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Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli

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Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli

18
05.03.21 13:39
#1
Die beiden halbstaatlichen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac (kurz FnF) wurden am 7. September 2008 vom damaligen US-Finanzminister Hank Paulson (zuvor Goldman-Sachs CEO) unter Zwangsverwaltung gestellt.

Es gibt Stimmen, die dies als den eigentlichen Auslöser der Banken- und Finanzkrise von 2008 betrachten. Denn Lehman ging erst eine Woche später, am 15. September 2008, pleite. Tatsächlich könnte die Lehman-Pleite eine indirekte Folge der FnF-Zwangsverwaltung gewesen sein, da diese eine Schockwelle durch die Finanzmärkte sandte. Keine Bank traute einer anderen mehr.

FnF sind in fast jede 2. Hypothek in USA involviert. Die kombinierte Bilanzsumme der Twins liegt aktuell bei knapp 6 Billionen Dollar, das entspricht 150 % des deutschen BIP. Klar dass bei solchen Summe Ängste aufkommen....

Die Zwangsverwaltung von FnF setzt sich bis zum heutigen Tag fort. Nun besteht jedoch eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Zwangsverwaltung durch eine Entscheidung des US Supreme Courts (SCOTUS), die bis Juni erwartet wird, enden wird. Die Details schildere ich unten.

Daraus erwächst für FnF erhebliches Kurspotenzial. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, daran teilzuhaben. Fannie Mae und Freddie Mac haben zum einen normale Aktien (common stock), die auch in Deutschland gehandelt werden.

Fannie Mae (WKN: 856099)
Freddie Mac (WKN: 876872)

Weiterhin gibt es eine Vielzahl von Vorzugsaktien (preferred shares), die zwar "Aktien" heißen, tatsächlich jedoch Bonds sind. Diese Bonds wurden vor 2008 zum Nennwert von damals meist 25 (oder 50) Dollar rausgegeben,  haben Coupons von 5 bis über 8 % und notieren aktuell - wie Junkbonds - größtenteils zwischen 4 und 6 Dollar.

Diese sogenannten Junior Preferred Shares (JPS) sind bei einigen deutschen Brokern im Auslandshandel handelbar. Zu den liquidesten JPS zählen:

FNMAS (US3135867527)
FNMAT (US3134006242)
FMCJK (US3135867378)

In USA werden alle diese Aktien (common stock wie JPS) wegen der fortbestehenden Zwangsverwaltung nicht an den regulären Börsen gehandelt, sondern nur OTC (over the counter). Dies ist mit erhöhten Risiken verbunden, weil dort Marketmaker die Kurse bestimmen.

Ich rechne nach dem Scotus-Urteil bei allen hier genannten Aktien mindestens mit einer Verdreifachung des Kurses.

--------------------------------------------------

HINTERGRUNDINFOS:

Es gibt erhebliche Zweifel daran, ob es wirklich nötig war, dass Hank Paulson die FnF 2008 unter Zwangsverwaltung stellte. Kritiker behaupten, dass dies nur dazu dienen sollte, dass andere Zockerbanken ihrem Subprime-Schrott bei FnF abladen konnten. In der Zwangsverwaltung - in Gestalt der FHFA - wurde ein Direktor einbestellt, der nicht mit der gebotenen Sorgfalt darauf achtete, welcher Dreck FnF in Gestalt fauler Hypotheken angedient wurde.

Der ehemalige Finanzchef von Fannie Mae, Tim Howard (CFO und Co-CEO bis 2004), weist in seinen vielen Blog-Beiträgen darauf hin, dass die behauptete Notlage 2008 nicht wirklich bestanden hat, und nur durch willkürliche Bilanzauslegung zustandegekommen sei:

howardonmortgagefinance.com

Die Zwangsverwaltung war somit vor allem ein "böswilliges" Konstrukt, dass erleichtern sollte, FnF leichter mit dem Subprime-Schrott anderer Großbanken vollzuladen, was danach auch geschah.

Offiziell mussten FnF jedoch 2008 "gerettet" werden, und die US-Regierung tat dies mit einem Kredit im Volumen von 190 Mrd. Dollar (nach heutigem Stand). Dieser Kredit wurde in Gestalt von Senior Preferred Stock (SPS) vergeben. Die US-Regierung hat sich für diese SPS eine üppige Dividende von 10 % p.a. genehmigt. Außerdem hat sie Warrants (Optionen) im Volumen von 79,9 % des common stock erhalten, die als Sicherheit dienen sollten, falls FnF doch noch pleite gingen.

