Es riecht nach Aufschwung


Thema
abonnieren
Beiträge: 9
Zugriffe: 570 / Heute: 1
Nassie:

Es riecht nach Aufschwung

 
21.09.03 12:25
Die Wirtschaft ist wieder erwacht, die Indikatoren weisen nach oben, Optimismus prägt die Stimmung. Die neue Hoffnung hat einen Namen: China
Die Börse zieht an, die UBS revidiert nächste Woche ihre Prognose nach oben, die wichtigen Indikatoren zeigen aufwärts: 2004 soll neuer Schwung die Wirtschaft beleben. Am meisten Dynamik entfaltet China.
 
Das wirtschaftliche Jammertal ist durchschritten, die Wirtschaft atmet wieder frische Luft. Wer mit Firmenvertretern spricht, stellt einen Stimmungswechsel fest: Neu erwachter Optimismus hat die depressive Stimmung verdrängt, die noch vor drei Monaten die Wahrnehmung prägte.

Der Schweizer Börsenindex SMI ist seit dem Tiefstand im März um nicht weniger als 50% emporgeschossen - und hat dabei die «Widerstandslinien» der Chart-Theoretiker gleich mehrfach übersprungen. Seit Jahresbeginn hat sich der Wert der grossen Schweizer Unternehmen um 17% vermehrt. Die Börse ist der Markt der Zukunftserwartungen und sie sind eindeutig positiv, vielleicht bereits wieder überschwänglich.

Die exportorientierte Industrie verzeichne spürbar mehr Aufträge, sagt UBS-Ökonom Thomas Kägi. Nächste Woche wird die UBS ihre revidierte Konjunkturprognose vorlegen. «Für die Jahre 2004 und 2005 sind wir deutlich optimistischer», stellt Kägi schon heute in Aussicht. Bisher hat die Grossbank das Schweizer Wirtschaftswachstum für das nächste Jahr auf 1,4% geschätzt. Allerdings wird man im laufenden Jahr mit einem Minus rechnen müssen, weil der Aufschwung zu spät spürbar wird. «Es dauert noch eine Weile, bis sich die anziehende Auslandnachfrage hierzulande niederschlägt», meint auch CS-Chefökonom Alois Bischofberger.

«Unser Barometer zeigt seit Mai nach oben», sagt Bernd Schips von der Konjunkturforschungsstelle (KOF): «Die Unternehmen schätzen ihre Lage optimistischer ein als im Frühjahr.»

Noch deutlicher ist die Einschätzung von Jim O'Neill, dem Chefvolkswirt von Goldman Sachs: «Das Bild, das sich uns heute präsentiert, stimmt uns optimistischer als alles, was wir seit 1999 gesehen haben», sagte er im Gespräch mit der «NZZ am Sonntag». Japans Wirtschaft sei im zweiten Quartal annualisiert um 3,9% gewachsen; die US-Wirtschaft werde - getrieben von Steuersenkungen und tiefen Zinsen - im dritten und vierten Quartal Zuwachsraten gegen 5% ausweisen. Aber auch in Europa werde der Aufschwung einsetzen, «und das wird auch der Schweiz helfen», sagt O'Neill.

Der Motor der US-Wirtschaft werde aber nächstes Jahr wieder etwas langsamer drehen: Zu drückend sind die Schulden des Staates, zu hoch ist das Leistungsbilanzdefizit, das rund 5% des Bruttoinlandprodukts erreicht. «Es fliesst nicht genügend Kapital in die USA, um dies auszugleichen, befürchtet der Goldman-Sachs-Ökonom.

Dafür fliesst das Geld in Strömen Richtung Osten, nach China. «Dieses Riesenland wächst so stark, dass es für die südostasiatischen Länder heute die Lokomotive spielt», sagt O'Neill. Selbst Japan liefere heute 15% seiner Exporte nach China - und 20% an die USA. Diese Lücke schliesse sich aber rasch. Die Dynamik von Chinas Nachfrage sei ein wichtiger Grund, warum es Japan heute besser gehe. «Wir leben in einer wichtigen Umwälzungsphase der Weltwirtschaft: Asien kann nachhaltig wachsen, selbst wenn das US- Wachstum sich als nicht dauerhaft erweisen sollte», analysiert O'Neill. Asien sei immer weniger auf die USA angewiesen.

