Fondsmanager rechnen mit Gehaltsanstieg um 35 Prozent
New York, 8. Juni (Bloomberg) - Fondmanager können sich in diesem Jahr auf eine satte Gehaltssteigerung freuen. Auf durchschnittlich 436.500 Dollar soll das Gehaltspaket aus Fixgehalt, Bonus und Aktienoptionen klettern, nach 322.500 Dollar 1999. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Personalberatung Russell Reynolds Associates mit dem Branchenverband Association for Investment Management and Research. Allerdings sind die fetten Jahre bald vorbei, warnen Experten. Schwächelt die Börse, schwinden auch die Einnahmen der Fondsgesellschaften.
"In den letzten Jahren sind die Gehälter deutlich gestiegen. Aber wir glauben nicht, dass sich dieses Tempo halten wird", erklärt Richard Lannamann, verantwortlich für Investment Management bei Russell Reynolds in New York. Ein Blick auf die Börse gibt ihm Recht. So ist der Standard & Poor's 500 Index seit seinem Allzeithoch im März 2000 um 16,6 Prozent gefallen. Der Nasdaq Composite Index sackte im gleichen Zeitraum um 55 Prozent. Fidelity Investments, die weltweit größte Fondsgesellschaft, verwaltete Ende April ein Anlagekapital von nur 574,9 Mrd. Dollar, nach 650,3 Mrd. Dollar Ende 1999. Bei Janus Capital Corp. fiel das Anlagekapital im gleichen Zeitraum von 172,2 Mrd. Dollar auf 142,5 Mrd. Dollar, berichtet Financial Research Corp.
Das bleibt nicht ohne Folgen. Bei Janus wurden rund 1.000 Stellen gestrichen, allerdings ging der Kelch am Investmentmanagement vorbei. Putnam Investments setzte im April 256 Mitarbeiter auf die Straße. Damit hat sich der Personalbestand um 4 Prozent verringert. Neuberger Berman Inc. trennte sich zu Jahresbeginn von fast 2 Prozent seiner Angestellten. Dennoch liegt die Gesellschaft im zweiten Quartal voraussichtlich unter Plan.
Vermögensverwalter sind in der Zwickmühle. Einerseits heißt es Kosten sparen, andererseits müssen talentierte Fondsmanager bei der Stange gehalten werden. Ein Teil der creme de la creme hat sich bereits verabschiedet. Einige haben sich mit eigenen Hedge- Fonds selbständig gemacht, eine lukrative Alternative. In der Regel streichen Hedge-Fonds ein Prozent des Anlagekapitals und 20 Prozent der Gewinne ein. Wer sein eigenes 50 Mio. Dollar schweres Portefeuille verwaltet, dem winken mit einer jährlichen Rendite von 15 Prozent insgesamt 2 Mio. Dollar vor Steuern und Abgaben.
Die Spitzenverdiener der Branche finden sich bei Investmentfondsgesellschaften. Versicherer entlohnen ihre Fondsmanager mit durchschnittlich 175.000 Dollar pro Jahr. Banken zahlen 140.000 Dollar und Wertpapierhäuser lassen jährlich rund 222.000 Dollar springen. Ein durchschnittlicher US-Haushalt verdiente 1999 rund 40.000 Dollar.
Der Studie zufolge ist im Fondsmanagement von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau immer noch wenig zu spüren. Frauen mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung verdienen im Durchschnitt 210.000 Dollar pro Jahr, das sind 16 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Bei Fondsmanagern mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung beträgt der Gehaltsabstand 8 Prozent. Russell Reynolds erklärt diese Diskrepanz damit, dass verhältnismäßig wenig Frauen bei Investmentbanken oder im oberen Management arbeiten.
Die hohen Gehälter sind zumindest bei einigen Investmentprofis gerechtfertigt. Zwischen dem ersten Quartal 1999 und dem ersten Quartal 2001 schnitten 61 Prozent der befragten Fondsmanager besser ab als der S&P 500, berichtet William Dougherty von Kanon Bloch Carre aus Boston. So verlor das Börsenbarometer in diesem Zeitraum 7,6 Prozent, während die 1.050 untersuchten Aktienfonds im Durchschnitt nur um 4,4 Prozent nachgaben.
