erneutem Abwatschen durch die US-Gerichte aus.
Mehr als eine symbolische Entschädigung für die Kläger sieht Tim Howard im Lamberth-Prozess nicht. Immerhin bleibe als Lichtblick, dass endlich (via Prozess) implizit zugegeben wird, dass den Aktionären durch den NWS ein Schaden entstanden ist, und dass die Jury aktiv darüber verhandelt. Schwierig bleibt - wegen widriger Vorgaben in Lamberths "Opionion", die gestern veröffentlich wurde -, die Schadenshöhe zu beziffern.
Psychologisch hängt der Ausgang des Lamberth-Prozesses auch davon ab, ob es den Anwälten der Kläger gelingt, die Jury im Zuge der Anhörungen auf ihre Seite zu ziehen und die US-Regierung als "Bösewicht" hinzustellen, schreibt Howard. Bei Scotus letzten Juni lief das gar nicht, weil die sechs konservativen Richter voll die Regierungs-Spinstory aufgesogen hatten: "FnF waren wirklich pleite, hier wollen sich nur gierige Hedgefonds bereichern."
Generell scheint für US-Richter zu gelten: Der Krähe, die mich ernährt, hacke ich kein Auge aus.
Hedgefonds-Manager Tim Pagliara, die dick in JPS investiert ist, weist allerdings in einem Tweet (unten angehängt) darauf hin, dass gemäß Lamberths "Opinon" (S. 26, Fußnote 9) der JPS-AUSGABEPREIS - also der Preis, zu dem die JPS vor der Zwangsverwaltung "at issue" an Investoren verkauft wurden - für die Bemessung der Schadensersatzhöhe maßgeblich sein soll. Wäre dies der Fall, gäbe es nahezu den Nennwert als Schadensersatz.
Ein weiterer Lichtblick (aus meiner Sicht): Je weniger Fälle vor Gericht noch offen sind, desto wahrscheinlicher wird eine administrative Lösung (Freilassung/KE durch Briefvereinbarung zwischen Schatzamt und FHFA). Dazu müssen nämlich zuvor alle rechtlichen Hürden (offene Prozesse) weg sein. Einige Poster bei iHub sehen eine solche administrative Lösung gegen Ende von Bidens Amtszeit, damit er die potentiell 100 Mrd. $ aus der Freilassung nicht seine Nachfolgern (möglicherweise Republikaner) überlassen muss. In der Briefvereinbarung von Januar 2020 steht, dass eine administrative Lösung nur angestrebt werden kann, wenn die Summe aller noch offenen Forderungen aus Prozessen niedriger ist als 5 Mrd. $. Und je weniger Prozesse noch offen sind, desto näher rückt dieser Zeitpunkt.
-------------
Weiterhin ist die Rop-Klage abgewiesen worden. (Details in den anderen Postings im Howard-Blog und bei iHub.)
howardonmortgagefinance.com/2022/08/08/...ge-1/#comment-28385
(Kommentar von Howard am 4.10.22 um 12:39 a.m.)
deepL + edit [von mir veränderte Stellen in eckigen Klammern]
Ich habe nun die gestern veröffentlichte, nicht redigierte Memorandum Opinion von Richter Lamberth gelesen, und meine Hauptreaktion darauf ist, dass seine Gewährung eines Urteils im Schnellverfahren in Bezug auf die Behauptung der Beklagten, die Theorie der Kläger über "entgangene Dividenden" sei "spekulativ und mutmaßlich" und könne daher "keine Grundlage für eine Rückforderung sein", es den Klägern sehr schwer machen wird, mehr als eine symbolische Zuerkennung der Schadensersatztheorie zu erlangen, die den Antrag auf ein Urteil im Schnellverfahren überlebt hat - nämlich den "Wertverlust", den die nachrangigen Vorzugsaktien von Fannie und Freddie und die Stammaktien von Freddie als Ergebnis des Net-Value-Sweep erlitten haben.
Der einfache Grund dafür ist, dass der Hauptfaktor für den Wert von Junior Preferred Shares (und in geringerem Maße auch von Stammaktien) die Tatsache ist, dass sie Dividenden zahlen. Der Sachverständige der Kläger, Professor Joseph Mason, führte vier Argumente dafür an, warum seine Kunden die durch den Net-Value-Sweep entgangenen Dividenden erhalten sollten. Richter Lamberth fasste sie wie folgt zusammen: "Erstens hat die Bundesregierung in der Vergangenheit die sofortige Rückzahlung von finanzieller Nothilfe, die sie Unternehmen in Zeiten der Finanzkrise gewährt hat, zugelassen; zweitens hätte die Zulassung einer Auszahlung dem Ziel der Aufsichtsbehörde gedient, die GSEs zu Stabilität und normalem Betrieb zurückzuführen; Drittens würde eine Auszahlung den finanziellen Interessen des Finanzministeriums dienen, indem sie zu einer raschen Rückzahlung des Geldes führt, das es den GSEs geliehen hat, und den Wert seiner Aktienoptionsscheine maximiert; und viertens wäre das weitere Verbot einer Auszahlung politisch unpopulär gewesen, weil die GSEs ein beträchtliches Kapital aufgebaut hätten, während sie den Steuerzahlern immer noch Milliarden von Dollar schuldeten. " Lamberth wies alle diese Argumente mit den Worten zurück: "Der Fehler in der Argumentation der Kläger besteht darin, dass sie von den Geschworenen verlangen, einfach zu raten, wie das Finanzministerium und die FHFA in einer kontrafaktischen Welt ihre Verpflichtungen gegenüber den verschiedenen Interessengruppen abgewogen und auf finanzielle und politische Anreize reagiert hätten", und fügte hinzu: "Selbst eine gute Vermutung würde einen inhärent spekulativen logischen Sprung erfordern, der nicht zu der angemessenen Gewissheit führen kann, die das Recht von Delaware und Virginia in Bezug auf Schadensersatz verlangt."
