EZB nach Zinssenkung in den USA unter Druck


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 288 / Heute: 1
sir charles:

EZB nach Zinssenkung in den USA unter Druck

 
07.11.02 11:24
EZB nach Zinssenkung in den USA unter Druck

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung ist für deutliche Absenkung um 0,75 Prozentpunkte.
 

US-Notenbank senkt Leitzinsen überraschend deutlich


BERLIN (apa/afp). Nach der deutlichen Zinssenkung in den USA wächst der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), gleichfalls ihre Zinsen zu senken. Die EZB solle schon auf ihrer Sitzung am Donnerstag die Zinsen deutlich verringern, forderte der Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Gustav Horn, in der "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe). "Am besten wäre eine Senkung um 0,75 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent". Die Konjunktur könne "einen Schub vertragen, nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten Euro-Zone."

Starke Zinssenkung durch Fed

Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch ihren maßgeblichen Zinssatz überraschend stark um 0,5 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent gesenkt. Damit vergrößerte sich der Abstand zum Zinsniveau in der Euro-Zone nochmals deutlich, wo der maßgebliche Satz seit genau einem Jahr unverändert bei 3,25 Prozent liegt.

Senkung noch offen

Auch Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung sah bei der EZB grundsätzlich Spielraum für eine Verringerung ihres maßgeblichen Zinssatzes von derzeit 3,25 Prozent. Ginge es nur um die Konjunktur, müsse die Notenbank nun ohne Wenn und Aber senken, sagte Heinemann. Aus strategischen Gründen könne es aber sinnvoll sein, wenn die EZB "ihr Pulver noch trocken" halte. Damit könnten die Regierungen der Euro-Zone gezwungen werden, ihre Defizite wieder in den Griff zu bekommen.

Schnelle Hilfe nicht zu erwarten

"Die Zinssenkung in den USA macht einen ähnlichen Schritt der EZB wahrscheinlicher", sagte Jan-Egbert Sturm vom Münchener ifo-Institut. Schnelle Hilfe für die Konjunktur stehe aber auch in diesem Fall kaum zu erwarten. Üblicherweise dauere es neun bis zwölf Monate, bis eine Zinssenkung auf die Konjunktur durchschlage.

Senkung "erwünscht"

Der Konjunkturchef des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH), Udo Ludwig, bezeichnete eine Senkung wegen der schwachen Konjunktur als "erwünscht". Die EZB stecke aber "in einem Dilemma". Der Spielraum der Notenbank sei eingeschränkt, weil die Inflationsrate in der Euro-Zone noch über zwei Prozent liege und die Geldmenge stärker gestiegen sei als erwünscht.


Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--