Die Aussage zu nicht genau definierbaren HBM-Werten, also Werten, die bei einem HumanBioMonitoring als Grenzwerte für höherchlorierte PCB-Kongenere gelten könnten, bezieht sich auf die "Bevölkerung", also den Personenkreis, der heutzutage ohne starke Exposition von PCB lebt. Im Fall Envio ist dies allein durch die extreme Überschreitung der Referenzwerte im Blut und durch die Funde auf dem Gelände etwas völlig Anderes in der Bewertung.
Der sog. Arbeitsunfall (wurde der überhaupt gemeldet??) ist *ein* Indiz unter vielen für eine starke PCB-Exposition. Bei dem 44-Jährigen liegen ohne bekanntem Unfall die Werte ja nicht viel niedriger. Und beide Mitarbeiter bezweifeln ihrerseits, auf PCB untersucht worden zu sein:
www.derwesten.de/staedte/dortmund/...utbefunden-id3093621.html
Nochmal: In der offiziellen Erklärung spricht Envio von "arbeitsmedizinischen Vorsorge-Untersuchungen", nicht mehr von konkreten, regelmäßigen *PCB-Blutproben*, obwohl dies doch deutlich mehr Gewicht hätte. Und in normalen Vorsorge-Untersuchungen spielt PCB auch bei der Berufsgenossenschaft keine Rolle, was die Zweifel der Mitarbeiter als begründet erscheinen ließe:
PCB-Richtlinie NRW, www.mtm.de/cont/pcb_nrw_07.htm
"4.3.6
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen beim Umgang mit PCB werden nach der Unfallverhütungsvorschrift "Arbeitsmedizinische Vorsorge" (VBG 100) und nach der Gefahrstoffverordnung nicht gefordert."
Das alles ist keine Vorverurteilung, sondern höchstens Mit-Jonglieren mit den Worten, die Envio bisher selbst veröffentlicht hat.