Wegen des fremd-aufgeladenen Subprime-Schrotts machten FnF von 2008 bis 2012 hohe Verluste (Chart unten). Darauf beschloss die US-Regierung 2012, FnF "abzuwickeln" und durch andere "besser funktionierende" Institutionen zu ersetzen. Dies geschah durch ein von der FHFA-Zwangsverwaltung herausgegebenes Papier (3. Amendmend zur Rettungsvereinbarung von 2008), das sämtliche Gewinne von Fannie und Freddie ab 2012 an die US-Regierung weiterleitete.

Dieser sogenannte Net Worth Sweep (NWS) enthielt Elemente von Bosheit, da die Regierung 2012 bereits wusste, dass sich die Gewinnlage von FnF ab 2013 deutlich bessern würde (siehe auch Chart unten).

Im Zuge des NWS hat die US-Regierung seit 2012 ca. 310 Mrd. $ Gewinne von FnF einbehalten, obwohl sie nur 190 Mrd. $ (in Gestalt der SPS) verliehen hatte. Dagegen klagten u. a. Collins und Co., deren Fall am 9. Dezember von SCOTUS gehört wurde. Die Richtlinien-Entscheidung von SCOTUS sollte bis spätestens Juni fallen. Der Fall wird dann in das nächstuntere Gericht in Texas zurückverwiesen.

Die Collins-Kläger pochen darauf, dass der SPS mit dem NWS bereits komplett abgezahlt ist, und dass sogar ein Überzahlung stattgefunden hat. SCOTUS wird diesem Punkt nach Auffassung der meisten Rechtsexperten nachgeben. Nach dem Urteil dürfte der SPS wegfallen, so dass im Prinzip auch die Zwangsverwaltung enden könnte.

Allerdings verfügen FnF aus dem Grund, dass die US-Regierung seit 2012 sämtliche Gewinne abgesaugt hat, nur über relativ wenig Eigenkapital in Höhe von zurzeit ca. 40 Mrd. Dollar. Deshalb soll die "Freilassung" aus der Zwangsverwaltung höchstwahrscheinlich mit einer Kapitalerhöhung (KE) verbunden sein. Dafür wurden von Fannie und Freddie auch bereits zwei große US-Investmentbanken unter Vertrag genommen.

Diese KE dürfte sich kursverwässernd auf den common stock auswirken. Wie stark, hängt u. a. davon ab, wie hoch die Eigenkapitalanforderungen (capital rules) festlegt werden. Der aktuelle FHFA-Direktor, der Anfang letzten Jahres von Trump eingesetzt wurde, ist ein marktradikaler Libertärer. Er verlangt, dass FnF gemäß Basel 3 bis 4 % ihrer Bilanzsumme als EK vorhalten, das wären rund 240 Mrd. Dollar. Calabria arbeitet strategisch darauf hin, FnF zu schwächen, damit private Hypoverleiher (seine Klientel) mehr Marktanteile erhalten. FnF garantieren jedoch wegen der impliziten Staatsgarantie die günstigsten Hypotheken in USA, und daran haben auch POTUS Biden und die neue Finanzministerin Yellen ("affordable housing") ein starkes Interesse.

Der ehemalige Finanzchef von Fannie, Tim Howard, ist - im Gegensatz zu Calabria - der Meinung, dass FnF keine Banken sind, sondern Dienstleister, die US-Großbanken die Hypothekenverträge abkaufen und dann als vom Staat (teil-)garantierte MBS bündeln und an Investoren in aller Welt verkaufen. Dafür erhalten FnF von den Banken Gebühren, die ihre Haupteinnahmequelle sind. Howard ist deshalb der Ansicht, dass für FnF 150 Mrd. als EK vollkommen ausreichen würden.

Aktuell haben FnF wegen der niedrigen Aktienkurse nur eine kombinierte MK von 4 Mrd. %. In einer im Januar zwischen Finanzminister Mnuchin und Mark Calabria getroffenen Vereinbarung wurde die Höhe der KE mit 2 x 70 Mrd. "angedacht". Eine mehr oder minder starke Verwässerung der Altaktionäre wird daher stattfinden. Da die Kurse des common stocks jedoch von 90 Dollar auf aktuell unter 2 runtergekommen sind, ist die Verwässerung bereits mehr als eingepreist. Analysten schätzen, dass der Kurs nach dem Scotus-Urteil auf bis zu 7 Dollar steigen könnten (= mehr als Verdreifachung).

