Schockierende Zahlen und Massenentlassungen bei Ericsson
Die Schweden enttäuschen auf der ganzen Linie. Die Quartalszahlen liegen unter den Erwartungen, der Ausblick ist schlecht, 20.000 Stellen sollen gestrichen werden.
Stockholm - Der schwedische Handy-Produzent Ericsson hat zum Jahresauftakt erneut hohe Verluste eingefahren und benötigt neues Kapital. Wie das Unternehmen am Montag in Stockholm mitteilte, betrug das Minus vor Steuern im ersten Quartal 5,4 Milliarden Kronen (588 Millionen Euro) gegenüber 4,9 Milliarden Kronen im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz sank um 26 Prozent auf 37 Milliarden Kronen. Mit den Zahlen liegen die Schweden unter den Erwartungen der Analysten. Vorbörslich notierte die Aktie zwischen zehn und 15 Prozent schwächer.
Ein deutlicher Stellenabbau ist geplant. 10.000 Stellen will der Handykonzern in diesem Jahr streichen. Weitere 10.000 sollen es 2003 sein, hieß es am Morgen. Schon zuvor hatte eine schwedische Tageszeitung von einem geplanten Stellenabbau von 17.000 berichtet. Bereits im vergangenen Jahr musste das Unternehmen 22.000 Stellen kürzen. Das waren rund 20 Prozent der gesamten Arbeitsplätze.
Der Verlust je Aktie betrug im ersten Quartal 0,38 Kronen (0,04 Euro). Im Vorjahr habe der Gewinn je Aktie noch 0,05 Kronen betragen, teilte Ericsson am Montag in Stockholm mit. Der Nettoverlust beläuft sich auf 3,7 Milliarden Kronen nach einem Gewinn von 0,4 Milliarden Kronen im Vorjahr. Das Auftragsvolumen ging gegenüber dem Vorjahresquartal um 40 Prozent auf 41,9 Milliarden Kronen zurück. Eine Rückkehr in die Gewinnzone erwartet das schwedische Unternehmen nach eigenen Angaben "irgendwann im Jahr 2003".
Ericsson will nach den andauernden Verlusten im Mobilfunk-Geschäft zusätzliches Kapital in Höhe von 13 Milliarden Kronen durch Aktienemissionen beschaffen. Konzernchef Kurt Hellström bezeichnete die Entwicklung der neuen Handy-Kooperation mit Sony als positiv. Bei Mobilsystemen sei auch im zweiten Jahr keine Trendwende mit neuen Wachstumsimspulsen zu erwarten.
Düsseldorf (ots) -
- Auftragseingang bei Mobilfunksystemen +11% (Vgl. zu Quartal
4/2001) und GSM-Marktanteil gesteigert
- Bereinigter Verlust vor Steuern -5,4 Mrd. SEK
- Sony Ericsson erreicht Break-Even
- Ausgabe neuer Aktien wird vorgeschlagen
Pro-Forma-Ergebnisse des ersten Quartals 2002
Q1/2002 Q1/2001 Veränderung in %
in Mrd. SEK
Auftragseingang 41,9 69,3 -40%
Umsatz 37,0 49,8 -26%
Bereinigte operative Marge (1)
-12% -8%
Bereinigter Verlust -5,4 -4,9
vor Steuern (1)
Mitarbeiterzahl 82.012 94.960
(1) Bereinigt um nicht-operative Erlöse
Im ersten Quartal 2002 sind die Auftragseingänge im Vergleich zum
Vorjahresquartal um 40% auf 41,9 Mrd. SEK (schwedische Kronen)
gesunken. Im Systemgeschäft sind im Vergleich zum letzten Quartal
2001 die Aufträge aber um 10% gestiegen. Der Umsatz belief sich auf
37, 0 Mrd. SEK (-26%). Die operative Marge in diesem Quartal betrug
-12%, nach -8% im Vorjahresquartal. Der um nicht-operative Erlöse
bereinigte Verlust vor Steuern betrug -5,4 Mrd. SEK (-4,9 Mrd. SEK).
