macht das Licht aus!
Ein Kredit eines Bankenkonsortiums könnte zum Stolperstein für Farmatic werden. Einem Bericht des Brancheninformationsdienstes ecoreporter.de hat das Bankenkonsortium besagten Kredit, der Ende August fällig war, bislang nicht verlängert. Noch im September, so ecoreporter.de, soll die Entscheidung fallen.
Werden die Kredite nicht prolongiert, dürfte dies das Aus für das Nortorfer Unternehmen sein, das Biogas-Anlagen projektiert. Bereits im Geschäftsbericht 2002 waren im Lagebericht sowie im Bestätigungsvermerk die entsprechenden Risikohinweise enthalten. Erst im letzten Quartal 2003, so die Angaben, solle es zu einer Entspannung kommen. Falls überhaupt, muss man nun ergänzen. Zahlreiche Altlasten haben das Unternehmen in Bedrängnis gebracht, die Probleme kündigten sich bereits länger an (wir berichteten).
Es geht um Kontokorrent-Kredite von 5,8 Mio. Euro, die lediglich bis zum 31. August befristet waren und zurzeit bei den Banken unter dem Stichwort „geduldete Kontoüberziehung“ laufen. Die liquiden Mittel lagen auf Basis der letzten vorliegenden Bilanz deutlich darunter, woran sich im Verlauf des Jahres trotz einer Kapitalerhöhung wohl auch wenig geändert hat. Eine Kredittilgung erscheint zurzeit unmöglich. Alternative Finanzierungsquellen stehen dem Unternehmen nach Informationen von www.4investors.de aus unternehmensnahen Kreisen nicht zur Verfügung. Im Unternehmen war am Abend für eine Stellungnahme niemand zu erreichen.
Vor dem Hintergrund einer drohenden Insolvenz erscheint die derzeitige Marktkapitalisierung von 8,2 Mio. Euro viel zu hoch, mit einem deutlichen Kursrückgang ist zu rechnen, wenn das Unternehmen nicht noch alternative Finanzierungsquellen aufbringt. Vor diesem Hintergrund sind auch die Probleme von Capital Stage zu sehen, den eigentlich schon perfekten Verkauf ihres Farmatic-Anteils zu 8,71 Mio. Euro zu Ende zu bringen. Der Käufer habe seinen Teil der Abmachung bislang nicht erfüllt, hier es vor ca. fünf Wochen aus dem Unternehmen, worauf man nun juristische Schritte erwäge. Die Zeit drängt da auch für Capital Stage, denn das Jahresergebnis 2003 hängt vor allem vom Verkauf des Farmatic-Paketes ab.
Farmatic wäre das erste Unternehmen aus dem Bereich der Regenerativen Energie, das mit viel Versprechungen an der Börse gestartet war und Insolvenz anmelden müsste – wenn keine Lösung des Kreditproblems gelingt. Damit würde sich eine ganze Reihe negativer Nachrichten aus der Branche fortsetzen. Gefährdet sind bei den börsennotierten Unternehmen aus dem „grünen Sektor“ noch der Windpark-Projektierer P&T sowie der Windenergie-Anlagenbauer Nordex.
Mehr zum Thema Farmatic, sobald Stellungnahmen aus den betroffenen Unternehmen vorliegen.