Die Vorzugsaktien JPS haben noch Scotus die Chance, wieder auf ihren Nennwert von 25 Dollar (evtl. abzüglich "Haircut") zu steigen. Außerdem könnten bei Wegfall des NWS noch Zinsen aus den letzten Jahren nachgezahlt werden. Da die JPS faktisch um Junkbonds handelt, sind sie als Bonds von der Verwässerung durch die anstehenden KEs nicht betroffen. Die JPS sind daher eine etwas konservativere Form, auf die Erholung nach Scotus/Freilassung zu spekulieren. Dafür bieten die normalen Aktien (common stock) aber möglicherweise noch mehr Kurspotenzial. Manche glauben, sie könnten auf deutlich über 10 Dollar steigen. Es kursieren auch Kursziele von bis über 100 Dollar, die sind jedoch mMn stark unrealistisch.

Die Collins-Kläger, die jetzt bei Scotus gehört wurden, halten die JPS.
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Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

Viele Hinweise auf "Selbstbedienung" der Regierung

3
06.04.21 11:07
im 900-Seiten-Anhang zur Fairholmes-Klage (# 2944)

(die von mir fett hervorgehobenen Passagen habe ich auf deutsch kommentiert).

"An internal Treasury document prepared on July 30, 2012, stated that the Net Worth Sweep should be announced shortly after August 7, when Treasury anticipated the Companies would “report very strong earnings... that will be in excess of the 10% dividend.”

On August 1, a Treasury official similarly emphasized that the Net Worth Sweep should be announced in mid-August because the Companies’ “[e]arnings will be in excess of current 10% dividend.” FHFA’s Mr. Ugoletti reported a “renewed push” from Treasury to implement the Net Worth Sweep on August 9, 2012 - the same day that Fannie’s CFO told Treasury that it was likely that her company would soon be in a position to make an accounting decision that would add tens of billions of dollars to its earnings. And on August 17, 2012, Mr. Ugoletti wrote to Mr. DeMarco and other FHFA officials that “other than a transitory buffer,” the Net Worth Sweep “does not allow the Enterprises to build up a retained surplus, which may give the impression that they are healthy institutions....

Fett = klare Betrugsabsicht der US-Regierung. Das US-Schatzamt wollte die FnF-Gewinne ab 2012 für ewige Zeiten (via NWS) absaugen. Das Absaugen sollte zugleich den Aufbau von Eigenkapital bei FnF verhindern, so dass die Firmen mangels EK weiterhin "krank erschienen" und damit in Zwangsverwaltung gehalten werden konnten. Das Absaugen wurde damit zum Dauerzustand. Die ca. 20 Mrd., die die US-Regierung seitdem im Schnitt pro Jahr abgegriffen hat, waren Gelder außerhalb des regulären Haushalts und konnten für Sonderzwecke (unter Umgehung einer Abstimmung im Kongresses) verwendet werden.

127. That the Net Worth Sweep was not intended to advance any legitimate interest of FHFA as conservator is further demonstrated by the fact Treasury was the driving force behind the initiative. Indeed, FHFA agreed to the Net Worth Sweep only at the insistence and under the direction and supervision of Treasury. The Net Worth Sweep was a Treasury initiative and reflected the culmination of Treasury’s long-term plan to seize the Companies and see that they were operated for the exclusive benefit of the federal government. Indeed, Mr. Parrott has testified that the Net Worth Sweep was imposed through a “Treasury-driven process.” It was Treasury that informed the Companies just days before the Net Worth Sweep that it was
forthcoming
, and a meeting addressing the Net Worth Sweep was held at Treasury during which a senior Treasury official announced the changes. Secretary Geithner apparently believed that even before the Net Worth Sweep was imposed, “we had already effectively nationalized the GSEs . . ., and could decide how to carve up, dismember, sell or restructure those institutions.”

Fett = Betreiber des NWS was das US-Schatzamt, das damit die beiden Firmen überrumpelte. Die Geschäftsführungen wurden erst wenige Tage vorher informiert. Die Regierung hatte den NWS schon Monate vorher geplant, weil sie wusste, dass FnF in der Folgezeit enorme Gewinne vermelden würden. Ziel war, diese Gewinne "für ewig" abzusaugen.

