Europas Großkonzerne verdienen prächtig


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EinsamerSam.:

Europas Großkonzerne verdienen prächtig

 
16.06.05 09:59
Verhaltene Prognosen fürs laufende Jahr

Europas Großkonzerne verdienen prächtig

Während die europäische Politik zunehmend in Turbulenzen gerät, finden die führenden Industrie- und Dienstleistungskonzerne in Europa festeren Boden unter den Füßen. Die diesjährige Übersicht des Handelsblatts über die 500 größten börsennotierten Unternehmen in Europa liefert dafür einen deutlichen Beleg.

FRANKFURT/M. Nach der Wende im Vorjahr stieg der addierte Gewinn der europäischen Großunternehmen 2004 weiter, und zwar um rund 60 Prozent auf mehr als 370 Mrd. Euro. Die Zeit niedriger Erträge nach dem Einbruch von 2001 haben die Konzerne damit überwunden.

Analysten erwarten, dass viele Unternehmen noch weiter zulegen. Dafür sprechen eine starke Exportnachfrage und weitere Kostensenkungs-Programme. Goldman Sachs etwa kalkuliert für 2005 mit einem durchschnittlichen operativen Zuwachs von zwölf Prozent für europäische Firmen. Im ersten Quartal legten die Nettogewinne im Schnitt um knapp ein Fünftel zu.

Allerdings wird für einige Branchen die Luft dünner. „Die schwache Binnenkonjunktur dürfte besonders für Unternehmen im Konsumsegment weitere Gewinnsteigerungen schwierig machen“, erwartet Udo Rosendahl, Leiter Europäische Aktien bei der Fondsgesellschaft DWS. Auch für Chemie- Stahl- und Telekom-Firmen fallen die Prognosen verhaltener aus.

Im Vergleich dazu hatte das kräftige Wachstum der Gewinne in den beiden Vorjahren noch eine ausgesprochen breite Basis. Abgesehen von Einzelhandel, Bau und Pharma- branche verbuchten 2004 alle großen Industriezweige deutliche Ertragssteigerungen.

Stark verbessert haben sich vor allem die Gewinne in rohstoffnahen Branchen wie Chemie, Stahl sowie im Öl- und Energiesektor. Einen hohen Beitrag zum Gewinnwachstum lieferten ferner Banken und Telekom-Firmen. Die 70 deutschen Firmen unter den Top 500 haben ihren Gewinn 2004 im Schnitt zwar mehr als verdoppelt. Unter den 20 Spitzen-Verdienern in Europa sind aber nur zwei deutsche Firmen, die Deutsche Telekom und der Energieversorger Eon, vertreten.

Nicht zuletzt die Entwicklung im Telekom-Sektor erinnert daran, dass die Gewinndelle in den Jahren zuvor wegen Wertberichtigungen und Sonderabschreibungen so ausgeprägt war. Gemessen an operativen Erträgen und Cashflows wirkt der Turn-around der europäischen Großunternehmen dementsprechend weniger eindrucksvoll. Die Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) haben sich nach Daten des Informationsdienstes Bloomberg 2004 im Schnitt um knapp ein Fünftel verbessert.

Zudem offenbart eine nähere Analyse der Unternehmensdaten weiterhin gewisse Schwächen bei europäischen Firmen. So haben die Spitzenunternehmen im internationalen Vergleich zwar aufgeholt. Bei Umsatz- und Cashflow-Renditen liegen sie allerdings noch immer um einige Punkte hinter der US-Konkurrenz zurück.

Als gewisse Struktur-Schwäche der europäischen Unternehmenslandschaft lässt sich auch das hohe Gewicht von Finanz- und Energie-Sektor interpretieren. Banken und Versicherungen haben 2004 immerhin noch rund ein Drittel aller Gewinne der Top-500 Firmen erwirtschaftet. Demgegenüber sind die potenziellen Wachstumsbranchen Gesundheit und Informationstechnologie unterrepräsentiert. Angesichts der Flaute im Technologiesektor mag das in den vergangenen Jahren zwar kein großer Nachteil gewesen sein. Mittelfristig könnte sich der Mangel an Hightech-Firmen aber als herbes Defizit erweisen.

Quelle: HANDELSBLATT, Donnerstag, 16. Juni 2005, 09:35 Uhr

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Europas Großkonzerne verdienen prächtig 1979771
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SAKU:

Und das dem lmr-Vertrauten...

