Experte fordert intelligente Regeln für den Neuen Markt
Von Kai Beller, Hamburg
Die Verbannung der so genannten Penny Stocks aus dem Neuen Markt geht nach Ansicht von Wirtschaftsprofessor Wolfgang Gerke an den wahren Problemen des Wachstumsmarktes vorbei. Er fordert stattdessen ein "intelligenteres System".
Es reiche nicht aus, den momentanen Kurs einer Aktie zum einzigen Kriterium für den Verbleib oder das Ausscheiden aus dem Wachstumsindex zu machen, sagte Gerke von der Universität Nürnberg-Erlangen der FTD-Online. Er empfiehlt das Handelsvolumen einer Aktie und andere fundamentale Daten eines Unternehmens, zu Rate zu ziehen. "Papiergrößen" hätten am Neuen Markt nicht zu suchen.
Bislang seien die Regeln des Neuen Marktes hinsichtlich des so genannten Delistings nicht eindeutig formuliert, sagte Gerke. Im Regelwerk des Neuen Marktes sei eine Streichung vom Kurszettel nicht vorgesehen. Daher sei es durchaus möglich, dass juristische Schritte Aussicht auf Erfolg haben könnten. Darüber hinaus dürfte die Verbannung aus dem Nemax einen weiteren Kursrückgang nach sich ziehen. Betroffene Unternehmen hatten nach Bekanntwerden der Pläne juristische Schritte angekündigt.
Gerke machte in erster Linie die Emmissionsbanken für die Misere am Neuen Markt verantwortlich, die viele Unternehmen an den Markt gebracht hätten, die dort nicht hingehörten. Er forderte eine bessere Börsenaufsicht, die auch die Verhängung von Bußgeldern ermögliche. Außerdem müssten die Anleger besser über das Marktgeschehen informiert werden.
Der Chef des Neuen Marktes, Rainer Riess, hatte eine Änderung des Regelwerks angekündigt. Auch er hält den Kurs nicht für das ausschließliche Kriterium für die Verbannung aus dem Wachstumssegment. Das "Delisting" könne sich zum Beispiel an der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens orientiert. Die Börse werde in den nächsten Wochen ein Regelwerk erarbeiten, das "klar sagt, wann und unter welchen Bedingungen ein Delisting erfolgt". Das Konzept müssen mit den Unternehmen abgestimmt werden und rechtlich tragfähig sein.
© 2001 Financial Times Deutschland
Von Kai Beller, Hamburg
Die Verbannung der so genannten Penny Stocks aus dem Neuen Markt geht nach Ansicht von Wirtschaftsprofessor Wolfgang Gerke an den wahren Problemen des Wachstumsmarktes vorbei. Er fordert stattdessen ein "intelligenteres System".
Es reiche nicht aus, den momentanen Kurs einer Aktie zum einzigen Kriterium für den Verbleib oder das Ausscheiden aus dem Wachstumsindex zu machen, sagte Gerke von der Universität Nürnberg-Erlangen der FTD-Online. Er empfiehlt das Handelsvolumen einer Aktie und andere fundamentale Daten eines Unternehmens, zu Rate zu ziehen. "Papiergrößen" hätten am Neuen Markt nicht zu suchen.
Bislang seien die Regeln des Neuen Marktes hinsichtlich des so genannten Delistings nicht eindeutig formuliert, sagte Gerke. Im Regelwerk des Neuen Marktes sei eine Streichung vom Kurszettel nicht vorgesehen. Daher sei es durchaus möglich, dass juristische Schritte Aussicht auf Erfolg haben könnten. Darüber hinaus dürfte die Verbannung aus dem Nemax einen weiteren Kursrückgang nach sich ziehen. Betroffene Unternehmen hatten nach Bekanntwerden der Pläne juristische Schritte angekündigt.
Gerke machte in erster Linie die Emmissionsbanken für die Misere am Neuen Markt verantwortlich, die viele Unternehmen an den Markt gebracht hätten, die dort nicht hingehörten. Er forderte eine bessere Börsenaufsicht, die auch die Verhängung von Bußgeldern ermögliche. Außerdem müssten die Anleger besser über das Marktgeschehen informiert werden.
Der Chef des Neuen Marktes, Rainer Riess, hatte eine Änderung des Regelwerks angekündigt. Auch er hält den Kurs nicht für das ausschließliche Kriterium für die Verbannung aus dem Wachstumssegment. Das "Delisting" könne sich zum Beispiel an der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens orientiert. Die Börse werde in den nächsten Wochen ein Regelwerk erarbeiten, das "klar sagt, wann und unter welchen Bedingungen ein Delisting erfolgt". Das Konzept müssen mit den Unternehmen abgestimmt werden und rechtlich tragfähig sein.
© 2001 Financial Times Deutschland