Wenn SCOTUSs dies nicht als gezielt betrügerisches Vorgehen ahndet, dann kann man die USA als Rechtsstaat vergessen!
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli SteinmetzStein
SteinmetzStein:

ich investiere also in eine Wette

 
06.04.21 12:33
Dass der US Staat nicht korrupt ist? :D
Na dann gooo
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

Du wettest darauf,

 
06.04.21 13:51
dass das Supreme Court bei der Korruption den Deckel draufhält ;-)
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

Diese beiden schönen Punkte von den 900 S. noch:

2
06.04.21 17:45
(deutsch mit DeepL + edit)

"55. Das US-Finanzministerium eignete sich alle zukünftigen Gewinne der Unternehmen an und verstaatlichte sie effektiv. Zudem hinderte es Fannie und Freddie daran, Kapital zu akkumulieren. Dieses Kapital hätte ihre Solvenz wiederhergestellt - und ebenso ihre Fähigkeit, wieder als private, sanierte, von der Regierung unabhängige Unternehmen tätig zu werden. Infolge des Mangels an finanziellen Mitteln konnten Fannie und Freddie auch keine Dividenden [an andere Aktionäre als den Staat] mehr auszahlen und den Regierungskredit [aus 2008, sprich: die SPS] nicht tilgen.

56. Im Endeffekt wurde jede Möglichkeit beseitigt, dass ein anderer Aktionär außer den Vereinigten Staaten irgendeinen Wert aus den Unternehmen ziehen konnte. Die Handlungen der Regierung brachten ihr Windfall-Profite in Höhe von Milliarden Dollar pro Jahr, ohne dass der Kongress für deren Verwendung eine Bewilligung erteilen musste. [Nutznießer der damit finanzierten Programme war die Allgemeinheit, die Kosten trugen die Aktionäre...]
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Shlomo Silberstein
Shlomo Silber.:

Alle Papierchen springen hoch

2
07.04.21 16:56
Es tut sich was
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli SteinmetzStein
SteinmetzStein:

@Shlomo

 
07.04.21 18:53
Es rührt sich was in meiner Hose :)  
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Shlomo Silberstein
Shlomo Silber.:

Schön

 
08.04.21 00:42
wenn da noch was bei dir ist.

Der Trade scheint sich rumzusprechen. Möglicherweise doch die Scotus-Opinions vom 5.4.
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Shlomo Silberstein
Shlomo Silber.:

Artikel

2
08.04.21 00:54
www.entrepreneur.com/article/368864
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Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

# 303

 
08.04.21 08:48
Die Autorin des Artikels kennt sich mit der Sach- und Problemlage leider nur sehr begrenzt aus. Sie verwechselt z. B. die Senior Preferred Shares (SPS), die die Regierung hält, mit den JPS der Aktionäre. Außerdem soll die Regierung nur "die Dividenden beschlagnahmt" haben, während faktisch eine Verstaatlichung durch die Hintertür abgelaufen ist, bei der die Aktionäre (Stammaktien + JPS) quasi enteignet wurden. Höchste Zeit, dass SCOTUS dies nun endlich korrigiert.
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Helmut Dietrich
Helmut Dietrich:

Habe gegenüber SCOTUS ein flaues Gefühl!

2
08.04.21 09:38
Wenn all die Richter etc. genau so oberflächlich wie die Autoren in der Presse und den Foren recherchieren; was soll dann heraus kommen? Die einzige Richterin, welche die Hand in die Wunde gelegt hat, war Swenny, diese wurde aber zwischenzeitlich abgesetzt. Ein deutliches negatives Zeichen für das was uns eventuell erwartet.

Mein einfacher Verstand versteht auch die Sache mit den Stammaktien und Vorzugsaktien nicht. Ohne Wenn und Aber, ich habe im Jahre 2008 Stammaktien eingekauft von einem Unternehmen, welches nicht den Konkurs angemeldet hatte oder unter Chapter 11 stand. Deshalb stehen mir in der Wertentwicklung die gleichen Rechte zu. Ein Gericht kann gerechterweise nur ein Urteil fällen, welches alles auf den Stand des Jahres 2008 zurückstellt. Dies wäre die einfachste und ehrlichste Lösung.
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli oldwatcher
oldwatcher:

Genau die gleichen Gedanken...

