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8%+ Ausschüttungen und Zinseszinseffekt: Zwei einkommensorientierte Ruhestandswerte im Stresstest

Hohe laufende Erträge von über 8 % und die Chance auf realen Zinseszinseffekt in Zeiten anhaltend hoher Inflation – zwei im Fokus stehende Titel sollen genau das liefern: der geschlossene CEF PIMCO Access Income Fund (PAXS) und der Business Development Company (BDC) Ares Capital (ARCC). Beide werden als Bausteine für einen einkommensorientierten Ruhestandsansatz diskutiert, der auf regelmäßige Ausschüttungen und langfristiges Wachstum des passiven Einkommens abzielt.

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Ein Mann liest Wirtschaftsnachrichten (Symbolbild).
Quelle: - pixabay.com:

Die Analyse auf Seeking Alpha stellt die zentrale Frage, wie Ruheständler heute „real compounding“ erzielen können – also ein inflationsbereinigtes Wachstum ihrer Ausschüttungen. Bei nach Ansicht des Autors überbewerteten US-Aktien und „persistently high levels“ der Inflation wird die klassische 60/40-Strategie als unzureichend betrachtet. Statt eines Ansatzes, der auf schrittweisen Kapitalverzehr im Ruhestand zielt, wird ein Modell propagiert, das „a recurring cash flow stream that can grow over time“ erzeugt und auf Dividendenwachstum statt Kapitalverkäufe setzt.

Der Beitrag argumentiert, dass Inflation „in the coming years to be higher than the long-term average of 2.5% to 3% over most of our investing careers“ bleiben dürfte. In diesem Umfeld erscheinen reine Wachstumsinvestments weniger attraktiv; im Vordergrund stehen vielmehr „Companies that grow their income and, in turn, our income“. Als Orientierung dient dabei der Vanguard High Dividend Yield ETF (VYM), der über 12 Jahre ein Dividendenwachstum von rund 9,7 % pro Jahr verzeichnet habe und damit die Inflation spürbar übertroffen habe.

Die Kernidee lautet, durch fortlaufende Reinvestition der Erträge den eigenen „income stream grow faster than inflation“ zu lassen. Besonders hervorgehoben werden Werte, die sowohl überdurchschnittliche Ausschüttungsrenditen als auch Potenzial für Dividendenwachstum bieten. In diesem Kontext werden PIMCO Access Income Fund und Ares Capital als zwei konkrete Bausteine vorgestellt.

PIMCO Access Income Fund (PAXS): Struktur, Strategie und Ausschüttung

PAXS ist ein 2022 aufgelegter geschlossener Fonds (CEF), der global in festverzinsliche Wertpapiere investiert. Sein erklärtes Ziel ist laut Seeking Alpha „current income as a primary objective and capital appreciation as a secondary objective“. Das Portfolio umfasst überwiegend Schuldtitel mit Investment-Grade- und Non-Investment-Grade-Ratings, darunter Unternehmensanleihen, strukturiere Produkte (u. a. MBS/ABS) sowie Staatsanleihen.

Der Fonds nutzt Leverage, um die Ertragskraft zu steigern. Diese Fremdfinanzierung verstärkt zwar Zinsänderungsrisiken und Marktvolatilität, ermöglicht jedoch eine höhere laufende Rendite. Die Analyse betont die Rolle des aktiven Managements von PIMCO, das als erfahrener Akteur im Rentenbereich gilt und mit einem Teamansatz und Makro- wie Mikro-Research arbeitet.

Die Ausschüttung von PAXS liegt aktuell über 8 %. Der Fonds zahlt monatlich und zielt darauf ab, die Ausschüttung aus Net Investment Income (NII) zu decken. Der Beitrag verweist auf einen „solid coverage“ der Distribution, wobei betont wird, dass die Ertragslage durch das höhere Zinsniveau grundsätzlich unterstützt wird. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass ein Teil der Erträge aus komplexen strukturierten Kreditinstrumenten stammt, die sensitiv auf Konjunktur- und Spread-Entwicklungen reagieren.

Das Bewertungsniveau von PAXS wird als attraktiv dargestellt: Der Fonds notiert mit einem Abschlag (Discount) auf seinen Net Asset Value (NAV). Dies wird als Chance interpretiert, da der Investor Zugang zu einem aktiv gemanagten Fixed-Income-Portfolio zu einem Kurs unter dem inneren Wert erhält. Der Beitrag hebt hervor, dass bei Stabilisierung oder Rückgang der Zinsen sowohl Kursaufholpotenzial als auch fortgesetzte hohe Erträge bestehen könnten.

Als Hauptrisiken werden u. a. die Hebelwirkung, Zinsänderungsrisiken, Kreditrisiken im Non-Investment-Grade-Bereich und die Volatilität der CEF-Rabatte genannt. Die Sensitivität von PAXS gegenüber Rezessionsszenarien und Spread-Ausweitungen bleibt ein zentrales Thema. Gleichwohl wird PAXS im Kontext eines Ruhestandsportfolios als geeigneter Baustein für Anleger gesehen, die bereit sind, diese Risiken zugunsten einer hohen Ausschüttung und potenziellen Kapitalzuwächse einzugehen.