[Ich glaube, dass] Lamberths Skepsis gegenüber der Stichhaltigkeit der Argumente der Kläger in Bezug auf historische Dividenden auch für [zukünftige] Dividenden... vorgebracht werden kann. Und ohne glaubwürdige Aussichten auf künftige Dividenden ist es schwer, für die JPS oder die [Freddie-]Stammaktien einen hohen Schadenersatz infolge des Net-Value-Sweeps geltend zu machen. Der wirkliche Schaden wurde nach dieser Argumentation durch die ursprünglichen und äußerst belastenden Bedingungen der SPS-Verträge der Regierung verursacht, die vor dem Lamberth-Gericht nicht angefochten werden.
Der einzige Silberstreif in dieser dunklen Wolke ist, dass die Fakten, die hinter der Einrichtung des Net-Worth-Sweep durch das Finanzministerium und die FHFA stehen, von den Klägern vor dem Lamberth-Gericht immer noch als Grundlage dafür angeführt werden [können], [dass] den Aktionären von Fannie und Freddie ein Schaden entstanden ist, wie auch immer er definiert und bewertet wird. Das wäre eine positive Entwicklung mit Auswirkungen auf andere Fälle und vielleicht einer Verwaltungsreform, die eine freiwillige Löschung des NWS und der Liquidationspräferenz durch das Finanzministerium beinhalten würde.
--------------
Hier der Pagliara-Tweet und der iHub-Link dazu:
investorshub.advfn.com/boards/...sg.aspx?message_id=170119550
Mehr als eine symbolische Entschädigung für die Kläger sieht Tim Howard im Lamberth-Prozess nicht. Immerhin bleibe als Lichtblick, dass endlich (via Prozess) implizit zugegeben wird, dass den Aktionären durch den NWS ein Schaden entstanden ist, und dass die Jury aktiv darüber verhandelt. Schwierig bleibt - wegen widriger Vorgaben in Lamberths "Opionion", die gestern veröffentlich wurde -, die Schadenshöhe zu beziffern.
Psychologisch hängt der Ausgang des Lamberth-Prozesses auch davon ab, ob es den Anwälten der Kläger gelingt, die Jury im Zuge der Anhörungen auf ihre Seite zu ziehen und die US-Regierung als "Bösewicht" hinzustellen, schreibt Howard. Bei Scotus letzten Juni lief das gar nicht, weil die sechs konservativen Richter voll die Regierungs-Spinstory aufgesogen hatten: "FnF waren wirklich pleite, hier wollen sich nur gierige Hedgefonds bereichern."
Generell scheint für US-Richter zu gelten: Der Krähe, die mich ernährt, hacke ich kein Auge aus.
Hedgefonds-Manager Tim Pagliara, die dick in JPS investiert ist, weist allerdings in einem Tweet (unten angehängt) darauf hin, dass gemäß Lamberths "Opinon" (S. 26, Fußnote 9) der JPS-AUSGABEPREIS - also der Preis, zu dem die JPS vor der Zwangsverwaltung "at issue" an Investoren verkauft wurden - für die Bemessung der Schadensersatzhöhe maßgeblich sein soll. Wäre dies der Fall, gäbe es nahezu den Nennwert als Schadensersatz.
Ein weiterer Lichtblick (aus meiner Sicht): Je weniger Fälle vor Gericht noch offen sind, desto wahrscheinlicher wird eine administrative Lösung (Freilassung/KE durch Briefvereinbarung zwischen Schatzamt und FHFA). Dazu müssen nämlich zuvor alle rechtlichen Hürden (offene Prozesse) weg sein. Einige Poster bei iHub sehen eine solche administrative Lösung gegen Ende von Bidens Amtszeit, damit er die potentiell 100 Mrd. $ aus der Freilassung nicht seine Nachfolgern (möglicherweise Republikaner) überlassen muss. In der Briefvereinbarung von Januar 2020 steht, dass eine administrative Lösung nur angestrebt werden kann, wenn die Summe aller noch offenen Forderungen aus Prozessen niedriger ist als 5 Mrd. $. Und je weniger Prozesse noch offen sind, desto näher rückt dieser Zeitpunkt.