Auch für Schweizer Manager ist das Land, das immer noch wie eine Wirtschaftsdiktatur geführt wird, der neue Leitstern. Am Anfang des 21. Jahrhunderts entfacht die Hoffnung auf den gigantischen Markt mit seinen 1,3 Milliarden Konsumenten eine ähnliche Begeisterung wie die Internet-Euphorie Ende der 1990er Jahre. «Wir setzen stark auf den chinesischen Markt», sagt Michel Nieto, Chef der Uhrenfirma Baume & Mercier. Ab April 2004 wird die Uhrenmarke der Richemont- Gruppe ein Distributionsnetz aufbauen - und massiv investieren. China, so Nieto, werde für seine Marke nach den USA zum zweitwichtigsten Markt. Auch der Marktführer Swatch Group wächst im Reich der Mitte mit hohen zweistelligen Zuwachsraten, genauso wie Carl F. Bucherer. «An der Ostküste Chinas geht wirklich die Post ab», sagt Thomas Morf, CEO von Carl F. Bucherer. Trotz Sars-Krise haben die Uhrenexporte im laufenden Jahr um 158% zugenommen. Ein Teil davon sind aber Umlagerungen, da Hongkong als Drehscheibe an Bedeutung verliert.

Nicht nur die Uhrenindustrie, auch Grosskonzerne wie Novartis, Swiss Re oder ABB setzen auf China. In jüngster Zeit richten auch immer mehr mittelgrosse Firmen ihren Blick nach China. Kommt man in der Diskussion auf den Milliardenmarkt zu sprechen, wie jüngst an einem von der Bank Leu organisierten Investoren-Tag, beginnen bei vielen Unternehmern die Augen zu leuchten. Sogar bei vermeintlich konservativen Firmen ist eine gewisse Goldgräberstimmung zu verspüren.

Die Schweizer gehören denn auch zu den Grossinvestoren. So besitzt etwa der Industriekonzern Georg Fischer mehrere Fabriken vor Ort und beschäftigt über 1000 Mitarbeiter im Reich der Mitte. «Die Nachfrage nach unseren Produkten ist enorm», sagt Georg-Fischer-Chef Kurt Stirnemann. Schon heute produziere der Konzern in China fast so viele Maschinen wie in der Schweiz. Weil sich die Grossen der Autoindustrie in China niedergelassen haben, bleibt den Zulieferern oft gar nichts anderes übrig, als dort ebenfalls einen Standort aufzubauen.

Auch die Hersteller von Textilmaschinen wie Rieter und Saurer folgen dem Lockruf des Ostens: «China hat eine viel höhere Dynamik als Europa oder die USA», sagt Saurer-Chef Heinrich Fischer. Im vergangenen Jahr hat der Umsatz der Gruppe in den asiatischen Ländern massiv zugenommen, während die Verkäufe in Europa stagnierten. Selbst vergleichsweise kleine Firmen, wie der Hörgerätehersteller Phonak, überlegen sich, ob sie eine Fabrik in China eröffnen sollen.

Die Exportzahlen sprechen eine klare Sprache: Das Volumen hat sich in drei Jahren verdoppelt. Nur ist der Anteil von China an den gesamten Schweizer Ausfuhren mit 1,7% noch bescheiden. Tatsächlich ist er aber einiges höher, weil immer noch viele Exporte über die Drehscheibe Hongkong abgewickelt werden. China, Japan und die Tigerstaaten sind heute für die Schweiz schon wichtiger als die USA.

Wenn sich nun auch der grosse Nachbar der Schweiz erholt, kann man eigentlich zuversichtlich sein: In Deutschland ist der Ifo-Geschäftsklima-Index im August zum vierten Mal in Folge deutlich gestiegen.