 
08.04.21 10:21
, wie Helmut, hatte ich auch beim lesen der Kommentare auf die redaktionelle Begleitung der Presse.
Und - auf die lahme und völlig falsche Reaktion der Amis gestern.
Keiner hat doch, aufgrund der Nachrichtenlage so einen Anstieg vermutet. Ich habe jedenfalls mittlerweile meine eigenen Vorstellungen und springe erst wieder in die Luft, wenn Gerichte FÜR uns gestimmt haben und diese Urteile auch umgesetzt werden (was nicht unbedingt folgen muss).
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

2008 hatte Hank Paulson Fannie und Freddie

4
08.04.21 12:02
zugunsten von Wall Streets Too-big-to-fail-Banken "geopfert". Und zwar in ganz ähnlicher Weise, wie in Deutschland 2008 u. a. die Aktionäre der Commerzbank vom Staat "geopfert" wurden, indem von oben herab eine Zwangsehe der Commerzbank mit der bankrotten (weil stark mit Subprime verzockten) Dresdner Bank verordnet wurde. Der deutschen Regierung kam es im Wesentlichen darauf an, dass  - ohne große Kosten für sie selbst - eine TBTF-Bank (Dresdner) aufgefangen wurde. Was dabei aus den Coba-Aktionären wurde (die seitdem 98 % Verlust erlitten haben), interessierte die Regierung nicht.

US-Finanzminister Hank Paulson ermöglichte 2008 mit seinem "Coup" der Zwangsverwaltung von Fannie und Freddie, dass amerikanische TBTF-Banken einen Teil ihrer faulen Subprime-Kredite bei FnF abladen konnten. Auch hier war Stabilisierung des Finanzsystems der genannte Grund. Heilsam war dieser "Deal" tatsächlich - insofern, als die TBTF-Banken u.a. durch Abstoßen ihres Subprime-Schrotts an FnF ihre Bilanzen sanieren konnten. Freilich zum Leidwesen der FnF-Aktionäre, aber FnF haben Wall Street und libertäre Republikaner eh auf dem Kieker ("linke Subventionswirtschaft").

Paulson hätte auch nicht gezögert, FnF in eine Chapter-11-Pleite zu schicken. Es war US-Präsident George Bush der Mindere, der dies abgelehnt hatte - freilich erst nach Beratung durch Insider und Rechtsgelehrte. Denn bei einer Chapter-11 hätten die Hypo-Kredite, die Fannie und Freddie vergeben hatten (heutiger Stand: 6 Billionen Dollar!) der US-Staatsverschuldung zugeschlagen werden müssen. In der Folge hätten Rating-Agenturen damals höchstwahrscheinlich die US-Bonität herabgestuft, weil die US-Schuldenquote stark angestiegen wäre (Staatsschulden wären um zig Billionen gestiegen, während das BIP unverändert bleibt)

Infolge dieser Bonitäts-Abstufung hätte der US-Dollar, der eh schon im Sommer 2008 auf EUR/USD=1,60 abgeschmiert war, noch weiter an Wert verloren. Das wäre das Letzte gewesen, was Bush am Höhepunkt der US-Bankenkrise noch brauchen konnte. Ein Dollar-Absturz in dieser Gemengelage hätte zur veritablen Staatskrise ausufern können, da USA bekanntlich der weltgrößte Schuldner ist.

Und nur deshalb, lieber Oldwatcher und H. Dietrich, wurden Fannie und Freddie damals NICHT in die Chapter-11-Pleite geschickt, obwohl Hank Paulson dies liebend gern gemacht hätte.

Aus dem gleichen Grund hat die US-Regierung im Zuge der HERA-Rettungsmaßnahmen 2008 lediglich Optionen (Warrants) in Höhe von 79,9 % der umlaufenden FnF-Aktien erhalten. Bei 80 % hätte Fannies und Freddies Hypo-Kredite nämlich ebenfalls den Staatsschulden zugerechnet werden müssen - mit den o. g. Folgen.

------------------------------

Fakt bleibt: All diese Vorgänge und Aktionen liefen grenzkriminell ab, was die Rechte der FnF-Aktionäre betrifft.

Um aber den Staat nicht als den Kriminellen dastehen zu lassen, als der er faktisch agierte, wurden in den Folgejahren viele beschönigende Spinstories verbreitet. FnF seien tatsächlich 2008 pleite gewesen (was nicht zutraf). Am Ende verstiegen sich einige US-Politiker sogar in die Behauptung, dass die Schieflagen bei FnF der eigentliche Auslöser der Banken- und Finankrise 2008 gewesen sein sollten.

