDROSSELTER KONSUM IST SCHLAG FÜR US-WIRTSCHAFT
Das zeigt sich an den Ladenkassen. Die Verbraucher, die bislang trotz massiver Entlassungswellen und schwindender Gewinne an den Aktienbörsen bei der Stange blieben, werden vorsichtiger. Auch aggressive Preisnachlässe für Autos und Computer locken ihnen das Geld nicht mehr so leicht aus der Tasche. Das ist ein Schlag für die US-Wirtschaft, die zu Zweidritteln von den Verbraucherausgaben gestützt wird.
Dass der Index der wichtigsten Wirtschaftsindikatoren seit vier Monaten nach oben zeigt, kann nach Einschätzung der Volkswirte von den schwachen Fundamentaldaten nicht ablenken. "Ich sehe eine ziemliche Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit", sagt Weller. Die Unternehmen kämpfen weiter mit hohen Lagerbeständen und überschüssigen Kapazitäten. Die Exportmärkte sind durch die weltweite Flaute weggebrochen. Die US-Regierung hat durch ihre beschlossenen Steuereinschnitte wenig Geld, um die Wirtschaft anzukurbeln.
AKTUELLE SITUATION IST 'SCHLIMMSTE REZESSION, DIE MAN JE SEHEN KANN'
"Wenn dies keine Rezession ist, ist das die schlimmste Nichtrezession, die man je sehen kann", sagte der Ökonom Lakshman Achuthan vom Economic Cycle Research-Institut der "Washington Post".
Die Investoren aus dem Ausland scheinen die trüben Aussichten dennoch nicht zu schrecken. Das Geld fließt unvermindert Richtung USA. Nach amerikanischer Lesart liegt der Grund auf der Hand: zu hohe Steuern, zu starre Regeln und zu wenig Wettbewerb machen Europa ihrer Ansicht nach für Anleger wenig attraktiv. "Schlechte Steuerpolitik, schlechte Geldpolitik, und der Unwille, irgendetwas daran zu ändern", schreibt der Chefredakteur von "Newsweek", Fareed Zakaria, machten die USA offensichtlich noch immer zum sichersten Hafen der Welt. --- Von Christiane Oelrich, dpa ---
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