"Das vergangene Quartal war ein schwieriges Quartal. Viele
Netzbetreiber haben ihre Investitionen weiter gesenkt. Unsere Umsätze
bleiben hinter unseren Erwartungen zurück. Demzufolge werden wir
unsere Kosten weiter reduzieren und gehen jetzt davon aus, im Laufe
des Jahres 2003 in die schwarzen Zahlen zurückzukehren", kommentiert
Kut Hellström, President und CEO von Ericsson. "Unsere
Auftragseingänge belegen unsere herausragende Stellung als
Systemlieferant. Gleichzeitig bauen wir unser Service-Geschäft weiter
aus und helfen so den Netzbetreibern, ihre Kosten zu senken. Unser
Joint Venture Sony Ericsson für das Handygeschäft hat jetzt den
Break-Even erreicht. Unser eigenes Geschäft mit mobilen Plattformen
legt dank neuer Lizenzverträge ebenfalls zu."
Ericsson geht weiterhin davon aus, dass das
Telekommunikations-Systemgeschäft, insbesondere im Mobilfunk,
langfristig ein Wachstumsmarkt ist. Für das Jahr 2002 geht Ericsson
allerdings davon aus, dass der Systemmarkt um mehr als 10%
zurückgeht. Die alte Ericsson-Prognose lautete Stagnation bis -10%.
Ende 2001 gab es 935 Mio. Mobilfunkkunden. Im ersten Quartal 2002
sind etwa 45-50 Mio. neue Handynutzer hinzugekommen. Entsprechend
geht Ericsson von einem Zuwachs für das Jahr 2002 von 175 bis 215
Mio. Neukunden aus, das ist ein Zuwachs von 18-23%, knapp unter den
bisherigen Schätzungen. Etwa 400-420 neue Handys werden wohl in 2002
verkauft, Wachstumsmotoren werden dabei die Mobiltelefone mit
Farbdisplay und Multi-Mediafähigkeit sein.
Für das Geschäftsjahr 2002 erwartet Ericsson nunmehr einen
Verlust, gegenüber der bisherigen Schätzung einer operativen Marge
von +5%. Dank andauernder Kostenreduktionen geht Ericsson davon aus,
im Jahr 2003 in die Gewinnzone zurückzukehren.
Um sich den Herausforderungen des schwierigen Marktes stellen zu
können und die finanzielle Grundlagen des Unternehmens zu stärken,
wird vorgeschlagen, Bezugsrechte für neue B-Aktien im Wert von 30
Mrd. SEK auszugeben. Um darüber zu beschließen, wird eine
außerordentliche Hauptversammlung für den 6. Juni 2002 einberufen. Es
ist geplant, die neuen Bezugsrechte bis zum Ende des dritten Quartals
2002 auszugeben.
Aufgrund der anhaltenden Schwäche gerade im Festnetzgeschäft wird
die Business Unit Multi-Service-Networks mit der Business Unit Mobile
Systems zusammengelegt. Neuer Leiter dieser integrierten Einheit wird
zum 1. Mai 2002 Bert Nordberg, jetzt Leiter von Global Services.
Karl-Henrik Sundström, jetzt Leiter der Market Unit Australia, wird
zukünftig die Business Unit Global Services leiten.
Den vollständigen englischen Quartalsbericht finden Sie hier
Die Informationen zur Ausgabe neuer Aktien hier
Dies ist eine übersetzte Zusammenfassung des englischen
Originalberichts ohne Gewähr.
HINTERGRUND
Ericsson definiert und gestaltet die Zukunft des mobilen Internet
und der multimedialen Breitbandkommunikation und stattet seine Kunden
mit den führenden Technologien aus. Ericsson bietet seine innovativen
Produkte in mehr als 140 Ländern an.