Dabei war es genau umgekehrt. Die Subprime-Zockereien der TBTF-Banken hatten die Finanzkrise ausgelöst, und Fannie und Freddie wurden von Hank Paulson als offizieller Kotzbeutelhalter für Wall Street auserkoren.

------------------------

Diese Lügen werden bis zum heutigen Tag weiter verbreitet. Die Klagen vor SCOTUS fechten diese Lügen auch nur zum Teil an, weil die Collins-Kläger - aus realpolitischem Instinkt - sehr genau wissen, wie weit sie maximal gehen können. Die Collins-Kläger erklären nicht die Zwangsverwaltung von 2008 für illegal - obwohl es dafür gute Argumente gäbe - sondern sie fordern lediglich, dass der NWS und das 3. Amendment von 2012 rückabgewickelt werden.

Unter diesen Prämissen ist es - leider - eher unwahrscheinlich, dass den gebeutelten Fannie- und Freddie-Aktionäre (speziell den Stammaktionären) jetzt noch nachträglich von den US-Gerichten der Gefallen erwiesen wird, alles vergangene Unrecht rückabzuwickeln.  Zumal sich US-Gerichte ungern gegen die US-Regierung, in deren Dienste sie stehen, richten. Das Supreme Court (SCOTUS) bildet dabei m. E. noch eine Ausnahme, weil die Richter dort auf Lebenszeit ernannt werden und bei Entscheidungen gegen die Regierung nicht abgewählt werden können.

Deshalb traue ich der US-Regierung auch zu, dass sie vor der Freilassung von FnF noch ihre Warrants ausüben wird, was den Kurs der Stammaktien um den Faktor 5 verwässert. Die Stammaktien könnten z. B. nach Scotus auf 15 Dollar steigen, doch bei Ausübung der Warrants wären sie dann schlagartig wieder bei 3 Dollar.

Die Biden-Administration hat sich ja bereits erfrecht, über die Studie der ihr nahestehende Brookings-Institution (BI) kundzutun, welche Pläne sie für die "Gewinne" aus ihren "Investitionen" in FnF hat. Es soll für Sozialprogramme im US-Housing-Sektor ausgegeben werden.

Da die US-Regierung alle Gelder, die sie seit 2012 aus dem NWS erhalten hat (Hunderte Milliarden) bereits anderweitig verpulvert hat, bleibt ihr kaum noch eine andere Möglichkeit als die Warrants-Ausübung, um noch frisches Geld für die Housing-Förderprogramme locker zu machen. BI rechnet damit, auf diese Weise an 50 bis 100 Mrd. Dollar zu gelangen. Dieses Geld wird dan Altaktionären faktisch gestohlen.

Natürlich ist die Warrants-Ausübung eine schreiende Ungerechtigkeit und faktisch ein Raubzug an den Altaktionären. Denn die Warrants waren 2008 lediglich als Sicherheitsleistung gedacht, falls FnF trotz der Rettungsmilliarden noch pleite gehen würden.

Aber in der Politik zählt nicht die Gerechtigkeit. Maßgeblich ist vielmehr Eigennutz und die selbstherrliche Verklärung von Tatbeständen. Und eben deshalb werden die Optionen höchstwahrscheinlich noch ausgeübt - außer SCOTUS verbietet dies explizit.










Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Helmut Dietrich
Helmut Dietrich:

Hallo Al,

4
08.04.21 12:43
danke für Deine Antwort. Wenn dem so ist, sollte ich eine Verkaufsorder mit ca. € 15,-- placieren.  Nach dem Urteil geht der Kurs ganz hoch und dann wieder  steil runter. Vielleicht habe ich eine Chance.  
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli oldwatcher
oldwatcher:

AL

 
08.04.21 13:14
Deine Prognose: "Die Stammaktien könnten z. B. nach Scotus auf 15 Dollar steigen, doch bei Ausübung der Warrants wären sie dann schlagartig wieder bei 3 Dollar."
....sind ja etwas beruhigend. Es ist ja kein "Ausbuchen".
Spaß beiseite. Die Idee Helmuts ist vielleicht nicht verkehrt, man sollte es vielleicht nicht ganz ausreizen - 12 oder 13 Dollar sieht auch gut aus (jedenfalls für mich).
Mmmhhh, zu dem Zweck müsste ich aber erst wieder einsteigen, hatte das Schiff gestern verlassen (Bauchgefühl).
Sicher bin ich am Ende dabei, sonst hatte die Qual keinen Sinn.
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

# 309 - Wenn Du eh draußen bist,

 
08.04.21 13:41
wäre zu überlegen, ob du nicht zur Hälfte in Stammaktien und zur anderen Hälfte in JPS wiedereinsteigst. Das wäre dann eine Risikostreuung.

