Die Energiebranche ist in den vergangenen Jahren mächtig durcheinander gerüttelt worden: Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte, Verteuerungsschub durch politische Sonderlasten, Ausstieg aus der Kernenergie, Einstieg in einen Auslaufbergbau. 850 Experten diskutieren derzeit auf der Handelsblatt-Jahrestagung „Energiewirtschaft 2002“ in Berlin über die Auswirkungen dieser Umwälzung und versuchen zugleich, den Energiemix der Zukunft auszuloten.
Die deutschen Energieunternehmen haben bisher auf zweierlei Weise auf die Liberalisierung ihrer Märkte reagiert: zum einen mit Kostensenkungen in Milliardenhöhe und zum anderen mit neuen strategischen Ausrichtungen. Das wird auch dann nicht grundlegend anders, wenn nach der Bundestagswahl neue politische Mehrheiten zu Stande kommen sollten. Selbst eine Korrektur des Kernenergieausstiegs würde kurz- bis mittelfristig nur wenig daran ändern.
Allerdings könnte dann hier zu Lande eine kerntechnische Renaissance schon wesentlich früher als heute geplant beginnen. Durch das Joint Venture von Siemens mit der französischen Framatome ist die deutsche Nuklearindustrie zunächst einmal quasi ausgewandert. Auf absehbare Zeit beschränken sich ihre Aufgaben hier zu Lande auf Service- und Wartungsarbeiten an den vorhandenen Kernkraftwerken. Angesichts der europaweiten Überkapazitäten in der Stromerzeugung wird es nicht vor 2010 einen Ersatzbedarf an neuen Grundlastkraftwerken geben.
Sollte in Berlin eine neue politische Mehrheit wieder grünes Licht für den Bau von Kernkraftwerken geben, dann könnte sich das gravierende Nachwuchsproblem in der kerntechnischen Sparte aber wieder entspannen. Noch hängen immerhin 30 000 Arbeitsplätze davon ab, ob die Perspektiven für eine nationale Kernenergie-Entwicklung nachhaltig verschüttet werden.
Die Spitzenmanager der beiden führenden deutschen Kernkraftwerksbetreiber – Eon-Chef Ulrich Hartmann und RWE-Chef Dietmar Kuhnt – haben immer wieder betont, dass sie die Ausstiegspläne der Bundesregierung sowohl aus ökologischen als auch aus energiestrategischen Gründen für verfehlt halten. Beide Vorstände stellen aber für liberalisierte Strommärkte als wesentlich heraus, dass für künftige Kernenergieanlagen erstens ein Bedarf bestehen muss, zweitens die Wirtschaftlichkeit erreicht und drittens eine breite politische Akzeptanz garantiert werden muss.
Ohne Gebietsmonopole in der Elektrizitätsversorgung favorisieren die Energiekonzerne derzeit Stromerzeugungsanlagen, die eine rasche Amortisation ermöglichen. Hierzu zählen insbesondere Erdgaskraftwerke. Deshalb bauen Deutschlands Energieriesen derzeit neben ihrem Stromgeschäft vor allem die Erdgas-Aktivitäten aus. Eon zieht alle Register, um die Mehrheit am größten europäischen Gashändler Ruhrgas zu erlangen. Gleichzeitig hat sich RWE durch die Übernahme der tschechischen Transgas eine Schlüsselposition im europäischen Gasgeschäft erobert.
Auch die nächstgrößeren Stromanbieter – HEW/Bewag als Tochter der schwedischen Vattenfall und die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) zusammen mit ihrem maßgeblichen Aktionär Eléctricité de France (EdF) – prüfen intensiv einen gemeinsamen Marktauftritt von Strom und Erdgas. Die Konvergenz des Strom- und Gasgeschäfts wird sich also unabhängig von der politischen Konstellation in Berlin in den nächsten Jahren noch verstärken. Sie verspricht den Energiekonzernen sowohl positive Synergieeffekte beim Kampf um Energiekunden als auch niedrigere Beschaffungskosten.
Die zentrale Herausforderung auf weltweit liberalisierten Strom- und Gasmärkten besteht jedoch für deutsche Energieunternehmen darin, durch Internationalisierung Wachstumsmärkte zu erschließen. Eon und RWE können mit ihren gut gefüllten Kriegskassen weitere Zukäufe relativ problemlos finanzieren. Dabei haben die Unternehmen von der ursprünglichen paneuropäischen Strategie Abstand genommen und konzentrieren sich stattdessen auf ausländische Schlüsselmärkte.
EnBW bearbeitet den spanischen Markt, HEW/Bewag zielen zusammen mit ihrer Mutter Vattenfall auf die baltischen Anrainer. RWE und Eon engagieren sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten. RWE setzt auf das Kerngeschäft Wasser und investiert Milliardenbeträge in Großbritannien, den USA und Südamerika. Dagegen baut Eon vor allem das Stromgeschäft in Großbritannien und den USA aus. Rivalen sind die beiden auf den Wachstumsmärkten in Mittelosteuropa (Polen, Tschechien, Slowakei, Österreich, Ungarn). Hinzu kommt, dass Eon in Skandinavien seine Präsenz erheblich ausgebaut hat.