ANSPRECHPARTNER
Ericsson GmbH
Pressestelle
Jens Kürten
Tel.: 0211-534-1418
Fax: 0211-534-1431
E-Mail: presse@ericsson.de
Gruß
Happy End
Die Schweden enttäuschen auf der ganzen Linie. Die Quartalszahlen liegen unter den Erwartungen, der Ausblick ist schlecht, 20.000 Stellen sollen gestrichen werden.
Stockholm - Der schwedische Handy-Produzent Ericsson hat zum Jahresauftakt erneut hohe Verluste eingefahren und benötigt neues Kapital. Wie das Unternehmen am Montag in Stockholm mitteilte, betrug das Minus vor Steuern im ersten Quartal 5,4 Milliarden Kronen (588 Millionen Euro) gegenüber 4,9 Milliarden Kronen im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz sank um 26 Prozent auf 37 Milliarden Kronen. Mit den Zahlen liegen die Schweden unter den Erwartungen der Analysten. Vorbörslich notierte die Aktie zwischen zehn und 15 Prozent schwächer.
Ein deutlicher Stellenabbau ist geplant. 10.000 Stellen will der Handykonzern in diesem Jahr streichen. Weitere 10.000 sollen es 2003 sein, hieß es am Morgen. Schon zuvor hatte eine schwedische Tageszeitung von einem geplanten Stellenabbau von 17.000 berichtet. Bereits im vergangenen Jahr musste das Unternehmen 22.000 Stellen kürzen. Das waren rund 20 Prozent der gesamten Arbeitsplätze.
Der Verlust je Aktie betrug im ersten Quartal 0,38 Kronen (0,04 Euro). Im Vorjahr habe der Gewinn je Aktie noch 0,05 Kronen betragen, teilte Ericsson am Montag in Stockholm mit. Der Nettoverlust beläuft sich auf 3,7 Milliarden Kronen nach einem Gewinn von 0,4 Milliarden Kronen im Vorjahr. Das Auftragsvolumen ging gegenüber dem Vorjahresquartal um 40 Prozent auf 41,9 Milliarden Kronen zurück. Eine Rückkehr in die Gewinnzone erwartet das schwedische Unternehmen nach eigenen Angaben "irgendwann im Jahr 2003".
Ericsson will nach den andauernden Verlusten im Mobilfunk-Geschäft zusätzliches Kapital in Höhe von 13 Milliarden Kronen durch Aktienemissionen beschaffen. Konzernchef Kurt Hellström bezeichnete die Entwicklung der neuen Handy-Kooperation mit Sony als positiv. Bei Mobilsystemen sei auch im zweiten Jahr keine Trendwende mit neuen Wachstumsimspulsen zu erwarten.
Düsseldorf (ots) -
- Auftragseingang bei Mobilfunksystemen +11% (Vgl. zu Quartal
4/2001) und GSM-Marktanteil gesteigert
- Bereinigter Verlust vor Steuern -5,4 Mrd. SEK
- Sony Ericsson erreicht Break-Even
- Ausgabe neuer Aktien wird vorgeschlagen
Pro-Forma-Ergebnisse des ersten Quartals 2002
Q1/2002 Q1/2001 Veränderung in %
in Mrd. SEK
Auftragseingang 41,9 69,3 -40%
Umsatz 37,0 49,8 -26%
Bereinigte operative Marge (1)
-12% -8%
Bereinigter Verlust -5,4 -4,9
vor Steuern (1)
Mitarbeiterzahl 82.012 94.960
(1) Bereinigt um nicht-operative Erlöse
Im ersten Quartal 2002 sind die Auftragseingänge im Vergleich zum
Vorjahresquartal um 40% auf 41,9 Mrd. SEK (schwedische Kronen)
gesunken. Im Systemgeschäft sind im Vergleich zum letzten Quartal
2001 die Aufträge aber um 10% gestiegen. Der Umsatz belief sich auf
37, 0 Mrd. SEK (-26%). Die operative Marge in diesem Quartal betrug
-12%, nach -8% im Vorjahresquartal. Der um nicht-operative Erlöse
bereinigte Verlust vor Steuern betrug -5,4 Mrd. SEK (-4,9 Mrd. SEK).
