Teil I: Griechenland
Die Griechen sehen dem Euro-Start unbekümmert entgegen. Viele wissen nicht, was auf sie zukommt.
"Petros" ist eins der bekanntesten Cafes im Zentrum Athens. Unternehmer, Journalisten und Politiker besuchen das Cafe in der Fußgängerzone in der Innenstadt von Athen. "Ich weiß nicht, was ich mit dem Euro machen muss. Das wird sich wohl ergeben. Ich mach mir keine Sorgen", sagt Maria, die Frau des Cafebesitzers. Dass sie für ihr Geschäft Wechselgeld in Euro von der Bank holen muss, weiß sie nicht. "Ich werde vorerst nur Drachmen haben. Euros brauche ich nicht holen. Wieso soll ich so viel Geld früher an die Bank zahlen?", fragt Maria.
Ähnlich unbekümmert geben sich auch viele Besitzer der nebenan liegenden Luxusartikel-Geschäfte. "Ich weiß nur eins: Ich muss jeden Tag zur Bank gehen und meine Drachmen in Euro wechseln. Wechselgeld werde ich mir gar nicht erst holen", sagt ein Inhaber und erntet damit Zustimmung bei den anderen Ladenbesitzern.
Umstellung der Geldautomaten verzögert sich
Umfragen zeigen, dass viele Griechen (mehr als 40 Prozent der Befragten) die Sache mit dem Euro auf die leichte Schulter nehmen und nicht ausreichend informiert sind. Aus diesem Grund hat die Bank von Griechenland Kontakt mit dem Kultusministerium und auch mit der Führung der Kirche aufgenommen. Die Kirchenväter, allen voran das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche des Landes, Erzbischof Christodoulos, haben versprochen, mit einem Rundschreiben alle Priester des Landes über die Einführung des Euro zu informieren. Diese wiederum sollen ab Anfang Dezember die Gläubigen mit den Modalitäten des Währungswechsels vertraut machen.
Die Bank von Griechenland hat die Bürger informiert, dass es in den ersten Tagen nach dem 1. Januar 2002 nicht alle Geldautomaten Euros ausgeben werden. "Es wird voraussichtlich mindestens eine Woche dauern bis alle Automaten Euros geben werden", hieß es.
Kartenspieler wollen Euros zum Jahreswechsel
Den Griechen scheint es nicht ganz bewusst zu sein, was auf sie zukommt. Viele beschäftigt zurzeit ein anderes Problem: Mit welchem Geld sie am Sylvesterabend ihr traditionelles Kartenspiel betreiben. Kaum jemand geht wie in anderen Ländern zu einem Feuerwerk oder schwingt das Tanzbein. Fast alle spielen Karten bis das erste Tageslicht des neuen Jahres kommt. Der Brauch soll zeigen, wer im neuen Jahr Glück haben wird.
"Wir haben bereits viele Kundenanfragen. Sie wollen wissen, ob sie als Privatleute an Euroscheine und Euro-Münzen rankommen können. Denn sie wollen als erste mit dem neuen Geld spielen", sagt die Leiterin der Filiale der "National Bank of Greece" der Athener Vorstadt, Philadelfeia.
Den Ärger haben die Händler
Die existierenden Drachmenmünzen haben wenig Wert. Die größte davon, die 500-Drachmen-Münze ist nur umgerechnet 1,46 Euro, die 100- Drachmen-Münze nur 0,29 Euro wert. Die griechischen Zocker sind dennoch verzweifelt, wenn man ihnen sagt, dass sie nur an Münzen durch die so genannten "Starter-Kits" im Wert von 14,67 Euro (5000 Drachmen) vor dem 31. Dezember erhalten können.
"Jetzt haben wir den Ärger", sagte Nikos Trypias, ein Gemüsehändler im Zentrum Athens. "Die Zocker nerven uns jetzt, weil sie erfahren haben, dass wir als Geschäftsinhaber schon Anfang Dezember Euroscheine von den Banken holen können", sagte der Gemüsehändler.