Und vielleicht noch ein letztes Zeichen, das die konjunkturelle Trendwende bestätigt: Die Beratungsfirma McKinsey sucht wieder Personal - und schaltet Stelleninserate. «Wir wollen in diesem Jahr 20 bis 40 Consultants einstellen», sagt ein Sprecher von McKinsey Schweiz. Die Vordenker des Managements bearbeiten nach den vorwiegend auf Kostensenkungen ausgerichteten Aufträgen wieder vermehrt Projekte, die im Zusammenhang mit Investitionen stehen.

Mitarbeit: Chanchal Biswas

NZZ
Antworten
310367a:

@ nassie

 
21.09.03 12:44
das mit dem aufschwung stimmt schon. nur wir haben derzeit wahlen und da wird immer geld in den ausbau von strassen und öffentlichen gebäuden gesteckt.für einen wirklichen aufschwung sind meineserachtens momentan noch zu viele firmen am markt, die sich gegenseitig die preise niederdrücken. und mit der osterweiterung wird das auch bestimmt nicht besser.ich bin sicher kein pessimist, aber das ist momentan meine meinung der derzeitigen lage.wenn firmen wieder mit guten gewinnen aufweisen könne, dann werden auch alle mitarbeiter wieder mehr verdienen, es werden wieder prämien ausbezahlt so wie früher als die unternehmen genug verdient haben, es wird wieder mehr personal eingestellt die wiederum zum konsum beitragen und die ganze spirale dreht sich genau so nach oben , wie sie sich nach unten gedreht hat. nur eine schwalbe macht noch keinen sommer, wir werden uns noch ein bisschen gedulden müssen, aber irgenwann wird er kommen der aufschwung und alle die noch übriggeblieben sind werden davon provitieren.
Antworten
Nassie:

Stimmt

 
21.09.03 12:46
kann dir nur zustimmen.
Derzeit gibt es einen richtigen Aufschwung nur in USA.
Antworten
310367a:

@ nassie

 
21.09.03 12:58
über den  WIRKLICHEN  aufschwung in der usa würde ich auch sehr vorsichtig sein. die gesamte bevölkerung lebt da drüben momentan auf pump. viele sind schwer verschuldet, beim momentanen zinsnivea können die das noch bewältigen. steigt der aber mal um 1-2% , dann gut nacht usa. und mit krieg die wirtschaft ankurbel, das kennen wir ja schon von unseren adolf h.
Antworten
Reinyboy:

Mal was fundamentales,hihihi

 
21.09.03 19:21
das die Gegenwart zeigt.www.markt-daten.de/Chartbook/c-index.htmGrüße          Reiny
Antworten
Reinyboy:

Mal ..

 
21.09.03 19:24
gucken obs jetzt funzt.


www.markt-daten.de/Chartbook/c-index.htm



Grüße     Reiny
Antworten
Nassie:

Die Angst vor dem Triple-Dip

 
21.09.03 22:06

Der Aufschwung kommt, doch Notenbanker und Ökonomen fürchten eine neue Rezession
von Jörg Eigendorf

Dubai  -  Optimisten gibt es zuhauf in diesen Tagen in Dubai. Finanzminister, Notenbanker und Ökonomen halten die immer gleichen Schönwetterreden. Von der "Rückkehr zu robustem Wachstum" erzählen sie, dem amerikanischen Motor, der wieder in Schwung komme, und der japanischen Volkswirtschaft, die nach jahrelanger Stagnation wieder wachse.


Doch wenn es in die Details geht, dann zeichnen Funktionäre wie Ökonomen ein weniger rosiges Bild. So sehr sich der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, über die "ausbalancierte Aussage" der sieben größten Industrienationen (G7) zu den Devisenmärkte freute, so zeigt schon das Communiqué doch, auf welch tönernen Füßen der Aufschwung der Weltwirtschaft steht. Von einer "reibungslosen Anpassung" der Wechselkurse, die nicht nur von einem Währungsraum getragen werden sollte, schreiben die Verfasser. Übersetzt heißt das: Nicht nur der Euro sollte gegenüber dem Dollar aufwerten, sondern auch der japanische Yen und der chinesische Yuan.


