Experten rufen Ende des Bärenmarktes aus


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Experten rufen Ende des Bärenmarktes aus

 
04.03.02 20:54
Experten rufen Ende des Bärenmarktes aus
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Der Börsenbär hat sich schlafen gelegt Foto: dpa


Berlin – Die gute Nachricht vorweg: Nach den sich mehrenden positiven Konjunktursignalen ist der Bärenmarkt vorbei. Die schlechte Nachricht: Ein neuer kräftiger Bullenmarkt ist nicht in Sicht. Dies ergibt eine WELT- Umfrage unter den führenden Investmentbanken. Danach sehen zwar acht von zwölf Experten an den Börsen neue Zeiten anbrechen. Der seit März 2000 bestehende Abwärtstrend sei endgültig gebrochen. Doch nur wenige Strategen glauben nun wieder an die guten alten Zeiten mit jährlichen Zuwächsen von 20 Prozent. „Der Bär ist erlegt. Wir gehen jetzt aber nicht mit Hurra nach oben“, bringt Hans-Peter Wodniok von Credit Lyonnais die Meinung der Finanzzunft auf den Punkt.

Positiv stimmt die Experten die jüngsten deutlichen Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung. Nach dem simultanen Einbruch der Ökonomien in den USA, Japan und Europa zeigten nun die Indikatoren in den drei wichtigsten Volkswirtschaften wieder nach oben. Am weitesten ist die Trendwende in den USA. Hier legte das Bruttoinlandsprodukt bereits im vierten Quartal mit einer Jahresrate von 1,4 Prozent zu. In Europa und in Japan springen die Frühindikatoren wie etwa der deutsche Ifo-Index auf Grün. Als Folge dieser Entwicklung hoben die Experten zuletzt ihre Wachstumsprognosen deutlich an. „Die wirtschaftliche Erholung kommt wesentlich früher als erwartet“, sagt Peter Saacke von Merrill Lynch. Der ausgebrochene Konjunkturoptimismus ist denn auch für die momentane Rallye verantwortlich. In Japan gewann der Nikkei zu Wochenbeginn sechs Prozent, an der Wall Street markierte der Dow Jones ein Sieben-Monatshoch und der Dax schoss gestern zum ersten Mal seit September 2000 über die technisch wichtige 200-Tage-Linie. Vielen Strategen wird angesichts der Rallye aber etwas mulmig. „Europas Börsen sind 20 Prozent überbewertet“, warnt Mike Young von Goldman Sachs. „Ich habe die Befürchtung, dass wir das jetzige Niveau nicht halten können“, fügt Matthias Jörss von Sal. Oppenheim an. „Die Konjunkturzahlen geben nicht grünes Licht dafür, das wir morgen beim Dax bei 6000 und übermorgen gleich bei 7000 Punkten notieren.“

Nicht nur die aktuell hohen Bewertungen machen den Experten zu schaffen. Auch die erwartete Gewinnentwicklung dämpft den Optimismus. „Anders als in den letzten Konjunkturzyklen ist der Zusammenhang zwischen Wirtschaftserholung und Gewinnwende bei den Unternehmen dieses Mal nicht in Takt“, sagt Abhijit Chakrabortti von J.P. Morgan. Denn trotz der besseren Randbedingungen hätten die Unternehmen insbesondere auf Grund des knüppelharten Wettbewerb wenig Spielraum, die Preise für ihre Produkte anzuheben. „Und dies wird die Gewinne trotz besserer Konjunktur am Boden halten.“

Tatsächlich ist die Ertragssituation bei den Unternehmen der Dreh- und Angelpunkt der künftigen Börsenentwicklung. Die größten Fragezeichen sieht hier Albert Edwards von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Als einziger Experte sieht er trotz der Konjunkturwende den Bärenmarkt noch lange nicht für beendet. Er erwartet, dass die Kurse noch einmal die Tiefstände vom vergangenen September unterschreiten werden. Dagegen steht die Meinung von Ian Scott von Lehman Brothers. „Die Gewinne werden wie in jedem anderen Zyklus auch analog zum Wirtschaftsaufschwung steigen.“ Er stellt Anlegern 15 bis 20 Prozent Aufwärtspotenzial in Aussicht.

Gruß Kostolmoney
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