Ich halte nur die JPS, weil ich die Risiken der Warrants-Ausübung und der KE-Verwässerung nicht noch zu den vielen anderen rechtlichen und politischen Risiken "obendrauf" haben möchte.

Prognosen sind freilich müßig - bislang waren alle im alten Fannie-Thread (und sonstwo) falsch. Wenn alles gut läuft für die Stammaktionäre - großes WENN -, dann könnten die Warrants auch ausgebucht oder günstig zurückgekauft werden.

(Anlageentscheidungen muss jeder für sich selbst treffen..., keine Gewähr meinerseits.)

Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

Vor Scotus

 
08.04.21 13:48
trade ich übrigens auch nicht mehr. Die Gefahr ist (mir) zu groß, dass überraschend etwas Positives passiert und man dann nicht mehr günstig(er) wieder reinkommt.
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli SteinmetzStein
SteinmetzStein:

an Lemming

 
08.04.21 13:51
Du meinst du vk keine Aktien mehr for dem Urteil :)

Zweite Frage:Hast du die fnf Aktien schon vor dem zusammenfall gehalten oder wann bist du eingestiegen?

Antwort beruht natürlich auf freiwilligkeit  
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

Einstieg war etwa zeitgleich wie hier:

2
08.04.21 13:54
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Shlomo Silberstein
Shlomo Silber.:

Nochmal Dank an AL

3
08.04.21 14:09
für seine Arbeit hier. Wie angekündigt habe ich vorgestern in FNMAT nachgelegt (BM ging an AL) Studen bevor die Rally losging. Reiner Zufall allerdings, kein Können. Manchmal muss man Glück haben.

Ich bin nun für meinen Teil voll investiert und trade da nichts mehr. Die Gefahr, eine Rally zu verpassen ist zu groß. Das kann bei diesen engen Werten ganz kurzfristig passieren.

Der Wochenchart zeigt, das was im Busch ist. Möglicherweise kaufen sich langsam Hedgefonds ein.  Die Spannung steigt und wird sich irgendwann entladen. Nach oben oder unten.

Wann ist der nächste SCOTUS-Termin? Die Opinions am 1.4. und 5.4. hatten nichts mit FN zu tun, hab ich nachrecherchiert.  
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

Hier zum Nachvollziehen von # 314

2
08.04.21 14:13
der aktuelle Chart von FNMAT (JPS), ähnlich entwickelte sich FNMAS.

(Verkleinert auf 80%) vergrößern
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli 1245233
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

Mindestens ebensogut lief es bei den JPS

2
08.04.21 14:15
von Freddie Mac.

Unten FMCKJ, die gestern um 10,65 % gestiegen sind.
(Verkleinert auf 80%) vergrößern
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli 1245235
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

Zum Vergleich: Chart der Stammaktie FNMA

 
08.04.21 14:17
= Stammaktie von Fannie Mae, gestern +5,71 %
(Verkleinert auf 80%) vergrößern
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli 1245236
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Anti Lemming
Anti Lemming:

Chart der Stammaktie von Freddie Mac

2
08.04.21 14:20
- gestern 7,92 % Anstieg. D.h. die JPS von Freddie Mac (# 316) liefen gestern noch etwas besser als die Stammaktien.

(Verkleinert auf 80%) vergrößern
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli 1245238
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Mr. Gantzer
Mr. Gantzer:

#315

 
08.04.21 22:41
erster widerstand erst bei 7$, wenn ich mir grob den chart ansehe. möglicherweise dann luft, wenn wir den überwinden zum widerstand bei 10,5$. ohne scotus urteil schon mal 100% ist natürlich eine comfy sache.
Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli Shlomo Silberstein

Jup

 
Läuft ja gut an. Wichtig ist eher, dass die Unterstützung bei 5 -6 gehalten hat.

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