DAX: Gefahr noch nicht gebannt
von Thomas Theuerzeit, animusX, 06. Juli 2004 09:19
Diese Standortbestimmung ist bereits am Sonntag erschienen. Aktive Teilnehmer erhalten diese automatisch per Mail. Anmeldung hier: www.animusx.de
DAX: Gefahr noch nicht gebannt
Das Fazit der letzten Standortbestimmung lautete:
(…) Die Daten untermauern den derzeit vorherrschenden Seitwärtsmarkt. Die Tradingrange beläuft sich zwischen 4.050 maximal 4.100 Punkten auf der Ober- und 3.900 Punkten auf der Unterseite. Ein verlassen dieser Range nach oben hin ist für die kommende Woche eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist ein erneuter Test der unteren Begrenzung (…)
Obwohl der deutsche Aktienindex in der vergangenen Woche noch nicht die Marke von 3.900 Punkte erreicht hat, ist die Gefahr noch nicht gebannt! Auf der Oberseite lieferten die animusX®-Ratios erneut eine gute Entscheidungshilfe. Wie bereits im Fazit erläutert, war ein Ausbruch aus der Tradingrange nach oben hin sehr unwahrscheinlich.
Exakt bei 4.101 Punkten machte der Markt kehrt und verlor binnen zwei Tagen über 100 Punkte. Per Saldo verlor der DAX damit in der vergangenen Woche 0,36 Prozent. Wie schon erwähnt: Das Ende der rückläufigen Kurse ist mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht in Sicht.
Der Kursverlauf hinterlässt deutliche Spuren im animusX®-Datenkranz. Allen voran hat das animusX®-Sentiment erneut deutlich verloren. Es notiert nunmehr bei 55 Prozent und kommt damit stark der Grenze zwischen Bullen und Bären nahe (50 Prozent). Die herben Verluste seit den letzten zwei Wochen belegen, die Bären kommen mit großen Tapsen.
Der Pessimismus spiegelt sich ebenfalls in der animusX®-Investionsquote wider. Beide Lager, die Privaten als auch die Institutionellen, haben ihre Investitionsquoten in der vergangenen Woche reduziert. Auffallend dabei, die Institutionellen wesentlich stärker als die Privaten. Ein genauer Blick auf das Sentiment belegt indes, dass die Institutionellen deutlich negativer eingestellt sind als die Privaten. Haben sie den nötigen Weitblick und agieren die Privaten erneut zu langsam?
Die animusX®-Ratios zeigen Unsicherheit an. Markante Marken gibt es nach wie vor auf der Unterseite 3.900/20 Punkte und 3.700 Punkte. Ein Unterschreiten des erstgenannten Niveaus würde weitere prozyklische Verkäufe zur Folge haben. Eine Stabilisierung wäre aus heutiger Sicht demnach frühestens bei 3.770/000 Punkten möglich. Nach oben hin gibt es keine nennenswerten Niveaus. Das belegt mitunter auch, dass sich die befragten Marktteilnehmer wesentlich stärker auf die Unterseite konzentrieren.
Aus zyklischer Sicht bleibt festzustellen, der Juli bringt eine Entscheidung. Zu befürchten ist jedoch, dass diese tendenziell die Südseite betreffen wird. Zur Begründung: Ein dominanter Sechsmonatszyklus durchläuft im Juli seinen unteren Scheitelpunkt. Darüber hinaus ist in den nächsten drei Wochen ebenfalls auf Wochenbasis mit einen zyklischen Tief zu rechnen. Gemäß der Zyklusüberlagerung des Monats- und des Wochenzyklus hat der Markt kaum eine Chance, sich diesem dominanten Druck zu entgegenzustellen.
Fazit:
Der Seitwärtsmarkt mit den bekannten Marken hat nach wie vor Gültigkeit. Kurzfristig könnte sich der DAX ab Wochenmitte noch einmal aufbäumen. Spürbare Veränderungen im Trend wird das aber nicht nach sich ziehen. Vielmehr bleibt es bei der Aussage von vergangener Woche: Ein Test auf der Unterseite von 3.900 Punkten ist sehr wahrscheinlich. Ebenfalls bleibt es bei der Gefahr des Unterschreitens von 3.890/900 Punkten, was weiteres Verkaufspotenzial eröffnen würde.
Der ACIX-Indikator signalisiert ebenfalls weiterhin schwächere Kurse.