Ares Capital (ARCC): BDC mit Fokus auf Mittelstandsfinanzierung

Als zweiter Baustein wird Ares Capital Corporation (ARCC) analysiert, eine der größten und etabliertesten Business Development Companies (BDC) am US-Markt. ARCC stellt vor allem erstrangig besicherte und Unitranche-Finanzierungen für mittelständische Unternehmen bereit und erzielt daraus Zinseinkünfte. Die Gesellschaft profitiert von einem Umfeld höherer Zinsen, da variable Kreditmargen auf einem erhöhten Basiszinssatz aufsetzen.

Der Beitrag betont die langfristige Dividendenhistorie von ARCC. Die reguläre Quartalsdividende liegt aktuell über 8 % auf Basis des Aktienkurses, zusätzlich werden „special dividends“ ausgeschüttet, wenn die Ertragslage dies erlaubt. Die Dividende wird nach Angaben von Seeking Alpha durch das Net Investment Income gut gedeckt, was auf eine solide operative Ertragskraft hinweist.

Die Portfolioqualität ist ein weiterer Schwerpunkt: ARCC verfügt über ein breit diversifiziertes Kreditbuch mit Schwerpunkt auf sponsor-backed Unternehmen. Problemkredite und Non-Accruals werden laufend überwacht. In der Analyse wird hervorgehoben, dass ARCC auch durch mehrere Konjunkturzyklen hindurch seine Ausschüttungspolitik verteidigt und zum Teil gesteigert hat.

Bewertungsseitig notiert ARCC in der Nähe seines Net Asset Value oder mit einem leichten Aufschlag. Dieser „Premium“ wird in der Analyse als Ausdruck des Vertrauens des Marktes in das Management, das Underwriting und die Ertragsqualität von ARCC interpretiert. Die Rendite von über 8 % erscheint im Kontext der BDC-Peergroup wettbewerbsfähig, insbesondere angesichts der Größe und Diversifikation von ARCC.

Zu den Hauptrisiken zählen eine potenzielle Rezession, steigende Ausfallraten im Mid-Market-Segment, Refinanzierungsrisiken im BDC-Sektor und regulatorische Rahmenbedingungen. Dennoch wird ARCC als „core holding“ für einkommensorientierte Anleger beschrieben, die mit den inhärenten Kredit- und Marktrisiken umgehen können.

Reinvestition, Zinseszinseffekt und Ruhestandseinkommen

Im Zentrum des Beitrags steht das Konzept des realen Zinseszinseffekts. Durch Reinvestition der hohen Ausschüttungen von PAXS und ARCC – zumindest in der Aufbauphase vor oder zu Beginn des Ruhestands – soll ein „income snowball“ entstehen, der mit der Zeit deutlich an Volumen gewinnt. Die Kombination aus laufenden Ausschüttungen von über 8 % und potenziellem Dividendenwachstum wird als Vehikel gesehen, um „our income stream grow faster than inflation“ zu lassen.

Der Artikel auf Seeking Alpha kontrastiert dieses Vorgehen mit Strategien, die sich auf Kapitalgewinne stützen und im Ruhestand sukzessive Anteile veräußern. Eine solche Vorgehensweise sei in Phasen hoher Volatilität und bei möglicherweise überhöhten Bewertungen anfällig. Das hier dargestellte Modell verfolgt stattdessen einen Cashflow-orientierten Ansatz und setzt auf Diversifikation über verschiedene, hoch ausschüttende Instrumente, wobei PAXS und ARCC als Beispiele dienen.

Konservative Anlegerperspektive: Mögliche Reaktion an der Börse

Für konservative Anleger, insbesondere Ruheständler, stellt die Analyse zwei zentrale Botschaften heraus: Zum einen kann ein Portfolio mit hohen, gut gedeckten Ausschüttungen ein stabileres Einkommensfundament bieten als reine Kursgewinne. Zum anderen sind die vorgestellten Vehikel – ein gehebelter CEF im Rentenbereich und eine kreditfokussierte BDC – mit signifikanten Markt- und Kreditrisiken verbunden.

Konservative Investoren könnten daher in mehreren Schritten reagieren: zunächst durch eine detaillierte Due-Diligence von PAXS und ARCC, inklusive Analyse der NAV-Entwicklung, der Ausschüttungsdeckung, der Kreditqualität und der Zinsrisiken. Eine mögliche Positionierung wäre, beide Titel – sofern sie zur individuellen Risikotoleranz passen – nur als Beimischung in einem breiter gestreuten Einkommensportfolio zu nutzen und Positionsgrößen strikt zu begrenzen. Alternativ könnte man das Grundkonzept der inflationsresistenten Cashflows aufnehmen, aber auf weniger gehebelte oder regulatorisch stärker geschützte Instrumente ausweichen. In jedem Fall legt der Beitrag nahe, den Fokus stärker auf nachhaltige, inflationsschlagende Ausschüttungen und sorgfältiges Risikomanagement zu richten, statt ausschließlich auf Kurschancen zu setzen.

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