Europäische Aktienfonds im Januar wenig gefragt


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Europäische Aktienfonds im Januar wenig gefragt

 
15.03.01 08:57
Europäische Aktienfonds im Januar wenig gefragt

London, 13. März (Bloomberg) - Europäische Anleger haben im Januar ihre Investmentfondskäufe drastisch zurückgeschraubt. Nach Angaben von Salomon Smith Barney ist die Nettonachfrage nach Aktienfonds im Januar auf ein 19-Monatstief gesunken. Insgesamt flossen europäischen Aktienfonds im Januar 5,3 Mrd. Dollar zu, das ist der niedrigste Wert seit Juni 1999, als sich der Zustrom in Aktienfonds auf 4,6 Mrd. Dollar belief, berichtete Moneesh Puri, Analyst bei Salomon Smith Barney in London.

Eine Reihe von Umsatzwarnungen von Unternehmen in der ganzen Welt dürfte die Anleger davon überzeugt haben, dass sich die Märkte in nächster Zeit wohl kaum erholen werden. ,Die Privatanleger machen sich wegen der derzeitigen Situation an den Märkten Sorgen. Sie glauben nicht, dass die Zeit der Gewinnwarnungen und Herabstufungen zu Ende ist," führte Puri in einem Interview aus.

Ericsson AB, der weltweit grösste Telekomausrüster, hatte am Montag für das erste Quartal einen Verlust angekündigt, da der Umsatz hinter den Prognosen zurückbleibe. Der kanadische Konkurrent Nortel Networks Corp. hatte letzten Monat ebenfalls berichtet, dass er im ersten Quartal mit einem Verlust rechnet. Aufgrund der Konjunkturabkühlung in den USA will das kanadische Unternehmen darüber hinaus 10.000 Stellen streichen. Das in Singapur beheimatete Unternehmen Asia Pulp & Paper Co. hatte am Montag erklärt, es werde die Bedienung von Schulden in Höhe von 12 Milliarden Dollar einstellen.

Während französische, schwedische und britische Aktienfonds im Januar ,bescheidene" Zuflüsse verzeichneten, mussten italienische und spanische Fonds Rekordabflüsse hinnehmen. In Italien zogen die Anleger im Januar 2,3 Mrd. Dollar aus Aktienfonds ab. Es handelte dabei um den ersten Nettoabfluss seit zwei Jahren in dem Land, führten die Analysten in einem Bericht über europäische Fondsströme aus.

Eine grössere Zahl von Investoren zieht ihr Kapital aus Aktienfonds ab und investiert dieses in Anleihe- und Geldmarktfonds. ,Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Investoren warten, bis die Situation an den Märkten wieder klarer ist, bevor sie wieder in Aktien investieren," geht aus dem Bericht mit dem Titel "European funds Flow" hervor.

Der US-amerikanische Nasdaq Composite, der Benchmarkindex für Technologiewerte weltweit, ist in den vergangenen 12 Monaten um 61 Prozent eingebrochen. Der Dow Jones Europe Stoxx 50 Index rutschte im gleichen Zeitraum um 22 Prozent ab.

Schroder Salomon schätzt, dass den europäischen Aktienfonds in diesem Jahr 120 Mrd. Dollar zufliessen werden, das sind 35 Mrd. Dollar weniger als noch vor kurzem erwartet und auch weniger als der Zufluss von rund 148 Mrd. Dollar im Jahr 2000.

Dennoch, wenn der Euro gegenüber anderen Währungen, vor allem aber gegenüber dem US-Dollar, stabil bleibt, dürften Investoren ausserhalb Europas die inländischen Kapitalabflüsse ausgleichen, führte Schroder Salomon aus.

Das Anlagekapital europäischer Fonds summiert sich derzeit insgesamt auf rund 3,6 Bill. Dollar. Deutschland, Frankreich und Italien tragen beinahe die Hälfte dazu bei.

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