 
16.06.05 10:10
EinsamerSam.:

Telekombranche enthüllt ihre Ertragskraft

 
16.06.05 12:45
Nach milliardenschweren Wertberichtigungen

Telekombranche enthüllt ihre Ertragskraft

Die europäische Telekommunikationsindustrie hat die Phase der tiefroten Zahlen hinter sich gelassen. Summierten sich im für die Branche düstersten Jahr 2002 die Nettoverluste der europäischen Telekomunternehmen noch auf 92 Mrd. Euro, steht zwei Jahre später ein Nettoprofit von knapp 16 Mrd. Euro unter dem Strich. Damit gehört die Branche zu den ertragsstärksten der europäischen Volkswirtschaften.

FRANKFURT/M. Aber was unterscheidet das Geschäft von Konzernen wie Deutscher Telekom, Telefónica und France Télécom heute von dem vor zwei Jahren? Die Antwort lautet: relativ wenig. Auf boomende Umsätze aus den inzwischen vielerorts in Betrieb genommen UMTS-Mobilfunknetzen warten die Anbieter noch immer vergeblich. Und auch die Zahl neuer Kunden im herkömmlichen Mobilfunkmarkt nimmt wegen der steigenden Marktsättigung in Kernmärkten wie Deutschland, Großbritannien und Italien immer weniger stark zu. Dazu kommt ein rapider Preisverfall für Sprachtelefonie im traditionellen Festnetzgeschäft, das für viele der Ex-Monopolisten noch immer eine der größten Umsatz- und Ertragssäulen ist.

Allein die explodierende Nachfrage nach schnellen DSL-Internetanschlüssen ist für die Telekomindustrie derzeit ein Wachstumsmarkt mit satten Margen. Der Massenmarkt für Breitbandinternet weckt bei den Anbietern Phantasien – etwa über Fernseh- und Radioempfang via Telefonleitung, der sich über längst bezahlte Doppelkupferadern in die Haushalte transportieren ließe. Damit blieben die Investitionen der Telekomanbieter begrenzt. Doch das alles ist Zukunftsmusik und spielte für die Ergebnisse von 2004 noch keine Rolle.

Dass die europäische Telekomindustrie derzeit beim Vergleich der Kennzahlen so blendend dasteht, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es ihr nie so schlecht ging, wie die Zahlen glauben machten. Denn während die Börsenkurse nach dem Jahr 2000 in den Keller rauschten und milliardenhohe Schuldenberge die Diskussion bestimmten, blieb das operative Geschäft relativ stabil.

So sind es vor allem die enormen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte wie milliardenteure UMTS-Mobilfunklizenzen und Werte teuer zugekaufter Firmen, die in den vergangenen Jahren den Blick auf die eigentliche Lage der Branche verschleiert hat. Wie andere Telekomkonzerne griff die Deutsche Telekom 2002 zur Abschreibungskeule, strich auf einen Schlag 25 Mrd. Euro aus den Büchern und meldete einen Rekordverlust von 24,6 Mrd. Euro.

Nun lichtet sich der Nebel, und mancher reibt sich verwundert die Augen, dass dieselbe Deutsche Telekom 2004 einen Nettogewinn von 4,6 Mrd. Euro über die Ziellinie bringt und es sich zugleich zwei Jahre lang leisten kann, aus den laufenden Einnahmen pro Monat durchschnittlich eine Mrd. Euro Schulden abzubauen.

Das liegt vor allen daran, dass die Telekom wie die gesamte Branche in den vergangenen Jahren radikal die Investitionen zurückgefahren und sich strenge Sparprogramme verordnet hat. Dadurch stieg die finanzielle Ertragskraft (Free Cash-Flow) der Branche enorm an. So hat beispielsweise die Deutsche Telekom ihren freien Cash-Flow von 4,8 Mrd. Euro im Jahr 2002 auf 10,2 Mrd. Euro im vergangenen Jahr erhöht. Noch kräftiger fällt der Anstieg der frei verfügbaren Finanzierungsmittel bei den Mobilfunkanbietern aus: Vodafone hat den freien Cash-Flow in den vergangenen zwei Jahren auf 11,5 Mrd. Euro fast verdreifacht, der britische Mobilfunkkonzern O2 verzeichnet an Stelle von Finanzierungsmittelabflüssen von rund 1,6 Mrd. Euro inzwischen Zuflüsse von rund vier Mrd. Euro.

Und dieser Trend wird sich nach Einschätzung der Unternehmensberatung A.T. Kearney fortsetzen. Laut einer aktuellen Umfrage rechnen 53 Prozent der europäischen Telekommunikationsunternehmen in den nächsten fünf Jahren mit einer über dem Durchschnitt der Börsenmärkte liegenden Steigerung ihres freien Cash-Flows.

Quelle: handelsblatt.com

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