Die zentrale Herausforderung besteht in der Internationalisierung.
Die deutschen Energieunternehmen haben bisher auf zweierlei Weise auf die Liberalisierung ihrer Märkte reagiert: zum einen mit Kostensenkungen in Milliardenhöhe und zum anderen mit neuen strategischen Ausrichtungen. Das wird auch dann nicht grundlegend anders, wenn nach der Bundestagswahl neue politische Mehrheiten zu Stande kommen sollten. Selbst eine Korrektur des Kernenergieausstiegs würde kurz- bis mittelfristig nur wenig daran ändern.
Allerdings könnte dann hier zu Lande eine kerntechnische Renaissance schon wesentlich früher als heute geplant beginnen. Durch das Joint Venture von Siemens mit der französischen Framatome ist die deutsche Nuklearindustrie zunächst einmal quasi ausgewandert. Auf absehbare Zeit beschränken sich ihre Aufgaben hier zu Lande auf Service- und Wartungsarbeiten an den vorhandenen Kernkraftwerken. Angesichts der europaweiten Überkapazitäten in der Stromerzeugung wird es nicht vor 2010 einen Ersatzbedarf an neuen Grundlastkraftwerken geben.
Sollte in Berlin eine neue politische Mehrheit wieder grünes Licht für den Bau von Kernkraftwerken geben, dann könnte sich das gravierende Nachwuchsproblem in der kerntechnischen Sparte aber wieder entspannen. Noch hängen immerhin 30 000 Arbeitsplätze davon ab, ob die Perspektiven für eine nationale Kernenergie-Entwicklung nachhaltig verschüttet werden.
Die Spitzenmanager der beiden führenden deutschen Kernkraftwerksbetreiber – Eon-Chef Ulrich Hartmann und RWE-Chef Dietmar Kuhnt – haben immer wieder betont, dass sie die Ausstiegspläne der Bundesregierung sowohl aus ökologischen als auch aus energiestrategischen Gründen für verfehlt halten. Beide Vorstände stellen aber für liberalisierte Strommärkte als wesentlich heraus, dass für künftige Kernenergieanlagen erstens ein Bedarf bestehen muss, zweitens die Wirtschaftlichkeit erreicht und drittens eine breite politische Akzeptanz garantiert werden muss.
Ohne Gebietsmonopole in der Elektrizitätsversorgung favorisieren die Energiekonzerne derzeit Stromerzeugungsanlagen, die eine rasche Amortisation ermöglichen. Hierzu zählen insbesondere Erdgaskraftwerke. Deshalb bauen Deutschlands Energieriesen derzeit neben ihrem Stromgeschäft vor allem die Erdgas-Aktivitäten aus. Eon zieht alle Register, um die Mehrheit am größten europäischen Gashändler Ruhrgas zu erlangen. Gleichzeitig hat sich RWE durch die Übernahme der tschechischen Transgas eine Schlüsselposition im europäischen Gasgeschäft erobert.
Auch die nächstgrößeren Stromanbieter – HEW/Bewag als Tochter der schwedischen Vattenfall und die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) zusammen mit ihrem maßgeblichen Aktionär Eléctricité de France (EdF) – prüfen intensiv einen gemeinsamen Marktauftritt von Strom und Erdgas. Die Konvergenz des Strom- und Gasgeschäfts wird sich also unabhängig von der politischen Konstellation in Berlin in den nächsten Jahren noch verstärken. Sie verspricht den Energiekonzernen sowohl positive Synergieeffekte beim Kampf um Energiekunden als auch niedrigere Beschaffungskosten.
Die zentrale Herausforderung auf weltweit liberalisierten Strom- und Gasmärkten besteht jedoch für deutsche Energieunternehmen darin, durch Internationalisierung Wachstumsmärkte zu erschließen. Eon und RWE können mit ihren gut gefüllten Kriegskassen weitere Zukäufe relativ problemlos finanzieren. Dabei haben die Unternehmen von der ursprünglichen paneuropäischen Strategie Abstand genommen und konzentrieren sich stattdessen auf ausländische Schlüsselmärkte.
EnBW bearbeitet den spanischen Markt, HEW/Bewag zielen zusammen mit ihrer Mutter Vattenfall auf die baltischen Anrainer. RWE und Eon engagieren sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten. RWE setzt auf das Kerngeschäft Wasser und investiert Milliardenbeträge in Großbritannien, den USA und Südamerika. Dagegen baut Eon vor allem das Stromgeschäft in Großbritannien und den USA aus. Rivalen sind die beiden auf den Wachstumsmärkten in Mittelosteuropa (Polen, Tschechien, Slowakei, Österreich, Ungarn). Hinzu kommt, dass Eon in Skandinavien seine Präsenz erheblich ausgebaut hat.
Die zentrale Herausforderung besteht in der Internationalisierung.