New York, 8. Juni (Bloomberg) - Fondmanager können sich in diesem Jahr auf eine satte Gehaltssteigerung freuen. Auf durchschnittlich 436.500 Dollar soll das Gehaltspaket aus Fixgehalt, Bonus und Aktienoptionen klettern, nach 322.500 Dollar 1999. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Personalberatung Russell Reynolds Associates mit dem Branchenverband Association for Investment Management and Research. Allerdings sind die fetten Jahre bald vorbei, warnen Experten. Schwächelt die Börse, schwinden auch die Einnahmen der Fondsgesellschaften.
"In den letzten Jahren sind die Gehälter deutlich gestiegen. Aber wir glauben nicht, dass sich dieses Tempo halten wird", erklärt Richard Lannamann, verantwortlich für Investment Management bei Russell Reynolds in New York. Ein Blick auf die Börse gibt ihm Recht. So ist der Standard & Poor's 500 Index seit seinem Allzeithoch im März 2000 um 16,6 Prozent gefallen. Der Nasdaq Composite Index sackte im gleichen Zeitraum um 55 Prozent. Fidelity Investments, die weltweit größte Fondsgesellschaft, verwaltete Ende April ein Anlagekapital von nur 574,9 Mrd. Dollar, nach 650,3 Mrd. Dollar Ende 1999. Bei Janus Capital Corp. fiel das Anlagekapital im gleichen Zeitraum von 172,2 Mrd. Dollar auf 142,5 Mrd. Dollar, berichtet Financial Research Corp.
Das bleibt nicht ohne Folgen. Bei Janus wurden rund 1.000 Stellen gestrichen, allerdings ging der Kelch am Investmentmanagement vorbei. Putnam Investments setzte im April 256 Mitarbeiter auf die Straße. Damit hat sich der Personalbestand um 4 Prozent verringert. Neuberger Berman Inc. trennte sich zu Jahresbeginn von fast 2 Prozent seiner Angestellten. Dennoch liegt die Gesellschaft im zweiten Quartal voraussichtlich unter Plan.
Vermögensverwalter sind in der Zwickmühle. Einerseits heißt es Kosten sparen, andererseits müssen talentierte Fondsmanager bei der Stange gehalten werden. Ein Teil der creme de la creme hat sich bereits verabschiedet. Einige haben sich mit eigenen Hedge- Fonds selbständig gemacht, eine lukrative Alternative. In der Regel streichen Hedge-Fonds ein Prozent des Anlagekapitals und 20 Prozent der Gewinne ein. Wer sein eigenes 50 Mio. Dollar schweres Portefeuille verwaltet, dem winken mit einer jährlichen Rendite von 15 Prozent insgesamt 2 Mio. Dollar vor Steuern und Abgaben.
Die Spitzenverdiener der Branche finden sich bei Investmentfondsgesellschaften. Versicherer entlohnen ihre Fondsmanager mit durchschnittlich 175.000 Dollar pro Jahr. Banken zahlen 140.000 Dollar und Wertpapierhäuser lassen jährlich rund 222.000 Dollar springen. Ein durchschnittlicher US-Haushalt verdiente 1999 rund 40.000 Dollar.
Der Studie zufolge ist im Fondsmanagement von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau immer noch wenig zu spüren. Frauen mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung verdienen im Durchschnitt 210.000 Dollar pro Jahr, das sind 16 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Bei Fondsmanagern mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung beträgt der Gehaltsabstand 8 Prozent. Russell Reynolds erklärt diese Diskrepanz damit, dass verhältnismäßig wenig Frauen bei Investmentbanken oder im oberen Management arbeiten.
Die hohen Gehälter sind zumindest bei einigen Investmentprofis gerechtfertigt. Zwischen dem ersten Quartal 1999 und dem ersten Quartal 2001 schnitten 61 Prozent der befragten Fondsmanager besser ab als der S&P 500, berichtet William Dougherty von Kanon Bloch Carre aus Boston. So verlor das Börsenbarometer in diesem Zeitraum 7,6 Prozent, während die 1.050 untersuchten Aktienfonds im Durchschnitt nur um 4,4 Prozent nachgaben.