Die Aktienmärkte Europas bleiben volatil. Auch am letzten Donnerstag zeigte sich dieser Sachverhalt einmal mehr, wobei sich am Ende (20:00 Uhr in den EUREX-Aktien-Index-Futures) die Nachfrageseite wieder durchsetzen konnte. Grundsätzlich können wir somit unterstellen, dass die von uns beurteilten Indizes in Europa zwar strategisch weiterhin als positiv zu betrachten sind und aus unserer Sicht heraus eine optimistische Erwartungshaltung im Bezug auf die weitere Entwicklung durchaus gerechtfertigt sein sollte, kurzfristig durchlaufen diese Märkte jedoch eine Konsolidierungsphase auf hohem Niveau. Interessant bleibt in diesem Zusammenhang, dass bisher noch keiner der jeweiligen Börsenbarometer sein errechnetes minimales Reaktionspotential ausgeschöpft hat, was wir als Bewertungskriterium für eine aktuell grundsätzlich hohe Bewegungsdynamik interpretieren.
In den US-Aktien-Indizes ist dieses Bewegungsverhalten der Kursverläufe nicht ganz so offensichtlich ausgebildet, wie es sich derzeit in Europa zeigt. Zunächst fallen die US-Wachstumswerte-Indizes NASDAQ-100-Index und NASDAQ auf. Beide Börsenbarometer konnten noch am Mittwoch zwar nahezu unverändert im Vergleich zum Vortagesschlusskurs schließen, zwischendurch tauchten sie dagegen wieder deutlich ab und schafften es erst in der zweiten Tageshälfte, sich wieder zu erholen. Im Ergebnis sehen wir in beiden Indizes so genannte Maximumkorrekturen, bezogen auf das Ausmaß des jüngsten Aufwärtsimpulses von Januar / Februar. In den beiden Standardwerte-Indizes Dow Jones Industrial Average (DJIA) und S&P-500-Index liegen uns im Gegensatz dazu „nur“ Minimumkorrekturen vor, was ein Festhalten an einer optimistischen Erwartungshaltung im Bezug auf den laufenden Aufwärtsimpuls zwar rechtfertigt, konkret jedoch noch keine Beurteilung wie für Europas Börsen rechtfertigt.
In der Konsequenz halten wir fest:
(1) Strategisch gesehen, bleiben wir für Europas Börsen zunächst auch weiterhin optimistisch. An dieser Aussage halten wir solange fest, wie sich das Gesamtbild über die Markttechnik nicht dramatisch verschlechtert, bzw. das jeweils errechnete minimale Reaktionspotential nicht unterschritten wird.
(2) In den US-Börsen sehen wir die „Bremsen“ in den Wachstumswerte-Indizes, was zudem die Schere zwischen Europa und den USA aktuell weiter öffnet. Dennoch, eine konkrete Belastung scheint aktuell kaum auf Europas Märkte "überzuschwappen". In der Konsequenz können unserer Ansicht nach strategische Long-Positionen in Europa zwar beibehalten werden, sollten dennoch per Stop-Kurs abgesichert sein. Wir platzieren unsere strategischen Stop-Kurse jeweils unmittelbar unter den errechneten Minimumkorrekturen.
(3) Innerhalb des Fonds (Wagner & Lang Universal Aktiv-Fonds) werden die Positionierungen dagegen unter anderem über einen Investitionsgradmesser bestimmt, der aktuell einen Stand von 90 Prozent ausweist.
RANDMÄRKTE
BUND-FUTURE
Der Bund-Future markierte am letzten Donnerstag bei 120.98 ein neues historisches Hoch und verfehlte dabei die 121 nur äußerst knapp.
Grundsätzlich gibt es hier keine Änderung zu den Aussagen der Vortage. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist unverändert intakt, er wird auf Tages- wie Wochenbasis bestätigt (chart- wie markttechnisch) – in der Konsequenz ist ein Festhalten an eventuell bestehenden Long-Positionen gerechtfertigt.
Widerstände lassen sich aktuell auf der Oberseite nicht herleiten, mit Unterstützung im Sinne der Definition rechnen wir in den Bereichen um 120.31, darunter um 119.45. Die Begrenzungslinie des Aufwärtstrends verläuft zum Wochenende im Bereich um 119.90.
DAX
Widerstände: 4387 (u), 4483 (O);
Unterstützungen: 4325 / 4310 (O), 4269 (O), 4191 / 4185 (O), 4173 (u)
Der DAX setzte am letzten Donnerstag seine Konsolidierung / Reaktion fort, die am Mittwoch eingeleitet wurde. Im Ergebnis rutschte er im Tagestief unter das Vortagestief, bewegt sich aber mit einem Reaktionstief bei bisher 4338 noch immer komfortabel oberhalb der errechneten Minimumkorrektur (bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls), die wir mit 4320 / 4310 definieren. Zum Handelsende hin konnte nach 17:30 Uhr der FDAX wieder deutlich aufholen und schloss 2,5 Punkte unterhalb des Vortagesschlusskurses, was zur Ausbildung einer deutlichen Lunte führte.
Im Ergebnis bleiben wir für den DAX optimistisch.
Betrachten wir uns die Entwicklung des Kursverlaufes aus verschiedenen Zeitfenstern heraus, können wir folgende Einschätzungen treffen:
MITTELFRISTIG / STRATEGISCHE EINSCHÄTZUNG
Definitionsgemäß bewegt sich der DAX-Index im strategischen Zeitfenster (auf Wochenbasis) unverändert innerhalb eines intakten Aufwärtstrends, der am Freitag, den 04. Februar, mit Überwindung des bis dahin gültigen Jahreshochs wieder aufgenommen wurde. Dieser laufende primäre Aufwärtstrend, gültig in der aktuellen Definition seit August letzten Jahres, bestätigt sich sowohl chart-, wie auch markttechnisch, ebenso aus Sicht der Dow Theorie.
In der Konsequenz behalten wir unter mittelfristig ausgerichteten Gesichtspunkten eine optimistische Erwartungshaltung bei.
KURZFRISTIG / TAKTISCHE EINSCHÄTZUNG
Im kurzfristig / taktischen Zeitfenster liegt uns im Kursverlauf des DAX / FDAX ebenfalls ein gültiger, bestätigter Aufwärtstrend vor. Ausgehend vom Reaktionstief im Januar, führte dieser zur Ausbildung eines neuen Bewegungs- und Jahreshochs im laufenden Trend. Bezogen auf das bisherige Ausmaß berechnen sich die Korrekturpotentiale wie folgt:
4320 / 4310 (Minimumkorrektur)
4287 (Normalkorrektur)
4263 / 4253 (Maximumkorrektur)
Bisher bewegt sich der DAX oberhalb des errechneten minimalen Korrekturpotentials. In der Konsequenz unterstellen wir einen unverändert intakten Bewegungsimpuls auf der Oberseite, der durch die laufende Reaktion im Bestand nicht gefährdet sein sollte, sondern nach Abschluss der Korrekturphase mit einer Chance von über 67 Prozent eine Wiederaufnahme des Trends "erleben" sollte. An dieser grundsätzlich positiven Erwartungshaltung halten wir fest, solange der DAX nicht das errechnete minimale Reaktionspotential bei 4320 / 4310 unterschreitet.
---Uwe Wagner---
Gruss Nostra2