"Das vergangene Quartal war ein schwieriges Quartal. Viele
Netzbetreiber haben ihre Investitionen weiter gesenkt. Unsere Umsätze
bleiben hinter unseren Erwartungen zurück. Demzufolge werden wir
unsere Kosten weiter reduzieren und gehen jetzt davon aus, im Laufe
des Jahres 2003 in die schwarzen Zahlen zurückzukehren", kommentiert
Kut Hellström, President und CEO von Ericsson. "Unsere
Auftragseingänge belegen unsere herausragende Stellung als
Systemlieferant. Gleichzeitig bauen wir unser Service-Geschäft weiter
aus und helfen so den Netzbetreibern, ihre Kosten zu senken. Unser
Joint Venture Sony Ericsson für das Handygeschäft hat jetzt den
Break-Even erreicht. Unser eigenes Geschäft mit mobilen Plattformen
legt dank neuer Lizenzverträge ebenfalls zu."
Ericsson geht weiterhin davon aus, dass das
Telekommunikations-Systemgeschäft, insbesondere im Mobilfunk,
langfristig ein Wachstumsmarkt ist. Für das Jahr 2002 geht Ericsson
allerdings davon aus, dass der Systemmarkt um mehr als 10%
zurückgeht. Die alte Ericsson-Prognose lautete Stagnation bis -10%.
Ende 2001 gab es 935 Mio. Mobilfunkkunden. Im ersten Quartal 2002
sind etwa 45-50 Mio. neue Handynutzer hinzugekommen. Entsprechend
geht Ericsson von einem Zuwachs für das Jahr 2002 von 175 bis 215
Mio. Neukunden aus, das ist ein Zuwachs von 18-23%, knapp unter den
bisherigen Schätzungen. Etwa 400-420 neue Handys werden wohl in 2002
verkauft, Wachstumsmotoren werden dabei die Mobiltelefone mit
Farbdisplay und Multi-Mediafähigkeit sein.
Für das Geschäftsjahr 2002 erwartet Ericsson nunmehr einen
Verlust, gegenüber der bisherigen Schätzung einer operativen Marge
von +5%. Dank andauernder Kostenreduktionen geht Ericsson davon aus,
im Jahr 2003 in die Gewinnzone zurückzukehren.
Um sich den Herausforderungen des schwierigen Marktes stellen zu
können und die finanzielle Grundlagen des Unternehmens zu stärken,
wird vorgeschlagen, Bezugsrechte für neue B-Aktien im Wert von 30
Mrd. SEK auszugeben. Um darüber zu beschließen, wird eine
außerordentliche Hauptversammlung für den 6. Juni 2002 einberufen. Es
ist geplant, die neuen Bezugsrechte bis zum Ende des dritten Quartals
2002 auszugeben.
Aufgrund der anhaltenden Schwäche gerade im Festnetzgeschäft wird
die Business Unit Multi-Service-Networks mit der Business Unit Mobile
Systems zusammengelegt. Neuer Leiter dieser integrierten Einheit wird
zum 1. Mai 2002 Bert Nordberg, jetzt Leiter von Global Services.
Karl-Henrik Sundström, jetzt Leiter der Market Unit Australia, wird
zukünftig die Business Unit Global Services leiten.
Den vollständigen englischen Quartalsbericht finden Sie hier
Die Informationen zur Ausgabe neuer Aktien hier
Dies ist eine übersetzte Zusammenfassung des englischen
Originalberichts ohne Gewähr.
HINTERGRUND
Ericsson definiert und gestaltet die Zukunft des mobilen Internet
und der multimedialen Breitbandkommunikation und stattet seine Kunden
mit den führenden Technologien aus. Ericsson bietet seine innovativen
Produkte in mehr als 140 Ländern an.
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Gruß
Happy End
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