Gruß
Happy End
ftd.de
Priester informieren die Griechen über den Euro
Die Griechen sehen dem Euro-Start unbekümmert entgegen. Viele wissen nicht, was auf sie zukommt.
"Petros" ist eins der bekanntesten Cafes im Zentrum Athens. Unternehmer, Journalisten und Politiker besuchen das Cafe in der Fußgängerzone in der Innenstadt von Athen. "Ich weiß nicht, was ich mit dem Euro machen muss. Das wird sich wohl ergeben. Ich mach mir keine Sorgen", sagt Maria, die Frau des Cafebesitzers. Dass sie für ihr Geschäft Wechselgeld in Euro von der Bank holen muss, weiß sie nicht. "Ich werde vorerst nur Drachmen haben. Euros brauche ich nicht holen. Wieso soll ich so viel Geld früher an die Bank zahlen?", fragt Maria.
Ähnlich unbekümmert geben sich auch viele Besitzer der nebenan liegenden Luxusartikel-Geschäfte. "Ich weiß nur eins: Ich muss jeden Tag zur Bank gehen und meine Drachmen in Euro wechseln. Wechselgeld werde ich mir gar nicht erst holen", sagt ein Inhaber und erntet damit Zustimmung bei den anderen Ladenbesitzern.
Umstellung der Geldautomaten verzögert sich
Umfragen zeigen, dass viele Griechen (mehr als 40 Prozent der Befragten) die Sache mit dem Euro auf die leichte Schulter nehmen und nicht ausreichend informiert sind. Aus diesem Grund hat die Bank von Griechenland Kontakt mit dem Kultusministerium und auch mit der Führung der Kirche aufgenommen. Die Kirchenväter, allen voran das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche des Landes, Erzbischof Christodoulos, haben versprochen, mit einem Rundschreiben alle Priester des Landes über die Einführung des Euro zu informieren. Diese wiederum sollen ab Anfang Dezember die Gläubigen mit den Modalitäten des Währungswechsels vertraut machen.
Die Bank von Griechenland hat die Bürger informiert, dass es in den ersten Tagen nach dem 1. Januar 2002 nicht alle Geldautomaten Euros ausgeben werden. "Es wird voraussichtlich mindestens eine Woche dauern bis alle Automaten Euros geben werden", hieß es.
Kartenspieler wollen Euros zum Jahreswechsel
Den Griechen scheint es nicht ganz bewusst zu sein, was auf sie zukommt. Viele beschäftigt zurzeit ein anderes Problem: Mit welchem Geld sie am Sylvesterabend ihr traditionelles Kartenspiel betreiben. Kaum jemand geht wie in anderen Ländern zu einem Feuerwerk oder schwingt das Tanzbein. Fast alle spielen Karten bis das erste Tageslicht des neuen Jahres kommt. Der Brauch soll zeigen, wer im neuen Jahr Glück haben wird.
"Wir haben bereits viele Kundenanfragen. Sie wollen wissen, ob sie als Privatleute an Euroscheine und Euro-Münzen rankommen können. Denn sie wollen als erste mit dem neuen Geld spielen", sagt die Leiterin der Filiale der "National Bank of Greece" der Athener Vorstadt, Philadelfeia.
Den Ärger haben die Händler
Die existierenden Drachmenmünzen haben wenig Wert. Die größte davon, die 500-Drachmen-Münze ist nur umgerechnet 1,46 Euro, die 100- Drachmen-Münze nur 0,29 Euro wert. Die griechischen Zocker sind dennoch verzweifelt, wenn man ihnen sagt, dass sie nur an Münzen durch die so genannten "Starter-Kits" im Wert von 14,67 Euro (5000 Drachmen) vor dem 31. Dezember erhalten können.
"Jetzt haben wir den Ärger", sagte Nikos Trypias, ein Gemüsehändler im Zentrum Athens. "Die Zocker nerven uns jetzt, weil sie erfahren haben, dass wir als Geschäftsinhaber schon Anfang Dezember Euroscheine von den Banken holen können", sagte der Gemüsehändler.
Gruß
Happy End
ftd.de