Fakten zur Geldmenge: M3


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das Zentrum d.:

Fakten zur Geldmenge: M3

 
25.05.01 10:15

Vorausschauender Indikator

buc - Die Geldmenge M 3, der die Europäische Zentralbank (EZB) besondere Aufmerksamkeit widmet, ist ein weit gefasstes Geldmengenaggregat, das eigens für die Europäische Währungsunion neu definiert wurde. Anders als früher bei der Deutschen Bundesbank umfasst diese M 3 neben Bargeld und kurzfristigen Einlagen zusätzlich marktfähige Instrumente, wie begebene Geldmarktfondsanteile und Schuldverschreibungen, sowie bestimmte Verbindlichkeiten der Zentralregierungen mit monetärem Charakter. Die "europäische" M 3 ist damit insgesamt zwar stabiler und hat bessere Vorlaufeigenschaften. Zugleich ist sie aber auch anfällig für kurzfristige Verzerrungen durch Sonderfaktoren und durch Portfolioveränderungen.
Die Beobachtung des M 3-Wachstums anhand eines Referenzwerts, der seit Anfang 1999 jährlich 4,5 % beträgt, macht die "Säule eins" der geldpolitischen Analyse (Strategie) der EZB aus. Wird dieser Wert nachhaltig überschritten, signalisiert das Gefahren für die Preisstabilität. Die EZB stellt aber ausdrücklich fest, dass es keinen Automatismus gibt und dass sie den Referenzwert nur als eine Orientierungsgröße ansieht. Die zinspolitischen Entscheidungen trifft sie nach eigenen Angaben stets auf der Grundlage beider Säulen ihrer Strategie.


Definition

M 3 umfasst nach der Definition der EZB Bargeld, Einlagen auf Girokonten bei Banken, Einlagen und Schuldverschreibungen bis zu zwei Jahren, Repogeschäfte, Geldmarktpapiere und -fondsanteile sowie Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist.

Diese Geldbestände lassen sich gut und schnell über die Daten aus den Bankbilanzen erfassen. Voraussetzung ist, dass die Kreditinstitute - wie im Euroraum noch üblich - die dominierenden Akteure des Finanzmarktes sind. In Volkswirtschaften mit hoch entwickelten Finanzmärkten (Disintermediation) wie in den USA ist es äußerst schwierig, eine Geldmengengröße zu kontrollieren, die an Bankbilanzen ansetzt. Deshalb spielt dort die Geldmenge in der Politik der Notenbank eine eher untergeordnete Rolle.


Indikatoreigenschaft

Bei ihrer Strategie geht die EZB davon aus, dass Inflation mittel- bis langfristig ein monetäres Phänomen ist, also Folge der Ausweitung der Geldmenge ist. M 3 ist für sie wegen ihrer Vorlaufeigenschaften ein Inflationsindikator von herausragender Bedeutung. Steigt M 3, heißt das: Die Geldnachfrage nimmt zu, weil die Wirtschaft wächst und/oder die Preise steigen. Wächst die Wirtschaft rascher, als sie es von ihren Kapazitäten her verkraften kann, beschleunigt sich der Preisauftrieb. Für eine solide Beurteilung der Inflationsrisiken reicht es allerdings nicht aus, das Wachstum M 3 mit Referenzwert zu vergleichen. Es müssen vielmehr genau diejenigen Faktoren untersucht werden, welche die Expansion der Geldmenge verursachen.


Reaktionszeiten

Auf Zinsänderungen durch die Notenbank reagiert M 3 in der Regel innerhalb von 3 bis 6 Monaten. Bis diese Änderungen sich dann aber in der Wirtschaft voll niederschlagen (geldpolitische Wirkungsverzögerung), vergehen nochmals gut 12 Monate. M 3 reagiert recht schnell, wenn sich die Wirtschaft anschickt, mehr zu leisten. Steigt das BIP zum Beispiel um 1 %, wächst die Geldmenge um 1,2 bis 1,4 %.
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das Zentrum d.:

and up o.T.

 
01.06.01 17:28
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