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klecks1:

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02.07.01 06:56
Experten schätzen deutsche IT-Konjunktur widersprüchlich ein  
 
HAMBURG (dpa-AFX) - Deutsche Unternehmen planen nach einem Bericht der "Computerwoche" weiterhin großzügige Investitionen in Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation. Dagegen kommt das ifo Institut für Wirtschaftsforschung zu dem Schluss, dass die deutsche EDV-Branche an Schwung verliert. Nach einer Studie der Computerzeitschrift wollen Firmen in diesem Jahr dafür 93,1 Mrd. Euro (182 Mrd. DM) ausgeben, in 2002 sollen es sogar 99,6 Mrd. Euro sein. Das belegten Ergebnisse einer Umfrage unter 2505 Betrieben. Demnach entfällt im Jahr 2002 bei den reinen IT-Anschaffungen der größte Anteil der Gesamtausgaben mit 38,2 Prozent auf Hardwareinvestitionen.
IFO-WIRTSCHAFTSFORSCHER RECHNEN MIT ABSCHWUNG IN IT-BRANCHE

Dagegen sieht das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München die EDV-Branche in Deutschland nach einem jahrelangen Höhenflug im Abschwung. Die Nachfrage nach Software und informationstechnischen Dienstleistungen habe in den ersten drei Monaten 2001 deutlich an Schubkraft eingebüßt. Die Umsatzentwicklung sei "ausgesprochen flau" verlaufen. Per saldo stellte nur noch jede fünfte Firma zusätzliches Personal ein. Auch die Aussichten in den kommenden Monaten werden skeptisch beurteilt. Die Firmen bekämen zu spüren, dass sich einige Unternehmen nach dem bewältigten Jahr-2000-Problem und der Euro-Umstellung nun eine Investitions-Verschnaufpause gönnten, berichteten die Wirtschaftsforscher. Bereits im Jahr 2000 habe sich das Wachstum der Branche verlangsamt. Die Umsätze wuchsen um acht Prozent auf 57,9 Mrd. DM. Die mittelfristigen Aussichten der Branche seien aber weiterhin positiv, betonte das Institut. Wachstumsimpulse würden vor allem aus dem Inland erwartet./DP/ax/ck/so



02.07. - 06:33 Uhr
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klecks1:

Experten II

 
02.07.01 06:58
Jagoda fordert Aktion gegen die Flaute - Gabriel warnt vor Voodoo-Ökonomie  
 
BERLIN (dpa-AFX) - Der Druck auf die Bundesregierung, gegen eine anhaltende Wirtschaftsflaute massiv vorzugehen, wird stärker. Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, forderte am Wochenende: "Alle Akteure müssen sich jetzt im Stile einer konzertierten Aktion schnell auf gemeinsames Handeln verständigen." Neben Regierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften seien auch Bundesbank und Europäische Zentralbank gefragt, sagte er der "Magdeburger Volksstimme". Mit Warnungen an Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) vor einem überzogenen Sparkurs empfahl der niedersächsische SPD-Regierungschef Sigmar Gabriel in der "Berliner Zeitung" mehr Flexibilität für die Konjunktur. Die "sture Fixierung auf das Jahr 2006 oder 2007 macht keinen Sinn: Das ist Voodoo-Ökonomie", sprach sich Gabriel gegen ein starres Festhalten am geplanten Schulden-Abbau bis 2006 aus. "Statt nun bei den Ausgaben drastisch zu kürzen, ist es also vernünftiger, zeitlich befristet eine gleich bleibende oder gegenüber der früheren Finanzplanung erhöhte Kreditaufnahme zu akzeptieren." Eichels Sparkurs sei gut, aber man sollte ihn "nicht überhöhen". FDP-Vizefraktionschef Rainer Brüderle warnte vor einer so genannten Stagflation. Er forderte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in einem dpa-Gespräch auf, per Rechtsverordnung nach dem Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1968 die Steuern um zehn Prozent zu kürzen. "Eine verhängnisvolle Entwicklung

für den Arbeitsmarkt befürchtet Handwerks-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer, falls jetzt die Lohnnebenkosten über die Krankenkassenbeiträge auf deutlich über 40 Prozent klettern. Er forderte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erneut eine Begrenzung der Kassenbeiträge auf zwölf Prozent und Nachbesserungen bei der Rentenreform, um den Rentenbeitrag auf 18 Prozent zu senken. Das Münchner ifo-Institut für Wirtschaftsforschung rechnet inzwischen - trotz Steuerreform - für das gesamte Jahr mit stagnierenden Umsätzen im Einzelhandel. "Wir müssen zunächst die konjunkturellen Bremsen lösen", sagte Jagoda. Wachstums- und Arbeitsmarkt-Ziele würden sonst verfehlt. "Die Dellen in der Konjunktur tun dem Arbeitsmarkt weh. Wir müssen hart daran arbeiten, dass wir bei der Wachstumsrate doch noch die Zwei vor dem Komma hinbekommen." Die von Schröder immer wieder beschworene "Politik der ruhigen Hand" müsse nicht heißen, nichts zu tun. Nötig sei, die Regelungswut zu reduzieren und Genehmigungsverfahren für den am Boden liegenden Bau zu entschlacken. Flexible Arbeitszeiten seien ebenso nötig für Arbeitnehmer wie Lebensarbeitszeitkonten. Durch Selbstständigen-Programme könnten 500.000 Arbeitsplätze entstehen. Die konzertierte Aktion war 1967 in der großen Koalition unter dem damaligen Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD) geschaffen worden. Sie brachte als feste Einrichtung zur Politikabstimmung der damals notwendigen Konjunktur-Ankurbelung Regierung, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Bundesbank und Sachverständigenrat an einen Tisch. Weniger dramatisch als von Jagoda wird die Entwicklung vom Mannheimer Wirtschaftsexperten Herbert Buscher gesehen. Er sprach von einer vorübergehenden Konjunkturdelle, die nicht in eine Rezession einmünden werde, sagte er der Heidelberger "Rhein-Neckar-Zeitung". Brüderle forderte im dpa-Gespräch den Kanzler auf, "die drohende Stagflation nicht auf die leichte Schulter" zu nehmen. Voraussetzung für Sofortmaßnahmen nach dem Stabilitätsgesetz sei die Feststellung eines wirtschaftlichen Ungleichgewichts, "was jetzt ja nicht schwer fällt". Brüderle forderte: "Schröder darf nicht kleckern, sondern muss klotzen. Sie müssen durchstarten, Herr Schröder." Im Zentrum des FDP-Blitzprogramms stünden Steuersenkungen und der Abbau des Arbeitslosenbeitrages von 6,5 auf 5,5 Prozent./DP/wb/so



02.07. - 06:34 Uhr
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