-------------
Weiterhin ist die Rop-Klage abgewiesen worden. (Details in den anderen Postings im Howard-Blog und bei iHub.)
howardonmortgagefinance.com/2022/08/08/...ge-1/#comment-28385
(Kommentar von Howard am 4.10.22 um 12:39 a.m.)
deepL + edit [von mir veränderte Stellen in eckigen Klammern]
Ich habe nun die gestern veröffentlichte, nicht redigierte Memorandum Opinion von Richter Lamberth gelesen, und meine Hauptreaktion darauf ist, dass seine Gewährung eines Urteils im Schnellverfahren in Bezug auf die Behauptung der Beklagten, die Theorie der Kläger über "entgangene Dividenden" sei "spekulativ und mutmaßlich" und könne daher "keine Grundlage für eine Rückforderung sein", es den Klägern sehr schwer machen wird, mehr als eine symbolische Zuerkennung der Schadensersatztheorie zu erlangen, die den Antrag auf ein Urteil im Schnellverfahren überlebt hat - nämlich den "Wertverlust", den die nachrangigen Vorzugsaktien von Fannie und Freddie und die Stammaktien von Freddie als Ergebnis des Net-Value-Sweep erlitten haben.
Der einfache Grund dafür ist, dass der Hauptfaktor für den Wert von Junior Preferred Shares (und in geringerem Maße auch von Stammaktien) die Tatsache ist, dass sie Dividenden zahlen. Der Sachverständige der Kläger, Professor Joseph Mason, führte vier Argumente dafür an, warum seine Kunden die durch den Net-Value-Sweep entgangenen Dividenden erhalten sollten. Richter Lamberth fasste sie wie folgt zusammen: "Erstens hat die Bundesregierung in der Vergangenheit die sofortige Rückzahlung von finanzieller Nothilfe, die sie Unternehmen in Zeiten der Finanzkrise gewährt hat, zugelassen; zweitens hätte die Zulassung einer Auszahlung dem Ziel der Aufsichtsbehörde gedient, die GSEs zu Stabilität und normalem Betrieb zurückzuführen; Drittens würde eine Auszahlung den finanziellen Interessen des Finanzministeriums dienen, indem sie zu einer raschen Rückzahlung des Geldes führt, das es den GSEs geliehen hat, und den Wert seiner Aktienoptionsscheine maximiert; und viertens wäre das weitere Verbot einer Auszahlung politisch unpopulär gewesen, weil die GSEs ein beträchtliches Kapital aufgebaut hätten, während sie den Steuerzahlern immer noch Milliarden von Dollar schuldeten. " Lamberth wies alle diese Argumente mit den Worten zurück: "Der Fehler in der Argumentation der Kläger besteht darin, dass sie von den Geschworenen verlangen, einfach zu raten, wie das Finanzministerium und die FHFA in einer kontrafaktischen Welt ihre Verpflichtungen gegenüber den verschiedenen Interessengruppen abgewogen und auf finanzielle und politische Anreize reagiert hätten", und fügte hinzu: "Selbst eine gute Vermutung würde einen inhärent spekulativen logischen Sprung erfordern, der nicht zu der angemessenen Gewissheit führen kann, die das Recht von Delaware und Virginia in Bezug auf Schadensersatz verlangt."
[Ich glaube, dass] Lamberths Skepsis gegenüber der Stichhaltigkeit der Argumente der Kläger in Bezug auf historische Dividenden auch für [zukünftige] Dividenden... vorgebracht werden kann. Und ohne glaubwürdige Aussichten auf künftige Dividenden ist es schwer, für die JPS oder die [Freddie-]Stammaktien einen hohen Schadenersatz infolge des Net-Value-Sweeps geltend zu machen. Der wirkliche Schaden wurde nach dieser Argumentation durch die ursprünglichen und äußerst belastenden Bedingungen der SPS-Verträge der Regierung verursacht, die vor dem Lamberth-Gericht nicht angefochten werden.
Der einzige Silberstreif in dieser dunklen Wolke ist, dass die Fakten, die hinter der Einrichtung des Net-Worth-Sweep durch das Finanzministerium und die FHFA stehen, von den Klägern vor dem Lamberth-Gericht immer noch als Grundlage dafür angeführt werden [können], [dass] den Aktionären von Fannie und Freddie ein Schaden entstanden ist, wie auch immer er definiert und bewertet wird. Das wäre eine positive Entwicklung mit Auswirkungen auf andere Fälle und vielleicht einer Verwaltungsreform, die eine freiwillige Löschung des NWS und der Liquidationspräferenz durch das Finanzministerium beinhalten würde.
--------------
Hier der Pagliara-Tweet und der iHub-Link dazu:
investorshub.advfn.com/boards/...sg.aspx?message_id=170119550