Schön wär's. Kaum war das Communiqué veröffentlicht, da verwässerten die Chinesen und Japaner den ohnehin sehr wage gehaltenen Text. Wie und wann die Asiaten ihre Währungen gegenüber dem Dollar aufwerten lassen, weiß derzeit niemand. Der Yuan ist derzeit per fester Kursrelation quasi an den Dollar gekoppelt.


Einig sind sich Funktionäre wie Ökonomen nur daran, dass die globale volkswirtschaftliche Konstellation äußerst brenzlig ist. Über eine halbe Bio. Dollar an Kapital müssen die Amerikaner in diesem Jahr importieren, um ihr Leistungsbilanzdefizit auszugleichen. Verringert sich das Vertrauen der Investoren in die Fähigkeit der USA, ihre Schulden zurückzuzahlen, könnte es zu einer Krise an den Währungsmärkten kommen. Das wiederum hätte nach Modellrechnungen der Hypo-Vereinsbank (HVB) für Europa weitreichende Folgen - vor allem dann, wenn die asiatischen Währungen nicht mit dem Euro aufwerten.


So könnte eine Abwertung des Dollar gegenüber dem Euro von zehn Prozent innerhalb eines Quartals Wachstumseinbußen in der Euro-Zone von bis zu einem Prozent jährlich mit sich bringen: "Bei diesem Szenario ... würde die EZB die Zinssätze vermutlich auf null senken müssen", schreiben die HVB-Ökonomen.


Manche Volkswirte fürchten sogar einen Rückfall in die Rezession. Von einem "triple dip" ist die Rede, nachdem die amerikanische und die europäische Volkswirtschaft in den vergangenen drei Jahren bereits zweimal kurzfristig in eine Rezession gerutscht sind: "Die Ungleichgewichte haben sich noch verschlimmert", sagt ein Notenbanker. "Es ist schwer vorstellbar, dass die Anpassung reibungslos verlaufen wird." Dass das Heil einzig in einer langsamen Abwertung des Dollar und einem stärkeren Yen und Yuan liegt, gilt als Trugschluss: "Die amerikanische Regierung hat hier einen Popanz aufgebaut, als ob die Weltwirtschaft einzig an der Aufwertung des Yuan genese", sagt ein Bundesbanker. "Das ist absurd."


Wie absurd, das lässt sich aus den Zahlen herauslesen. Die Chinesen belegen inzwischen den ersten Platz, was den Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten angeht: Die bevölkerungsreichste Nation der Welt verkaufte im vergangenen Jahr für 103 Mrd. Euro mehr Waren und Dienstleistungen in die Vereinigten Staaten als umgekehrt. Allerdings bräche in den Vereinigten Staaten kein Jobwunder aus, wenn chinesische Waren auf Grund einer Aufwertung des Yuan teurer würden. Denn der Anteil des verarbeitenden Gewerbes beträgt nur noch zehn Prozent des amerikanischen Sozialprodukts.


Statt ständig auf die Währungsmärkte zu schauen, fordern die Ökonomen von den Amerikanern, sparsamer zu haushalten. Die Europäer müssten sich hingegen mit Strukturreformen auf einen stärkeren Euro vorbereiten. Denn nur dann wären die Volkswirtschaften besser gegen externe Schocks gewappnet. Entsprechend besorgt sind Ökonomen wie der Allianz-Chef-Volkswirt Michael Heise: "Das Triple-Dip-Szenario ist eins, mit dem sich vor allem die europäischen Politiker auseinander setzen sollten."


Welt.de
Antworten
Reinyboy:

Das Multiple-Dip-Szenario

 
21.09.03 22:42
dürfte spätestens Ende 2004 oder Anfang 2005  ein Begriff werden.





Grüße        Reiny
Antworten
big lebowsky:

Mal sehen,ob es so lange dauert. o. T.

 
21.09.03 22:47
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--