Dr. Hans-Dieter Schulz
Dollar, Krieg, Rohstoffe und Aktien
"Seit der Ernennung John Snows zum neuen US-Finanzminister hat der Dollar gegenüber dem Euro um rund 7% abgewertet. Dabei wurde auch der acht-jährige Abwärtstrend des Euro gebrochen. Damit ist der Weg frei für eine nachhaltige Dollar-Abwertung die noch innerhalb der ersten Amtszeit George Bushs zu Kursen um 1,20 bis 1,40 $/€ führen kann.
...In die entstandene Lücke in der Dollar-Nachfrage sind seit dem 11. September 2001 ausländische Zentralbanken gesprungen. Wie eine kürzlich veröffentlichte Befragung internationaler Zentralbank-Entscheider zeigt, haben vor allem asiatische Notenbanken den Dollar gestützt. Eine breite Mehrheit von 80% der Befragten gab an, in Zukunft keine weiteren Euro-Käufe zu erwägen. Dies ist ein Extremwert, der ein antizyklisches Kaufsignal für die Gemeinschaftswährung bedeutet. Denn, der Dollar-Optimismus kann kaum noch größer werden. Die Chance besteht, dass ein steigender Euro mehr und mehr die Sympathien der Notenbanker erwirbt. Diese Nachfrageausweitung in Verbindung mit dem Bruch des langjährigen Trends könnte im Resultat einen selbstverstärkenden Prozeß auslösen, der den Euro zurück zum Hoch aus dem Jahr 1995 bei über 1,40 Dollar je Euro führen kann(1).
Der momentane Zustand der US-Wirtschaft ist weiterhin als zerbrechlich einzustufen. Wie bereits hier in der Konjunkturanalyse von Dezember 2001 prognostiziert, konnte die US-Wirtschaft nur dadurch ein Wirtschaftswachstum ausweisen, dass mit tatkräftiger Unterstützung der FED die Anleihenrenditen sanken und damit auch die Hypothekenzinsen. Dies hat zum größten Umfinanzierungsboom in der amerikanischen Geschichte geführt. Der Verbraucher hat sich weiter verschuldet und über steigende Konsumnachfrage die Wirtschaft angekurbelt.
Die Unternehmenskredite sind weiterhin rückläufig und die Kapazitätsauslastung dümpelt auf rezessivem Niveau bei knapp 75%. Es wundert daher nicht, dass das NBER(2) fragt, ob die im März 2001 begonnene Rezession überhaupt zu Ende gegangen ist. Auch in internen Statistiken der FED wird der für Rezessionen übliche grau-schattierte Balken seit März 2001 durchgezogen gehalten. Ein Hinweis darauf, was US-Zentralbanker wirklich von ihrer Wirtschaft denken.
Was statistisches Material aus den USA betrifft, ist zur Zeit Umsicht angebracht. Die Überbewertung des US-Wirtschaftswachstum durch den hedonischen Preisindex wurde an dieser Stelle bereits hinlänglich diskutiert(3). Neu ist die Aussage des National Bureau of Labour Statistics, aus Kostengründen auf die Erfassung von Massenentlassungen künftig zu verzichten.
Das für viele Ökonomen immer noch rätselhafte Ausbleiben eines Wirtschaftsaufschwungs als Antwort auf die eigentlich stimulierend wirkenden Zinssenkungen, erklärt sich damit, dass die amerikanische Wirtschaft inmitten eines Schuldenkollaps steckt. Die Lage ist vom Ausmaß der Verschuldung her dramatischer als in den frühen Dreißiger Jahren. Die Gesamtverschuldung liegt derzeit beim Vierfachen des Bruttosozialprodukts und ein Dollar zusätzliche Wirtschaftsleistung wird derzeit mit dem Achtfachen an zusätzlicher Verschuldung erkauft.
..."
boerse.de
Aber kurzfristig folgt ein Konsolidierung bis ca. 1,04. High war schon 1,085!